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Zentralabitur NRW 2016 - Bestehensprüfung mit Frage, die nicht in Vorgaben steht

14.06.2016 11:54 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


Zusammenfassung: Prüfungsstoff bei einer Abiturprüfung und Möglichkeiten eine mündliche Prüfung anzufechten.

Hallo,

ich musste aufgrund zu hoher Punkteabweichung in eine mündliche Bestehensprüfung - auch um eine höhere Punktzahl und somit die Mindestpunktzahl in diesem Fach für das Bestehen des Abiturs zu erlangen.

Ich habe mich gut vorbereitet und war mir auch sehr sicher, bis eine Frage zu einem Thema kam, das zwar (sehr kurz) im Unterricht behandelt wurde, aber nicht in den Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen steht. Der Lehrer wies aber zuvor auf diese Vorgaben hin und auch in persönlichen Gesprächen, wo ich nachfragte, was gefordert sei, wurde dieses Teilthema nicht erwähnt.

In der Prüfung selbst konnte ich zu dem Thema dann nichts sagen und war weiterhin sehr verunsichert. Die Benotung reichte nicht zum Bestehen aus. Zuhause schaute ich mir dann die Vorgaben an und ging am Folgetag zur Schule und wies sie darauf hin, dass sich dieses Thema nicht in den offiziellen Vorgaben finden lässt. Mir wurde gesagt, dass, wenn es im Unterricht behandelt wurde, auch Teil der Prüfung sein darf.

Ich möchte nun bitte wissen:
Dürfen Themen, die nicht in den offiziellen Vorgaben stehen, abgefragt werden? D.h. sind die Vorgaben das absolute Maß der Dinge oder haben Lehrer tatsächlich noch einen Spielraum, um eigene Themen einzubinden?

Und falls der Lehrer dennoch rechtmäßig gehandelt hat:
Kann ich mich noch anders gegen die Benotung zur Wehr setzen, indem ich bspw. sage, dass ich mich unfair behandelt fühle?

Das Anliegen ist mir sehr wichtig, denn von der Note hängt mein Abitur ab und wenn dieses Thema aus der Benotung rausfallen würde, dann würde ich es wahrscheinlich auch bestehen.

Vielen Dank im Voraus.
14.06.2016 | 14:07

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragensteller,

anhand der mir vorliegenden Informationen kann ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Prüfungsstoff
Nach Ihren Schilderungen dürfen nur Themen angefragt werden, die in den offiziellen Vorgaben stehen.

Diese Aussage ist so nicht zutreffend. Der Prüfungsstoff setzt sich auch aus Themen zusammen, die im Unterricht behandelt worden sind. Insoweit muss aber die Schule bzw. Schulbehörde nachvollziehbar vorgetragen, dass diese Thema Bestandteil des Lehrplans ist bzw. war. Die Rechtsprechung zu Abiturprüfungen geht insoweit davon aus, dass die Schüler viele Informationen zum Prüfungsstoff naturgemäß während des Unterrichts erhalten, andere Antworten sind im Rahmen eines Transfers abzuleiten.

2. Andere Möglichkeiten des Rechtsschutzes
Ob Sie andere Möglichkeiten haben, um gegen die Bewertung vorzugehen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Insoweit ist es ratsam, Widerspruch gegen die Prüfung einzulegen und Akteneinsicht in das Prüfungsprotokoll zu beantragen. Erst dann ist es möglich zu prüfen, ob erhebliche Verfahrens- und/oder Beurteilungsfehler vorgelegen haben.

Das Prüfungsprotokoll muss hinreichend erkennen, welche Antworten sie auf die gestellten Fragen gegeben haben und inwieweit Fragen nicht bzw. nicht vollständig beantwortet worden sein sollen. Welchen Mindestinhalt ein Prüfungsprotokoll haben muss, ergibt sich – sofern spezielle Regelungen in der jeweiligen Prüfungsordnung fehlen – aus allgemeinen prüfungsrechtlichen Grundsätzen. Danach sind in aller Regel lediglich die teilnehmenden Personen, der Prüfungsstoff oder die Prüfungsaufgaben, die Dauer und der wesentliche Verlauf der Prüfung anzugeben.

Soweit Sie einen Verfahrensfehler rügen, ist auf Folgendes hinzuweisen:
Ein mit einem Verfahrensfehler begründeter Anspruch auf Wiederholung der Prüfung setzt grundsätzlich voraus, dass der geltend gemachte Mangel im Prüfungsablauf gegenüber der die Prüfung durchführenden Behörde unverzüglich gerügt wurde, um so derartige Mängel frühzeitig beheben und damit zugleich verhindern zu können, dass der betroffene Prüfling die Prüfung zunächst fortsetzt und das Prüfungsergebnis abwartet, um sich dann durch die nachträgliche Geltendmachung eines Verfahrensfehlers eine ihm an sich nicht zustehende weitere Prüfungschance zu verschaffen, was im Verhältnis zu den anderen Prüflingen den Grundsatz der Chancengleichheit verletzen würde (vgl. hierzu grundlegend BVerwG, Urteil vom 22. Juni 1994, 6 C 37.92, BVerwGE 96, 126, 129 f. m.w.N.; vgl. insbesondere zum Erfordernis der unverzüglichen Rüge der Voreingenommenheit von Prüfern und von Ausbildungsmängeln VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 3. Juli 2012, 9 S 2189/11, zit. n. juris, Rn. 19, 30, m.w.N.).

Daher wäre zu prüfen, ob es ggf. währen der Prüfung einen erheblichen Verfahrensfehler gegeben hat (Baulärm etc.). Selbst wenn jedoch dieser vorhanden sein sollte, dürfte eine nachträgliche Rüge nicht mehr unverzüglich erfolgt sein.

Ich rate Ihnen daher, zumindest Widerspruch gegen das Ergebnis der Abiturprüfung einzulegen, Akteneinsicht in das Prüfungsprotokoll zu beantragen und prüfen zu lassen, ob erhebliche Verfahrens- und/oder Beurteilungsfehler vorliegen, die zu einer Wiederholung der Prüfung führen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Reckling
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verwaltungsrecht


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