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Zimmer im Wohnheim während Ausbildung

| 17.09.2015 18:20 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Abend,

unser Sohn wohnt noch zu Hause, hat aber während der Ausbildung ein Zimmer in einem Wohnheim gemietet.
Er bezahlt Miete und es gibt eine Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftswaschräume. Nun wurden auch entsprechend weniger Entfernungspauschale angegeben, da die Heimfahrten entsprechend weniger sind.

Das Finanzamt hat die Miete als Werbungskosten mit folgender Begründung abgelehnt:
"Die Zimmermiete gehört nicht zu den berücksichtigungsfähigen Werbungskosten, da kein doppelter Haushalt mit eigenem Hausstand vorliegt"
Ist das so richtig? Mit welcher Begründung (Urteil? Gesetz?)kann ich Einspruch einlegen ?
(Ich nehme mal an, dass die Bezeichnung "doppelter Haushalt" so scharf ausgelegt wird, da er hier zu Hause keine eigene abgeschlossene Wohnung (mit Küche, Bad, WC, usw) , sondern nur ein Zimmer hat?!?!)

Wenn das tatsächlich so richtig sein sollte, kann ich dann stattdessen die Entfernungspauschale für alle Arbeitstage nachträglich geltend machen? Ich meine, es kann ja nicht sein, dass man im Grunde Geld spart indem man weniger heim fährt und dann aber die anderen Kosten nicht geltend machen kann?

Bitte verzeihen sie mir den geringen Einsatz, aber es geht nur noch um eine Erstattung von den restlichen 45EUR, da die Werbungskosten ohnehin die bezahlte Lohnsteuer deutlich übersteigen. Ein höherer Einsatz wäre somit wirtschaftlicher Unfug und im Grunde sind es JA/Nein-Fragen mit einer kurzen Begründung für das Finanzamt, falls die Zimmermiete anerkannt werden kann bzw. muss.

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu Frage 1:

Werbungskosten wegen doppelter Haushaltsführung kommen nur in Betracht, wenn am entfernten Wohnsitz (hier: das Wohnheim) tatsächlich ein eigener Hausstand mit eigener Einrichtung usw. unterhalten wird. Das ist aber bei einem (möblierten?) Wohnheimzimmer mit Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftssanitärräumen regelmäßig nicht der Fall. Die Ablehnung durch das Finanzamt halte ich daher für zutreffend.

Zu Frage 2:

Die Entfernungspauschale könnten Sie nur dann für jeden Tag ansetzen, wenn Ihr Sohn tatsächlich auch jeden Tag gefahren wäre. Das ist hier aber offenbar nicht der Fall. Bewusst falsche Angaben gegenüber dem Finanzamt können eine strafbare Steuerhinterziehung darstellen, davor kann ich nur warnen. Abgesehen davon ist eine nachträgliche Änderung des betreffenden Steuerbescheides nur dann relativ einfach möglich, wenn er noch nicht bestandskräftig geworden ist, also die Einspruchsfrist noch läuft.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 18.09.2015 | 14:51

Sehr geehrter Herr Bretzel,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Zusätzlich zur Gemeinschaftsküche befinden sich im Zimmer selbst:
Kühlschrank, E-Herd (Kochplatten), Mikrowelle,TV, selbstbezahlter Internetanschluss via UMTS, eigene Möbel, Töpfe, Teller, Besteck und ein Abspül- und Waschbecken.
All die genannten Sachen sind nicht mit vermietet, sondern gehören uns bzw. ihm.
Lediglich die Sanitäranlagen (WC und Dusche) werden gemeinschaftlich mit verwendet.
Die Gemeinschaftsküche existiert zwar (auch im Mietvertrag), wird jedoch nicht verwendet, da alles selbst vorhanden ist.
Das Zimmer ist teilmöbliert, jedoch auch hier haben wir noch eigene Möbel mit eingebracht.

Ist das damit nicht doch ein "eigener Hausstand", der steuerlich anerkannt werden soll bzw. muss?

Die Einspruchsfrist läuft noch, daher ist noch alles möglich.

Zur Entfernungspauschale:
Heißt das nicht Pauschale, weil ich diese pauschal pro Arbeitstag ansetzen kann? Ein km-Nachweis muss doch gar nicht erbracht werden?!?! Im Formular wird lediglich nach der Entfernung vom Hauptwohnsitz und nach der Anzahl der Arbeitstage gefragt; beides kann ehrlich angegeben werden....

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.09.2015 | 15:46

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Auf der von Ihnen geschilderten Basis könnten Sie tatsächlich versuchen, einen zweiten Haushalt anerkennen zu lassen. Ob das Finanzamt dem folgt, kann ich allerdings nicht mit Sicherheit beantworten.

Die Entfernungspauschale pauschaliert nur die Kosten (mit 30 Cent pro Kilometer), nur insoweit ist kein Nachweis erforderlich. Man kann sie aber natürlich nur für tatsächlich durchgeführte Fahrten ansetzen. Wenn ich Ihre Schilderung richtig verstehe, fährt Ihr Sohn von seinem Wohnheim aus zum Ausbildungsplatz, nicht von dem Familienwohnsitz. Insoweit wäre es falsch, die Entfernung von dort anzusetzen. Die Strecke Wohnheim-Ausbildungsplatz kann dagegen angesetzt werden, unabhängig davon, ob zusätzlich noch doppelte Haushaltsführung geltend gemacht wird, oder nicht.

Bewertung des Fragestellers 18.09.2015 | 16:14

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