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Zinsloses Darlehen oder Schenkung ?


| 15.03.2005 01:11 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Meine Lebensgefährtin und ich (ohne Trauschein) beschlossen vor einigen Jahren, gemeinsam ein Haus in Griechenland zu kaufen. Als der Abschluss des Kaufvertrages sicher schien, überwies mir meine Lebensgefährtin einen größeren Betrag als Ihren Anteil an Haus und Kaufpreis auf mein Konto. Dann aber zerschlug sich dieser Kauf durch Komplikationen auf Seiten der Verkäufer und wir beschlossen, nach einem anderen Objekt zu suchen bisher ohne Erfolg. Seit dieser Zeit aber liegt der Betrag auf einem Sparbuch auf meinen Namen und die Zinserträge werden von mir versteuert.

Nun mein Problem: Eine Steuerprüfung wurde mir angekündigt, und ich befürchte, daß dieser Betrag als eine verdeckte Schenkung betrachtet und Schenkungssteuer gefordert werden könnte. Es existiert zwar eine schriftliche Vereinbarung zwischen mir und meiner Lebensgefährtin, daß der Geldbetrag nicht mein Eigentum ist, sondern von mir nur treuhänderisch bis zum Immobilienkauf verwaltet wird, aber reicht das ?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt zu beantworten:


Als Schenkung unter Lebenden gilt jede freigiebige Zuwendung zur Bereicherung des Bedachten.

Nach dieser Definition liegt keine Schenkung vor!

Unzulässig ist, dass das Finanzamt einfach eine Schenkung unterstellt, wenn ungeklärte Vermögenszuwächse auftauchen. Hier muss der Hintergrund geprüft werden.

In Ihrem Fall wird sich das damalige Vorgehen mit Sicherheit noch nachweisen lassen. Legen Sie dies im Zweifel dem Steuerprüfer nebst der Vereinbarung vor.

Letztendlich erscheint Ihre Darstellung zwar vielleicht wirklich ein bisschen auffällig, aber Ihre Erklärungen – mit den entsprechenden Nachweisen – sind nachvollziehbar und plausibel.

Warten Sie mit Ihren Unterlagen auf jeden Fall erst einmal ab und versuchen Sie nicht, weitere „Beweise“ zu erfinden. Das wird nicht klappen und nur nachteilig ein. Ändern können Sie an der Situation im Moment ohnehin nichts.


Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.03.2005 | 09:45

Sehr geehrter Herr Steininger,
Ich danke Ihnen für Ihre schnelle und fachlich kompetente Antwort. Als Steuerzahler mit einem tiefen Mißtrauen gegen finanzamtliche Tücke möchte ich dennoch eine kurze Nachfrage stellen, nämlich: Gibt es einen zeitlichen Maximalrahmen, der festlegt, ab welcher Laufzeit ein zinsloses Darlehen, das die mir in 2001 geleistete Vorauszahlung ja praktisch darstellt, als Schenkung betrachtet wird ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.03.2005 | 10:44

Sofern ein Darlehen tatsächlich vorliegt, fehlt es immer an der Bereicherung des Empfängers. Daher kommt es zunächst nicht darauf an, wie lange das Darlehen läuft.

Einzig bei extrem langer Laufzeit man ein gewisser Zweifel aufkommen, der dann ggf. verstärkt widerlegt werden müsste.

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