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Zeitarbeit ; Fahrgeld


| 22.10.2005 12:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Hallo ,
habe paar Fragen zum Thema Zeitarbeit .
Zur kurzen Information:
Bin seit 14 Tagen beschäftigt in einem Zeitarbeitsbetrieb , habe bei der Einstellung angegeben das ich ein PKW besitze und einen Führerschein der alten Klasse 3. Die Zeitarbeitsfirma hat den Arbeitsvertrag auf grundlage des Manteltarifsvertrag zwischen der IGZ e.v. und der Tarifgemeinschaft der Mitgliedsgewerkschaften des DGB geschlossen.
Entfernung Wohnsitz zur Zeitarbeitsfirma : 25 km
Entfernung Zeitarbeitsfirma zum eingesetzen Betrieb : 70 km
Entfernung Wohnsitz zum eingesetzen Betrieb : 90 km

Meine Fragen :
1) Steht mir ein Fahrgeld zu ?

2) Meine Zeitarbeitsfirma sagte Fahrgeldleistungen seien freiwillig und sie würden nur zahlen (7,50 Euro täglich) wenn ich Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirma mitnehmen würde und auch zuhause abholen würde . ( bei einfacher Wegstrecke ca 30 km Umweg und ca 45 mehr zeit ). d.h täglich ca 60 km mehr Wegstrecke und ca 1,5 h zeitverlust

3) Gibt es eine Regelung bezügl. des Verpflegungsmehraufwand ?
Ich bin wenn ich alleine fahre ca 11 h ausser haus , ( 1,5 h anfahrt , 8 h Arbeitszeit , 1,5 h Heimfahrt )
Sollte ich Leute mitnehmen und abholen müssen ca 12.5 h

Steht mir ein VMA zu ?


Ich habe ein PKW mit ca 10 l/100km (Super benzin) durchschnittsverbrauch.
Bei 20 Arbeitstagen im Monat ca.360 l * 1,35 Euro = 486 Euro
Ich verdiene dort ca 1100 Euro/brutto. Unterm Strich lege ich drauf da alle anfallenden Reperaturen des PKW´s , Wartungen , Verschleißteile ebenfalls zu meinen lasten fallen , vom Wertverlust ganz zu schweigen.

Kann leider nur 25 Euro einsetzten , hoffe das jemand meine Fragen beantworten kann .
Wünsche ein schönes Wochenende und verbleibe mit freundlichen grüßen

PS.
Weder im Arbeitsvertrag noch im Manteltarifsvertrag ist das Fahrgeld bzw der VMA aufgeführt

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

da hier weder eine arbeitsvertragliche noch eine tarifvertragliche Vereinbarung über Fahrtkosten und Mehraufwand vorliegt, kann ich Ihnen anhand der von Ihnen mitgeteilten Angaben leider nicht viel Hoffnung machen.

Es besteht weder eine zivilrechtliche noch eine arbeitsrechtliche Bestimmung oder eine entsprechende höchstrichterliche Entscheidung, wonach in Ihrem Fall diese Kosten erstattet werden müssten.

Insbesondere liegen hier keine besonderen Voraussetzungen vor, unter denen Fahrtkosten und eine Pauschale für Verpflegungsmehraufwand und die Abnützung des privaten Pkw zu erstatten wären (z.B. Einsatzgebiet nicht am Arbeitsort; Tätigkeit als Betriebsrat; oder auch die von Ihrem Arbeitsvermittler angesprochene freiwillige Übernahme bei Beförderung anderer Arbeitskräfte; u.s.w.).

Mangels besonderer Regelung sind solche Zusatzleistungen rein freiwillig und sind ansonsten bereits mit dem vereinbarten Lohn abgegolten.

Auch die Ihnen eröffnete steuerrechtliche Möglichkeit, all diese Kosten als Werbungskosten von Ihrer Einkommenssteuer abzusetzen, wird Ihnen voraussichtlich nicht nützen, da Sie den in die Lohnsteuertabellen bereits eingearbeiteten Freibetrag von € 920 jährlich an nachgewiesenen Werbungskosten insgesamt überschreiten müssten, um wenigstens einen gewissen Ausgleich zu erhalten.

Es bleibt Ihnen somit nur die Möglichkeit, mit Verhandlungsgeschick unter Darlegung Ihrer verhältnismäßig hohen Aufwendungen noch im Nachhinein oder zumindest für die Zukunft bei weiteren Beschäftigungsverhältnissen eine höhere Entlohnung insgesamt zu erreichen.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben, auch wenn sie inhaltlich Ihren Erwartungen eher weniger entspricht.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.10.2005 | 21:51

Hallo ,
erstmal herzlichen Dank für die schnelle Antwort .
Eine kleine Frage hätte ich noch bezügl den besonderen Voraussetzungen . Mein Arbeitgeben sitzt 25 km von mir entfernt , meine derzeitige Arbeitsstelle jedoch 90 km , sind das keine besonderen Voraussetzungen ? Bis wieviel km dürfte der Arbeitgeben mich wegschicken ? Irgendwo muß es doch eine zumutbarkeitsgrenze liegen?

So wie ich das sehe wird es besser sein ich lasse mich krankschreiben und warte auf die Kündigung. Bei ALG2 kann ich wenigstens überleben, bei dieser Zeitarbeit mit ca 900 Euro netto und alleine Spritkosten von knapp 500 Euro wüßte ich nicht wie ich das hinbekommen soll.
Kann ja eigentlich nicht angehen das zuhause sitzen besser "bezahlt" wird als wenn man versucht auf die Beine zu kommen.
Nun ja , trotzdem vielen Dank für die rasche Bearbeitung .
Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.10.2005 | 22:39

Sehr geehrter Ratsuchender,

leider kommt Ihnen die Gesetzeslage hier nicht entgegen, egal wie weit Ihr Wohnsitz bzw. der Sitz der Zeitarbeitsfirma von dem des Arbeitgebers entfernt ist.

Natürlich darf Ihr Arbeitgeber Sie nicht ohne Erstattung von Auslagen an beliebigen Orten außerhalb seiner Niederlassung einsetzen (was hier aber gerade nicht der Fall ist), jedoch sehr wohl die Zeitarbeitsfirma im Rahmen des mit Ihnen eingegangenen Vermittlungsverhältnisses.

Von Ihrem Arbeitgeber können Sie von Gesetztes wegen also nur zusätzliche Fahrtkosten etc. zu Einsatzorten außerhalb des vertraglichen Ortes der Arbeitsleistung fordern. Ansonsten können Sie nur versuchen, entsprechend nachzuverhandeln.

Soweit sich nicht innerhalb der Regelungen des Vermittlungsvertrages noch eine Möglichkeit findet, die Fahrtkosten von der Zeitarbeitsfirma erstattet zu bekommen (nach Ihrer Schilderung wohl eher nicht), müssten Sie eben dort oder anderweitig noch versuchen, Ihre Arbeitskraft weiter anzubieten, und auf eine Erhöhung Ihrer Arbeitsvergütung hinzuarbeiten.

Die Konditionen von Arbeitsvermittlern sind nun mal sehr hart, leichter haben Sie es aber weder auf dem freien Markt noch als Arbeitsloser. Auch in letzterem Falle müssen Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen und dies auch stetig nachweisen.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Auskünfte Klarheit verschafft haben.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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