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Zahnspange ohne Auftrag angefertigt


22.10.2007 21:27 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Sohn muss eine Zahnspange bekommen. Ich war mit ihm bei einer Kieferorthopädin zur Beratung. Nach der medizinischen Erläuterung meinte sie, ich würde einen Kostenvoranschlag bekommen, den ich bei der privaten KV!! einreichen solle. Aber das wäre gar kein Problem. Ich fragte, ob das für heute alles gewesen sei. Sie meinte ja, klären sie die Sache erstmal mit der Versicherung. Wir gingen zur Rezeption. Dort fragte mich die Kieferorthopädin, ob wir schonmal den Abdruck machen wollten. Ich erklärte, dass es für mich eine Zeitersparnis sei, wenn wir das jetzt machen und war mit dem Abdruck einverstanden. Nachdem der Abdruck gemacht wurde, erklärte mir die Artzhelferin, wie es weitergehen würde. Ich würde einen Kostenvoranschlag bekommen und müsste einen Behandlungsvertrag unterschreiben. Erst wenn ich den unterschriebenen Vertrag einreichen würde, würde der Abdruck ans Labor gehen. Vorher nicht. Wir verblieben insoweit, dass ich mich melden würde.

Nun kam der Anruf der Praxis, dass die Zahnspange fertig sei. Ich war total überrascht, da dies noch gar nicht abgesprochen gewesen war. Den Behandlungsvertrag hatte ich nicht unterschrieben und mich sonst nicht gemeldet. Ich hatte mir noch eine 2.Meinung eingeholt und habe auch noch nicht die Kostenzusage der Versicherung.

Mich hat das sehr geärgert. Die Artzhelferin meinte jetzt, ich wäre eindeutig daraufhingewiesen worden, dass das ans Labor gehen würde und die Praxis mich anrufen würde (absolut gelogen). Die Kieferorthopäden meinte nur, dass die Leistung entstanden sei und ich diese bezahlen müsste. Sie meinte ich hätte doch den Abdruck machen lassen, damit die Spange gemacht wird.

Für mich war nicht klar, dass ich mit dem Abdruck gleich die Zahnspange in Auftrag gebe. Der Abdruck wurde nur wegen Zeitersparnis (Berufstätig mit 2 Kindern) gleich mitgemacht.
Was ist, wenn die Versicherung nicht zahlt? Gerade aufgrund dieses zu Beginn der Behandlung unerfreuliches Ereignis, würde ich jetzt lieber woanders hingehen.

Habe ich durch den Abdruck den Auftrag zur Anfertigung (Labor) gegeben?
Schriftlich habe ich keinen Vertrag abgeschlossen. Wer ist bzgl. der mündlichen Absprachen beweispflichtig?
Könnte ich die Zahnspange jetzt akzeptieren und mit dieser zu einem anderen Arzt gehen zur weiteren Behandlung?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar für einen Rat, da ich mich schon auf den Kosten (Labor 950 Euro laut Kostenvoranschlag) sitzen sehe, wenn ich die Zahnspange jetzt nicht nehme.

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
p

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt beantworten:

Sie hätten, dadurch dass der Abdruck gemacht wurde, den Auftrag zur Anfertigung der Zahnspange gegeben, wenn dies mündlich so vereinbart war. Denn Verträge können auch mündlich abgeschlossen werden. Da Sie keinen schriftlichen Vertrag haben – wie Sie schreiben – müsste im Streitfall die Gegenseite (also der Kieferorthopäde) die mündliche Absprache beweisen.

Weiterhin kommt es auf den mit der privaten Krankenkasse abgeschlossenen Vertrag an, ob diese die Arztrechnung zahlt oder nicht. Falls die Kosten für diese Behandlung nicht von Ihrer Versicherung abgedeckt sind, dann wird sie die Arztrechnung nicht begleichen.

Andernfalls, zahlen Sie die Rechnung nicht, wird Sie der Arzt evtl. verklagen, hier müsste er dann – wie bereits erwähnt - den mündlich zustande gekommenen Vertrag beweisen. Meist werden hier von Gerichten Vergleiche abgeschlossen.

Ihnen steht es natürlich frei, die Zahnspange zu nehmen und wegen der weiteren Behandlung einen anderen Arzt zu konsultieren.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Dileyha Altintas
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 23.10.2007 | 07:38

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich gehe auch mal davon aus, dass es bei Gericht eher zu einem Vergleich kommen würde.
Wie ist rechtlich der schriftliche Behandlungsvertrag zu werten. Bin ich dadurch verpflichtet die Behandlung dort bis zum Schluss durchzuführen, so dass ein Wechsel ausgeschlossen ist?

Viele Grüße
p.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.10.2007 | 11:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

der Behandlungsvertrag kann jederzeit vom Patienten aufgehoben werden. Sie können als Privatpatient also nicht nur den Arzt frei wählen, sondern auch jederzeit den Arzt wechseln.

Sie sind demzufolge nicht verpflichtet die Behandlung dort bis zum Schluss durchführen zu lassen.

MfG

D. Altintas

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