Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zeitwert für Fahrrad nach Unfall mit LkW

14.08.2009 13:52 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Mein Fahrrad (19 Monate alt, Neupreis 620,- EUR zzgl. 70,- EUR Finanzierungskosten) wurde auf öffentlichem Straßenland, an einem Fahrradständer angeschlossen, durch ein gewerbliches Fahrzeug beschädigt. Da ich nicht erreichbar war hinterließ der Fahrer einen Zettel mit den Kontaktdaten. Seinerseits leitete er den Unfall an seine Firma weiter, die wiederum ihren Versicherer einschaltete. Ich ließ das Fahrrad bei einer Werkstatt überprüfen, die einen Totalschaden diagnostizierte, da der Rahmen verzogen ist. Nach Einreichen der Unterlagen stand mir der Versicherer 230,- zeitwerten Schadenersatz zu. Die Ermittlung der Summe erscheint mir recht willkürlich. Da ich dies so nicht akzeptierte wurde nachgebessert. Nun habe insgesamt 310,- EUR erhalten. Aber auch das erscheint mir viel zu wenig, da einen adäquaten gebrauchten Ersatz zu finden fast unmöglich sein dürfte. Im Fahrradsektor gibt keinen vergleichbaren Markt, wie z.B. beim Auto. Daher käme Schlußfolgerlich nur ein Neukauf in Frage, bei dem ich aber noch mal 310,- EUR zuzahlen müsste. Wie sehen meine Chancen aus, das Resultat anzufechten und wie sollte der Zeitwert rechtssicher ermittelt werden?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Aufgrund des Totalschadens haben Sie einen Anspruch auf Ersatz des Wiederbeschaffungswertes Ihres Fahrrades abzüglich des Restwertes. Eine möglichst genaue Schadenshöhe wird wohl nur durch ein von einem Fahrradsachverständigen erstellten Schadensgutachten festgestellt werden können. Vor einer Auftragsvergabe sollten Sie sich die Kostenübernahme durch die gegnerische Versicherung bestätigen lassen, da Gutachterkosten von der Versicherung i.d.R. nur übernommen werden, wenn die Bagatellschadensgrenze von ca. EUR,- 500 überschritten wird oder wenn der Schaden am Rad nicht ohne sachverständige Beurteilung herauszufinden ist.

Im Übrigen ist es zutreffend, dass praktisch kein Gebrauchtradmarkt besteht und der Geschädigte sich regelmäßig ein neues Ersatzrad kaufen muss, so dass die Zahlungen der Versicherung stets hinter dem Preis für ein Ersatzfahrrad zurückbleiben. Es ist daher fraglich, ob die nicht geplante Investition für ein neues Ersatzfahrrad einen Schaden in rechtlichem Sinne darstellt. Hiergegen wird eingewandt werden können, dass das neue Rad mehr wert ist als das gebrauchte Unfallrad. Da hierzu - soweit ersichtlich - keine einschlägige Rechtsprechung vorliegt, werden die Erfolgsaussichten eines Prozesses nicht sicher beurteilt werden können. Im Ergebnis sollte versucht werden, eine außergerichtliche Einigung mit der Versicherung aufgrund eines Schadensgutachten zu erzielen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
J. Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.08.2009 | 12:33

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Meine Zusatzfrage fällt nicht ganz in den Bereich des Versicherungsrechtes aber Sie können diese sicherlich trotzdem beantworten. Erfüllt das Verhalten des Fahrers den Tatbestand der Fahrerflucht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.08.2009 | 15:57

Sehr geehrter Fragesteller,

Fahrerflucht liegt nach § 142 StGB vor, wenn ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen. Gleichermaßen wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich nach Ablauf der Wartefrist oder berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht. - Die Dauer der Wartepflicht wird von den Gerichten unterschiedlich beurteilt, wobei innerorts bei Tag eine Wartezeit von mind. ca. 30 bis 40 Minuten auszugehen ist. Hat der LKW-Fahrer diese Wartepflicht nicht erfüllt, wird er sich grundsätzlich nicht mit Erfolg darauf berufen können, am Unfallort einen Zettel mit seiner Adresse hinterlassen zu haben, wenn er sich darüber hinaus nicht auch mit der Polizei in Verbindung gesetzt hat, zumal kaum von einem Bagatellschaden ausgegangen werden kann. Eine Strafbarkeit des LKW-Fahrers wegen Unfallflucht wird daher in Betracht kommen. Nach einer Anzeige wird im Rahmen des Ermittlungsverfahrens u.a. geprüft werden, ob die Schadenshöhe für den LKW-Fahrer von Anfang an erkennbar war und ob er ggf. irrtümlich von einem Bagatellschaden ausgegangen ausgegangen ist.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

Ergänzung vom Anwalt 14.08.2009 | 16:10

Ergänzend weise ich darauf hin, dass Sie neben dem Zeitwert einen Anspruch auf Nutzungsausfall sowie eine Kostenpauschale von EUR 25,- haben. Falls Sie einen Anwalt mit Ihrer Interessenvertretung beauftragen, muss die gegnerische Haftpflichtversicherung auch dessen Kosten zahlen. Vorsorglich sollten Sie der Abrechnung der Versicherung widersprechen und mitteilen, dass Sie die Zahlung von EUR 310,- nur als Vorschuss ansehen. Im Übrigen wird zu prüfen sein, ob trotz des Totalschadens eine Reparatur durchgeführt wird, was in der Regel dann beansprucht werden kann, wenn die Reparaturkosten laut Gutachten 130% des Wiederbeschaffungswerts (Zeitwert) des Fahrrades nicht übersteigen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68199 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Fall schien ziemlich eindeutig zu liegen, sodass eine relativ kurze Antwort voll zufriedenstellend war und meinerseits auch keine Rückfragefunktion genutzt werden musste. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich denke meine Fragestellung war nicht so ganz einfach zu beantworten.Möglicherweise ging ich auch von einem unzutreffenden Sachverhalt aus (Beschluss Bundesverwaltungsgericht).In sofern bin ich mit der Beantwortung etc sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke, Top service. ...
FRAGESTELLER