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Zeitarbeit & Gründe für Fristlose Kündigung


08.12.2007 12:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Guten Tag,

ich bin bei einem großen Zeitarbeitsunternehmen (Arbeitnehmerüberlassung) "R." beschäftigt. Mein Vertrag ist bis zum 31.12.2007 befristet, gleichzeitig läuft auch noch die Probezeit bis zu diesem Datum.

Die Firma R setzt mich dauerhaft bei einem Ihrer Kunden "T", einem Call-Center ein. Es ist anzumerken, dass dieser "Arbeitsplatz" für mich nur zur Überbrückung der Zeit bis zum Beginn einer neuen Ausbildung im Jahre 2008 dienen sollte.

Gestern (Freitag) ereignete sich beim Kunden T folgende Situation:

Ein Supervisor des Kunden T bat mich zu sich. Er eröffnete mir, dass er meine "Stundenzettel" mit meinen eingeloggten Zeiten in dem Telefonanlagensystem verglichen hat und Abweichungen feststellte. Hierbei hätte er Abweichungen im Laufe der letzten Woche von über 30 Minuten festgestellt.
Damit bezichtigte er mich, obwohl er dieses Wort geschickt umschrieb, des Betruges.
Indirekt drohte er mir Konsequenzen an, indem er sagte das deswegen schon andere Mitarbeiter fristlos gekündigt worden wären.

Tatsächlich sind diese Abweichungen übrigens damit zu erklären, dass ich nach dem ausloggen aus dem Telefonanlagensystem noch arbeiten wie z.b. das Buchen von aquirierten Aufträgen oder anderen technischen Dingen im Datensatz des jeweiligen Kunden der Firma erledigte. Weiterhin überschritt ich an einem bestimmten Tag meine Mittagspause um 6 Minuten.

Sicherlich erscheint dieser Vorfall hier beim lesen nicht weiter schlimm, jedoch ist es schwierig die Gesamtsituation zu erfassen wenn man nicht dabei war. Primär könnte man sagen, dass ich einfach nicht irgendwo arbeiten kann wo ein derartiger Vertrauensmangel in meine Person herrscht.

Folgende Frage nun:

Ich möchte aufgrund dieses Vorfalls mit sofortiger Wirkung nicht mehr bei der Firma T eingesetzt werden. Ich bringe es auch nicht mehr fertig, bei der Firma T anzurufen.

Am heutigen Samstag bin ich nicht zur Arbeit bei T erschienen. Die Zeitarbeitsfirma R habe ich weder gestern noch heute telefonisch erreicht, allerdings habe ich bei meinem zuständigen Disponenten eine kurze Nachricht auf dem Handy hinterlassen. Auch am morgigen Sonntag werde ich bei dem Zeitarbeitsunternehmen R niemanden erreichen. Erst am Montag wird dies möglich sein.

Die Erhaltung meines Arbeitsplatzes bei R interessiert mich nicht, einen solchen Arbeitsplatz mit integriertem Niedriglohn findet man an jeder Straßenecke.

Mir geht es um die Vermeidung von Schadensersatzansprüchen von Seiten der Firma R. Kann ich aufgrund dieses Vorfalls gegenüber R argumentieren, dass ich entweder MIT SOFORTTIGER WIRKUNG woanders eingesetzt werden möchte oder fristlos kündige OHNE mich Schadensersatzpflichtig zu machen?
Wie müsste R überhaupt vorgehen wenn man mich Schadensersatzpflichtig machen will?

Heute fehle ich ja bereits unentschuldigt, am morgigen Sonntag wäre sowieso kein Dienst bei T angesetzt. Wäre es ggf. hilfreich mich noch krankschreiben zu lassen?

Der Rechtsanwalt/die Rechtsanwältin der/die diese Frage beantwortet, sollte auch geneigt sein mich im Fall des Falles zu vertreten, eine entsprechende RS Versicherung ist gegeben.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Schadenersatzpflichtig machen Sie sich grds. immer dann, wenn Sie gegen Regelungen Ihres Arbeitsvertrages verstoßen und beim Arbeitgeber dadurch ein Schaden entsteht.

Sofern jedoch ein berechtigter Grund hinsichtlich eines Verstoßes gegen den Arbeitsvertrag besteht, ist keine Schadenersatzpflicht anzunehmen.

Vorliegend kann ein solcher Grund durchaus darin bestehen, wenn Ihr Arbeitgeber Sie einer Straftat unrechtmäßig bezichtigt. Jedoch müssten Sie diesen Vorwurf im Ernstfall vor Gericht beweisen.

Sie sollten den Arbeitsvertrag aufgrund des Vorfalls fristlos kündigen und hilfsweise, für den Fall der Unwirksamkeit der Kündigung, Ihre Arbeitskraft anbieten. Gleichzeitig sollten Sie Ihren Vertrauensverlust schildern. Es ist zu erwarten, dass der Arbeitgeber Sie aufgrund dieser Umstände gar nicht weiter beschäftigen will.

Sofern aufgrund des Vorfalls möglicherweise eine psychische Beeinträchtigung eingetreten ist, kann eine Krankschreibung denkbar sein.

Will der Arbeitgeber tatsächlich Schadenersatzansprüche geltend machen, dann muss er einen Schaden nachweisen, wenn er zB. Ersatzpersonal einstellen musste, dass teurer als Sie ist.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiter, auch für die Vertretung gegenüber Ihrem Arbeitgeber zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtbuero24.de


Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2007 | 14:55

Guten Tag,

ich danke für die rasche Antwort.

Leider haben Sie jedoch die Situation nicht berücksichtigt, dass mich NICHT mein AG indirekt der Straftat des Betruges bezichtigt hat. Ich wurde ja von dem Entleiher (Kundes des AG) dieser Straftat bezichtigt.

Die Frage stellt sich, ob mich mein AG (Zeitarbeitsfirma R) Schadensersatzpflichtig machen kann aufgrund der Tatsache das ich heute nicht mehr beim Kunden T erschienen bin und dort auch nicht mehr erscheinen werde.

Bis jetzt konnte ich noch nicht mit meinem AG sprechen (am WE nicht erreichbar wie gesagt) werde aber das ganze zu Papier bringen und unter Zeugen heute Abend in den Briefkasten des AG einwerfen.

Grundsätzlich werde ich meinem AG anbieten mich bei einem anderen Kunden einzusetzen oder das Arbeitsverhältnis im gegenseitgem Einvernehmen aufzulösen.

Ich möchte aber halt Wissen wie sich die Situation im Ernstfall darstellt, wenn R wirklich Schadensersatzansprüche geltend macht...

Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2007 | 15:12

Sehr geehrter Fragesteller,

zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber (R) gilt eine ähnliche Regelung. Die Kündigungsgründe gegenüber (T) können sie auch (R) entgegenhalten. Näheres ergibt sich auch aus Ihrem Arbeitsvertrag mit (R).

Eine Schadenersatzpflicht gegenüber (R) entsteht ebenso dann, wenn Ihr Verhalten pflichtwidrig wäre, also Ihre Vereinbarung mir (R) nicht einhalten.

Dabei haben Sie zuerst eine Pflicht gegenüber (R) den Vorfall zu melden, sofern möglich. Sodann muss (R) Ihnen gegenüber entscheiden, ob eine Weiterarbeit zumutbar ist. Ist sie dies nicht, kann (R) auch keinen Schadenersatz verlangen. Hinsichtlich der Zumutbarkeit gilt oben Genanntes.

Sie können mir gerne auch die Vereinbarungen mit (R) per Email zusenden, evtl. ergeben sich hieraus weitere Aspekte, um eine präzisere Antwort zu geben.

Der Vorschlag der anderweitigen Arbeit oder der Auflösung ist ein Gedanke, den Sie umsetzen sollten.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiter zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.rechtsbuero24.de

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