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Zinsloses Darlehn von der Mutter


11.04.2018 16:07 |
Preis: 25,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



In der Vergangenheit habe ich von meiner Mutter ein zinsloses Darlehn in Höhe von 300.000€ über einen Zeitraum von 3 Jahren erhalten. Dieses Geld habe ich auf meinem Konto geparkt, um Zinsen zu erwirtschaften. Nach Ablauf habe ich die ursprünglichen Betrag zurückgezahlt und die Zinsen behalten. Da ich mich in dieser Zeit in der Ausbildung befunden habe und sonst nur wenige Einnahmen hatte, konnte ich mir einen Teil bzw. die komplette Kapitalertragssteuer bei der Einkommenssteuererklärung zurückholen. Während dieser Zeit war ich volljährig.

Mir ist bewusst, dass es sich hierbei um eine indirekte Schenkung handelt, da keine marktüblichen Zinsen erhoben wurden. Diese könnte sich beispielsweise auf eine Schenkung von knapp 50.000€ belaufen (300.000€ * 3 Jahre * 5,5%). Da die Freibeträge von Eltern auf Kind bei 400.000€ liegen, sollte es aus dieser Sicht kein Problem sein. Ist dies korrekt?

Ergeben sich aus der vorliegen Konstellation andere Probleme bzw. Fallstricke? Zum Beispiel weil auf diese Weise Kapitalertragssteuer gespart wurde?

Sehr geehrter Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt kann man über verschiedene Sichtweisen zu entsprechenden Ergebnissen kommen.
Das ein Darlehn innerhalb einer Familie zinslos gewährt wird, ist nicht unüblich. Vor dem Hintergrund dieses in einer gewinnbringenden Kapitalanlage zu verwenden, macht das zinslose Darlehn nicht unwirksam im Sinne des § 41 AO.

Dabei bleibt festzuhalten, dass Sie die Kapitalerträge hier ja nicht von Ihrer Mutter erhalten haben, sondern vom Vertragspartner der Kapitalanlage. Die Erträge hieraus sind also keineswegs der Schenkungssteuer zu unterstellen.

Auch wenn man Ihre Sichtweise mit dem Ansatz eines marktüblichen Zinssatzes für das 3-jährige Darlehn zu Grunde legt, kommt man wie Sie schon angemerkt haben über den Freibetrag innerhalb eines 10 Jahreszeitraumes nicht zu einer steuerlichen Verpflichtung.

Die Idee mit ersparter Kapitalertragssteuer ist abwegig, weil ja niemand dazu verpflichtet ist, Kapitalerträge zu erwirtschaften. Ihre Mutter hätte die 300.000 Euro auch zu Hause im Tresor haben können, anstatt Ihnen als Kredit zu überlassen und hätte in diesem Fall auch keine Erträge erspart.

Ich sehe hier gar kein steuerrechtlich relevantes Problem, soweit nachvollzogen werden kann, dass es sich bei dem überlassenen Geldbetrag tatsächlich um ein Darlehn gehandelt hat. Denn eine Schenkung in Ihre Richtung mag schenkungssteuerlich noch unproblematisch sein, in der Gegenrichtung zu Ihrer Mutter hin, ist bei einer Schenkung nur noch ein Freibetrag in Höhe von 20.000 Euro in der Steuerklasse II gegeben.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen



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