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Zaunerrichtung


15.05.2006 13:57 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Betrifft: Baden-Württemberg, Bau eines Holzzauns in 1,50 oder 1,60 m Höhe zwischen zwei Häusern, mit ca 3,10 m Abstand dazwischen. Unser Grundstück: ca. 2 m zur Grenze, Nachbarhaus: ca. 1 m zur Grenze.

Hallo!

Wegen unseres neu angeschafften Hundes (großer Hund) benötigen wir einen Zaun zum angrenzenden Nachbarhaus. Der Nachbar bestand zunächst auf das Setzen von Grenzmarkierungen vom Vermessungsamt. Dies haben wir erledigen lassen. Nun möchte er nicht, dass wir einen (Holz)-Zaun ziehen, da der Abstand seines Hauses nur ca. 1 m zur Grenze beträgt und ihn das stört.

Kann er verlangen, dass wir keinen Holzzaun errichten auf unserem eigenen Grundstück? Bisher besteht keine Einfriedung. Zudem benötigen wir einen Sichtschutz für unsere Terrasse, die wir vorm Haus geplant haben. Dieser wäre mit dem Zaun gegeben.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, dich ich auf Grundlage Ihrer Schilderung wie folgt summarisch beantworten möchte:

Gemäß § 50 Landesbauordnung (LBO) in Verbindung mit Nr. 45 des Anhangs zu § 50 Abs. 1 LBO dürfen Sie grundsätzlich eine Einfriedung in Gestalt eines Zaunes – auch ohne Einhaltung eines Abstands, da diese Reglungen nur für die Erbauung von Gebäuden gelten - errichten. Nach § 903 BGB darf nämlich jeder Eigentümer entlang der Grenze auf seinem eigenen Grundstück Eingrenzungen nach seinen eigenen Vorstellungen errichten. Sie müssen aber darauf achten, dass das nachbarliche Rücksichtnahmegebot nicht verletzt wird. Danach wird die ästhetisch zumutbare Ausgestaltung der Einfriedung geregelt. Ein Nachbar darf entlang der Grundstücksgrenze, aber auf dem eigenen Grundstück keine Einfriedung errichten, die das Erscheinungsbild der ortsüblichen Einfriedung wesentlich beeinträchtigt.

Gibt es in Ihrer Nachbarschaft ähnliche Zäune? In diesem Rahmen kann abschließend nicht beurteilt werden, ob Sie den Zaun errichten dürfen, da es bei der Beurteilung der Ortsüblichkeit auf die Gegebenheiten der näheren Umgebung ankommt. Hierzu können Sie sich beim Bauamt erkundigen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über Ihr Problemfeld geben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.05.2006 | 16:24

Danke für Ihre Erläuterung.

Mein Nachbar beruft sich auf § 3 des Baden-Württembergischen Nachbarschaftsgesetzes - wonach bestimmte Abstände zu Lichtöffnungen zu halten sind. Diese Abstände würden aber zu Lasten unseres Zaunes und Grundstückes gehen, da er ja derjenige ist, der nur einen Meter Abstand zur Grenze hat.

Er hat hinter dem geplantem Zaun ein Fenster, das aber oberhalb des Zaunes liegen würde, und eine Tür zu einer Kammer, die sich problemlos öffnen ließe, der der Abstand zum Zaun ausreichend groß wäre.

Ist unter diesen Umständen trotzdem ein Zaun möglich oder ist mit Streitigkeiten zu rechnen (der übrigens den umgebenden Zäunen optisch ähnelt).

Danke für Ihre Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.05.2006 | 19:55


Sehr geehrte Ratsuchende,

abschließend kann ich den Sachverhalt mangels Kenntnis der Örtlichkeiten leider nicht beurteilen. Es könnte sein, dass Sie den Zaun ggf. ein paar Zentimeter niedriger errichten müssen, weil es auf die Höhe der Zäune in der Umgebung an und nicht auf deren Optik ankommt. Sollten Sie den Zaun höher als üblich errichten, setzen Sie sich dem Risiko eines Rechtsstreits aus. § 3 NachbG kann in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, doch kommt es auf die Umstände an.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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