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Zeiterfassung


02.02.2007 13:59 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Hallo,

meine Frau arbeitet in einem Unternehmen, dass sich selbst ein Programm zur Zeiterfassung gebastelt hat. Nun stellt sich folgendes Problem: Diese systemseitige Zeiterfassung rechnet in Dezimalzahlen, beispielsweise man hat 8 Stunden und 46 Minuten gearbeitet, so wären dass 8,77 in Dezimalzahlen. Meiner Frau sind dabei Ungereimtheiten aufgefallen. Um bei dem genannten Beispiel zu bleiben, werden in diesem System nicht 8,77 erfasst, sondern nur 8,75, etc. Das hat dazu geführt, dass auf Nachfrage meiner Frau die Information gegeben wurde, dass diese Abweichungen darauf zurück zu führen seien, dass das System millisekundengenau arbeitet, also beispielsweise, wenn man sich genau um 7 Uhr einloggt, dass das dann im Hintergrund jedoch 7 Uhr und 31 Sekunden seien. Bei meiner Frau ist dadurch für das vergangene Halbjahr eine Differenz von über 30 Minuten entstanden. Nun unsere Frage: Ist eine millisekundengenaue Zeiterfassung zulässig? Und hätten die Mitarbeiter dieser Firma nicht auf diesen Umstand hingewiesen werden müssen? Für Ihre Antwort im Voraus vielen Dank.

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Sehr geehrter Fragesteller,

über die Art und Weise der Arbeitszeiterfassung gibt es keine gesetzlichen Regelungen. Dementsprechend ist auch eine millisekundengenaue Erfassung rechtmäßig.

Die Einführung von technischen Zeiterfassungssystemen unterliegt allerdings der Mitbestimmung des Betriebsrates, sofern ein solcher im Unternehmen existiert. Die Zustimmung des einzelnen Arbeitnehmers ist nicht erforderlich; es handelt sich um keine wesentliche Änderung der Vertragsbedingungen.

Das Problem liegt nach meiner Ansicht nicht in der millisekundengenauen Erfassung der Zeiten, sondern in der Umrechnung in Dezimalzahlen. Ich gehe davon aus, dass es hier zu Rundungsdifferenzen kommt.

Solche Differenzen sind nicht hinzunehmen, wenn sie wesentlich sind. Der Arbeitgeber hat dann dafür zu sorgen, dass das Erfassungssystem richtig funktioniert und muss das System umstellen.

Um die Unrichtigkeit nachzuweisen, müsste Ihre Frau allerdings darlegen, wann Sie tatsächlich gearbeitet hat. Wenn sich diese Zeiträume zweifelsfrei aus der Erfassung entnehmen lassen und ausschließlich die Umrechnung falsch ist, kann der Arbeitgeber zur Korrektur aufgefordert werden. Eine Differenz von 31 Sekunden bei einem einmaligen Einloggen ist sicherlich erheblich.

Werden hingegen die Zeiten falsch erfasst, müsste Ihre Frau die korrekten Zeiten darlegen und beweisen. Dies dürfte nachträglich nur schwierig möglich sein, falls keine eigenen Aufzeichnungen vorliegen. Deren Richtigkeit könnte der Arbeitgeber zudem bestreiten.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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