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Zaun auf Grundstücksgrenze am Hanggrundstück und unterschiedliche Grundstückshöhen


15.10.2006 19:56 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Situation:
Wir wohnen in einem reinen Wohngebiet in 5**** Olpe (NRW).

Zwischen unserem Nachbarn (Mehrfamilienhaus) und uns (EFH) liegen etwa 6m. Die Grundstücksgrenze liegt etwa in der Mitte, also 3m von jedem Haus entfernt.
Beide Häuser sind in Hanglage, sprich die Seite zur Strasse ist höher gelegen als die rückwärtige Seite.

Sowohl auf unseren 3m, als auch auf den 3m des Nachbarn befindet sich eine Auffahrt am Haus vorbei, um die Garage hinter/unter dem Haus zu erreichen.

Während unsere Auffahrt von der Strasse aus in einem stets gleichen Abfallwinkel relativ geradlinig hinter das Haus führt, ist die Auffahrt unseres Nachbarn eher in Form einer Parabel gepflastert (wegen Souterrainwohnung), damit meine ich:
Unser Auffahrt fällt gleichmäßig stark ab, die Auffahrt unseres Nachbarn fällt von der Strasse sehr steil ab, macht dann einen Knick und läuft fast gerade (also horizontal) weiter bis hinters Haus.

Dementsprechend haben die Auffahrten schon vom Pflaster an unterschiedliche Höhen; während sie auf der Strasse in gleicher Höhe beginnen und am Ende auch in gleicher Höhe enden, beträgt der Höhenunterschied zwischen drin bestimmt in der Spitze 1,50m.
Unsere Auffahrt ist durch eine Betonwand gegen das andere Grundstück abgestützt; insofern schaut der Nachbar in der Spitze gegen 1,50m Beton, während wir an gleicher Stelle von unserer Seite gerade mal die Wand am Boden sehen.

Nun zu unserer Frage:
Wir möchten gerne auf die Grundstücksgrenze einen Zaun bauen (Sichtschutz, ca. 24m) und zwar am liebsten in der Höhe von 2,00 - 2,50 m von unserer Seite her gesehen.
Wenn wir aber auf unserer Seite einen 2m hohen Zaun errichten würden, dann würde sich das auf der Nachbarseite gravierend auswirken.
Während am Anfang und Ende der Auffahrt der 2m-Zaun passen würde, würde sich die Sichtebeinträchtigung auf der Nachbarseite in der Zaunmitte auf ca. 3,50m erhöhen (1,50m Betonwand zur Abfangung + 2m Zaun).

Wenn wir uns allerdings an einer maximale Höhe von 2m vom Boden des Nachbarn gemessen orientieren, wirkt das natürlich recht lächerlich, wenn unser Zaun am Anfang und Ende 2m hoch ist und in der Mitte nur 50cm.

Desweiteren haben wir kleine Kinder: Sollte also in der Mitte nur ein 50cm-Zaun erlaubt sein, dann bestünde eine Gefahr, dass die Kinder diesen Zaun überklettern und 2m in die Tiefe fallen; das Risiko wäre bei einem 2m-Zaun natürlich viel geringer.

Meine Frage:
Welche Lösung ist legitim?

Gibt es auch genehmigungsfreie Lösungen, gegen die sich auch der Nachbar nicht "wehren" kann?

Ich habe mal gelesen, dass die erlaubte Höhe vom niedrigeren Grundstück bei 2 m liegt - ist das ein absolutes Maß oder darf ich auch über die Länge einen Mittelwert nehmen, damit meine ich 1,50m über die gesamte Länge? Damit wäre ich am Anfang und Ende der Auffahrt bei 1,50m und in der Mitte bei 3m?
Somit hätte ich wenigstens auf meiner Seite einen immer gleichhohen Zaun.

Anmerkung: Ein Zurücksetzen des Zauns ist aufgrund der Auffahrt nicht möglich.

Vielen Dank für Ihre kompetente Antwort.
Sehr geehrter Ratsuchender,


Nach dem Nachbargesetz NRW gilt eine zulässige Höhe des Schutzzaunes von etwa 1,20 m, wenn sich nicht aus den örtlichen Gegebenheiten in der Umgebung eine höhere ortsübliche Einfriedung feststellen lässt (§ 35 NachbG).

In letzterem Fall bestimmt sich die maximale baurechtlich zulässige Höhe nach § 8 Abs. 11 Nr. 2 der Bauordnung NRW, diese beträgt 2,00 m über der Geländeoberfläche an der Grenze.

Es kommt also zunächst nicht darauf an, wie hoch der Zaun das Nachbargrundstück überragt, sondern auf die Höhe in Relation zu Ihrem Grundstück. Denn den Zweck einer Einfriedung (sowie die Verpflichtung, eine solche zu errichten), unter anderem Schutz vor Gefahren zu gewährleisten, die vom Nachbargrundstück ausgehen, können Sie nach Ihren Angaben nur mit einem Zaun erfüllen, der auf Ihrer Seite eine bestimmte Höhe aufweist.

Allerdings besteht im Nachbarrecht auch ein sogenanntes gegenseitiges Rücksichtnahmegebot, das nach den konkreten Gegebenheiten vor Ort auch für Ihren Nachbarn sprechen könnte, soweit von Ihrer Einfriedung eine Beeinträchtigung ausgehen sollte.
Aber auch dann können Sie verlangen, dass eine (gleichmäßige) Höhe des Zaunes erreicht wird, die an allen Stellen eine Gefahr z.B. für die Kinder ausschließt.

Sie sollten sich zunächst bei der Bauordnungsbehörde Ihrer Stadt erkundigen, welche Zaunhöhe an Grundstücksgrenzen als ortsüblich nicht zu beanstanden ist. Auf dieser Grundlage würde ich an Ihrer Stelle den Nachbarn über Ihr Vorhaben in dem geplanten Umfang (auch schriftlich) informieren und abwarten, ob insoweit Widerstand kommt.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei Ihrem Anliegen zunächst behilflich sein.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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