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Zeugniserteilung

| 04.08.2008 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,
für die Beantwortung folgenden Sachverhalts wäre ich dankbar:

Durch einen Vergleich des Arbeitsgerichtes, welcher Rechtskraft erlangt hat, wurde ich als Arbeitgeber verpflichtet, ein „...qualifiziertes Zeugnis, das sich über Führung und Leistung verhält und dem beruflichen Fortkommen des Klägers förderlich ist.“ auszustellen.
Ich stellte ein qualifiziertes Zeugnis aus, das sich auf eine ausreichende Leistung erstreckte. Dabei wurden nur Formulierungen gewählt, die arbeitsrechtlich zulässig sind. Des weiteren stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Arbeitnehmer nur ein Abgangszeugnis der Berufsschule innehatte, kein Abschlusszeugnis. D.h. er hatte die Berufsausbildung zum Koch nicht abgeschlossen. Dieses wurde mir zu Beginn seiner insgesamt sieben Monatigen Beschäftigungszeit in meinem Betrieb jedoch anders von ihm mitgeteilt. Ein Koch, der nicht Koch ist, erteilte ich im Zeugnis die Berufsbezeichnung „Küchenkraft“.
Nun macht der Anwalt des Klägers geltend, sein Mandant hätte mindestens Anspruch auf ein Zeugnis das eine befriedigende Leistung wiedergibt. Gleichfalls wäre die Berufsbezeichnung Koch zu verwenden. Er schickte mir auch gleich einen Entwurf des Zeugnisses mit, In diesem werden Formulierungen wie „…erledigte die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit,; …mit der Güte seiner Arbeitsergebnisse waren wir jederzeit besonders zufrieden.“ verwendet. Das geht m.E. weit über die „befriedigende“ Leistungsbeurteilung hinaus. Ich habe mich schon gebeugt um kein mangelhaftes Zeugnis auszustellen, dieses wäre mehr als verdient, aber nun einen Lobgesang zu verbreiten, wäre ein glatter Verrat an jeden nachfolgenden Arbeitgeber. Das die Leistung des Arbeitnehmers mangelhaft war, ist keine subjektive Einzelbeurteilung meinerseits, sondern belegbar.
Daher meine Fragen:
Muss ich die Berufsbezeichnung Koch verwenden für jemanden der offensichtlich nicht Koch ist? Im ursprünglichen Arbeitsvertrag habe ich die Berufsbezeichnung in gutem Glauben aufgenommen.
Muss ich mein Zeugnis berichtigen obwohl seine Leistungen noch weit unter dem meines ausreichenden Zeugnisses lagen? Damit wäre ich dann zum „Lügen“ aufgefordert!
Ich bedanke mich im voraus für Ihre Bemühungen.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Sie stehen hier vor dem Konflikt, dass der
berufliche Werdegang der Mitarbeitenden nicht behindert werden
darf, und dem Anspruch, dass zukünftige Arbeitgeber ein klares Bild über das Arbeitsverhältnis vermittelt bekommen müssen. Insofern ist es häufig schwierig das "Wohlwollen" und die Warheit zu vereinen. Wie Sie aber richtig erkant haben, darf der zukünfigen AG nicht getäuscht werden, insbesondere dürfen Sie nicht lügen. Tätigen Sie im Rahmen der Zeugniserteilung falsche Angaben, haften Sie im Zweifel hierfür.

Die Standardformulierungen des gegnerischen Rechtsanwaltes sind mit den Noten 1-2 zu bewerten. Trifft dies nicht die Leistung des AN, dürfen Sie dies Formulieruung auch nicht übernehmen.

Ebenso verhält es sich m.E. mit der Berufsbezeichnung "Koch". Der neue Arbeitgeber darf hier nicht mit Hilfe Ihres Zeugnisses getäuscht werden, dass es sich um einen ausgebildeten Koch handelt. Hier müss aber eine Bezeichnung gefunden werden, welche zum einen sein Tätigkeitfeld wiedergibt, zum anderen aber klar stellt, dass der AN kein ausgebildeter Koch ist. Die Bezeichung "Küchenhilfe" ist hier aber m.E. nach zu "hart". Sie sollten eine Formulierung finden, welche klarstellt, dass die Tätigkeit eines Koches zwar ausgeübt worden ist, dies aber ohne abgeschlossene Berufsausbildung geschehen ist.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie versuchen mit der Gegenseite eine Einigung erzielen. Sie können aber klarstellen, dass Sie keine Unwahrheiten schreiben werden und ein Zeugnis nur im vertretbaren Rahmen erteilen werden. Die vorgegebenen Formulierungen sind unakzeptabel.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Günthner
Rechtsanwalt

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