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Zeugnis der Ausbildung

| 27.09.2016 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Im 06/2013 habe ich meine Ausbildung beendet und war 6 weitere Monate in der Kanzlei beschäftigt. Seit Dezember 2015/Januar 2016 versuche ich mit Briefen&Fristsetzungen sowie Telefonate an ein Zeugnis zu kommen. Wie kann ich weiter vorgehen, da ein Zeugnis unter anderen vom neuen Arbeitgeber benötigt wird. Der Arbeitgeber steht in der Pflicht sowie läuft die Verjährungsfrist Ende d. Jahres aus.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten möchte:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder des Ausbildungsverhältnisses ein Zeugnis zu erteilen.

Erteilt der Arbeitgeber bei Beendigung kein Zeugnis, ist er zunächst unter angemessener Fristsetzung aufzufordern, ein Zeugnis zu erstellen. Kommt der Arbeitgeber dieser Aufforderung nicht nach, kann beim Arbeitsgericht Klage erhoben werden, um den Zeugnisanspruch durchzusetzen.

Da Sie mitteilen, dass Sie Ihren ehemaligen Arbeitgeber bereits erfolglos Fristen zur Erteilung des Zeugnisses gesetzt haben, wären also folgende, weitere Schritte angebracht.

Der Arbeitgeber sollte nochmals zur Erteilung des angeforderten Arbeitszeugnisses mit einer letzten Frist und einer ausdrücklichen Klageandrohung aufgefordert werden. Um dieser Aufforderung mehr Nachdruck zu verleihen, sollte diese Aufforderung durch einen Anwalt erfolgen.

Reagiert der Arbeitgeber auch darauf nicht, wäre der nächste Schritt die Zeugnisklage beim Arbeitsgericht. Auch hierbei sollten Sie sich anwaltlich vertreten lassen.

In diesem Zusammenhang ist jedoch vorsorglich darauf hinzuweisen, dass der Arbeitgeber zwar zur Erteilung des Zeugnisses verpflichtet ist, aber nicht zur Übersendung desselben an den ehemaligen Mitarbeiter. Der Zeugnisanspruch des Mitarbeiters ist eine Holschuld, sodass der Arbeitgeber seiner Pflicht bereits nachkommt, wenn er das Zeugnis innerhalb der gesetzten Frist zur Abholung bereit legt. Würde sich der Arbeitgeber im Prozess mit ausreichenden Beweisen darauf berufen, dass er das Zeugnis rechtzeitig erteilt und Sie zur Abholung aufgefordert hat, Sie aber das Zeugnis nicht abgeholt haben, würde eine Zeugnisklage scheitern.

Darüber hinaus ist bei einer Klageerhebung zu beachten, dass die Arbeitsgerichte recht häufig verlangen, dass die Zeugnisklage zeitnah zum Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis erhoben wird, da ansonsten eine Verwirkung eintritt. Auch wenn es für eine Verwirkung keine festen Fristen oder Zeitrahmen gibt, sehen manche Arbeitsgericht den Zeugnisanspruch bereits 6 Monate nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses für verwirkt an, wenn der Arbeitnehmer in der Zeit kein Zeugnis vom Arbeitgeber verlangt hat.

Da Ihr Arbeitsverhältnis bereits Ende 2013 endete und Sie erst seit Dezember 2015 / Januar 2016 das Arbeitszeugnis von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber verlangen, besteht also ein nicht unerhebliches Risiko, dass ein Arbeitsgericht den Zeugnisanspruch als verwirkt ansieht und eine Zeugnisklage schon aus diesem Grund abweist.

Bevor Sie daher den letzten Schritt einer Zeugnisklage beim Arbeitsgericht gehen, sollten Sie die Erfolgsaussichten unbedingt tiefergehend prüfen lassen. Dazu sollten Sie sich einen Anwalt oder eine Anwältin vor Ort wenden, die die Entscheidungspraxis des für Ihre Klage zuständigen Arbeitsgerichts kennt und einschätzen kann. Eine Niederlage vor Gericht würde Ihnen nicht weiterhelfen und nur unnötige Kosten bereiten.

Ich hoffe, Ihre Frage damit verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Bewertung des Fragestellers 29.09.2016 | 07:04

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