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Zahnbehandlung meiner 16 jährigen Tochter

02.09.2014 12:11 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter ist über mich privat krankenversichert. Sie hat eine sehr aufwendige kieferchirurgische Behandlung hinter sich. Zum Abschluss der Behandlung bekam sie von ihrem Zahnarzt noch 4 Zahnersatz-Kronen eingesetzt, in verbliebene Lücken, die zu groß waren umd das mit einer Klammer zu regulieren.

Der Zahnarzt erklärte die Vorgehensweise, über Kosten wurde aber tatsächlich überhaupt nicht gesprochen. Nun habe ich eine Rechnung über 6448,00 Euro erhalten. Die Krankenkasse hat davon kulanterweise 4000,00 Euro übernommen, obwohl das in dieser Höhe nicht nötig war, da kein Kostenplan eingereicht worden war.

Die kieferchirurgischen Kosten waren deutlich höher, die Höhe aber vorher bekannt und so auch von der Krankenkasse übernommen. Der Kiefernchirug hat also, anders als der Zahnarzt, im Vorwege die Kostensituation erläutert.


Daher jetzt meine Frage :

Hat der Zahnarzt einen Anspruch auf die Bezahlung seiner Rechnung? Auch wenn wir dazu kein eindeutiges Vertragsverhältnis eingegangen sind ? Ich würde gerne nur den Betrag erstatten, den die Kasse gezahlt hat. Auch wenn der Betrag unter Abzug eines vertraglichen Selbstbehaltes erfolgt ist, hätte ich meinen Eigenanteil reduzieren können, wenn ich zu einem weniger teuren Arzt gegangen wäre. Das hätte ich mit Sicherheit auch getan, wenn auch nur ansatzweise klar gewesen wäre, welche Beträge dieser Arzt in Abrechnung bringen wird.

Und dann ist nach 2 Wochen auch noch eines dieser Zahnersatz-Kronen wieder herausgefallen und verloren gegangen. Das muss ich jetzt als Reklamation versuchen
wieder neu erstellen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Nasemann
Hamburg


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zwar hat der Arzt gegenüber dem Patienten eine wirtschaftliche Aufklärungspflicht dahingehend, über entstehende Kosten zu informieren. Diese Pflicht besteht jedoch nicht unbegrenzt, sondern nur soweit, wenn der Arzt gegenüber dem Patienten einen Wissensvorsprung besitzt. Dies ist immer eine Einzelfallentscheidung. Hierbei ist zu beachten, dass der Patient grundsätzlich selbst dafür verantwortlich ist, sich über die Erstattungsfähigkeit der konkreten Leistung zu informieren.

Eine gesetzliche Pflicht zur Erstellung eines Heil- und Kostenplans besteht zwar nicht. In Ihrem Fall dürfte der Arzt aufgrund seiner Erfahrung und Kenntnisse über die Notwendigkeit, einen solchen bei der Krankenversicherung einreichen zu müssen, informiert gewesen sein. Meines Erachtens hätte er auf die Erstellung desselben hinwirken müssen. In Anbetracht des hohen und für einen Laien nicht ohne weiteres überschaubaren und absehbaren Kostenrisikos kann hier von der Notwendigkeit ausgegangen werden. Nach einer Entscheidung des OLG Köln sollte es bereits ausreichen, dass der behandelnde Arzt erkennen konnte, dass die Kostenfrage noch nicht abschließend geklärt war. Allerdings weise ich darauf hin, dass dies letztlich von einem Gericht entschieden werden müsste. Zwar halte ich eine Entscheidung zu Ihren Gunsten für überwiegend wahrscheinlich. Eine andere Beurteilung ist allerdings nicht auszuschließen.

Die Aufklärungspflichtverletzung stellte löst einen Schadensersatzanspruch gegen den Arzt aus. Der Schaden deckt sich hierbei mit dem von Ihnen selbst zu zahlenden Selbstbehalt (möglicherweise abzüglich eines mit der Versicherung vereinbarten Selbstbehalts).

Die von Ihnen angesprochene Mangelhaftigkeit der Kronen lässt den Vergütungsanspruch des Arztes hingegen nicht entfallen. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass dem Zahnarzt ggf. auch mehrfach die Möglichkeit einzuräumen ist, diese nachzubessern. Sollte dies nicht gelingen, können Sie die Kronen bei einem anderen Zahnarzt nochmals einsetzen lassen und die Kosten bei dem alten Zahnarzt geltend machen.

Was die Höhe der verlangten Vergütung anbelangt, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden, ob diese ordnungsgemäß bemessen ist. Dies richtet sich nach der GOÄ und hängt von den erbrachten Leistungen ab. Solange die erbrachten Leistungen vereinbart waren, rechtfertigt sich auch die Höhe der Honorarforderungen.

Zuletzt gebe ich noch zu bedenken, dass auch ein Anspruch gegen die Krankenversicherung zu bedenken ist. Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung lässt sich nicht ausschließen, dass hier ein Anspruch entgegen der Darstellung des Versicherers besteht. Hierfür bestehen mehrere Anknüpfungspunkte.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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