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Zahnarztrechnung zu hoch?

| 02.04.2017 09:46 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger


Guten Tag,
ich habe von meinem Zahnarzt einen Kostenvoranschlag/Behandlungsplan erhalten.
Dieser Beläuft sich auf Summe x. Nun ist es so, dass die Rechnung diesen Kostenvoranschlag um ca.33% überschreitet, in Summe macht das ca. 700€ aus.
Die Erhöhung ergibt sich hauptsächlich aus einer dem Zahnarzthonorar, keine Laborkosten die sind unverändert.
Weiterhin sind zusätzliche Positionen auf der Rechnung die nicht im KVA enthalten waren.
Ich wurde nicht informiert das die Kosten höher werden als im KVA.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass ich eine Überschreitung bis ca. 20% hinnehmen muss, das ist in meiner Branche auch nicht viel anders.

Zusätzlich befindet sich unter dem KVA der Satz:

„Durch unvorhersehbare Befunde und Umstände, die sich während der Behandlung ergeben, kann es zu einer Änderung der Kosten kommen.
Ich bin darüber informiert, dass die Kosten bis zu 10% variieren können und entbinde den Behandler somit von einer vorherigen Informationspflicht."

Ich habe den KVA natürlich unterschrieben.
Nun ist meine Frage, ist dieser Text nun für den Zahnarzt ein Freifahrtsschein den KVA zu überschreiten wie er möchte?

Oder kann ich auf die veranschlagten Kosten(+evtl. die unterschriebenen 10%?) bestehen?

vielen dank


Einsatz editiert am 02.04.2017 11:10:20

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist ein Kostenvoranschlag unverbindlich.

Allerdings hat das Landgericht Hannover (Urteil v. 29.10.1998, 119 S 9/98) entschieden, dass ein vom Zahnarzt erstellter Heil- und Kostenplan für eine Zahnersatzbehandlung verbindlich ist, sofern nicht im Verlauf der Behandlung unvorhergesehene und unvorhersehbare Schwierigkeiten auftreten.

Nun hat der Zahnarzt selbst sich bis zu 10% von der Mitteilungspflicht freigezeichnet.

Diese Grenze würde nicht eingehalten.

Daher liegt ein Vertragsverletzung vor.

Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Sie die Rechnung nicht zahlen müssen. Wenn es keine Alternative auf Grund des -unterstellt- schwierigen Behandlungsverlauf gab und die Kosten berechtigt sind, ist die Rechnung wohl zu zahlen.

Sie sollten nochmals mit dem Zahnarzt sprechen und danach die Rechnung bei der Zahnärztekammer prüfen lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2017 | 13:14

Ich verstehe, die schwierigkeit bzw die einfachheit nachzuweisen ist mir sicherlich nicht möglich mit (finanziell sinnvoll) vertretbarem aufwand.

Bleiben noch die zusätzlich Positionen auf der Rechnung, ich präzisiere das ganze mal:
Bei dem KVA handelt es sich um eine Implantatkrone die auf das freigelegte Implantat montiert werden sollte.

In der Rechnung tauchen 5 Positionen im Wert von ca. 400€ auf, zur abformung der Kiefer und zur Bissnahme, im KVA war nur eine Position
zur abformung der Kiefer.

Da die Abformung und die Bissnahme gleich als erstes erfolgten muss (aus meiner subjektiven Sicht) diese Schwierigkeit schon vor Beginn aufgefallen sein und gehört somit direkt in den KVA, oder diese Positionen sind absichtlich unter den Tisch gefallen.


Ich vergas in der ersten Frage zu erwähnen, ich bin gesetzlich versichert.
Ich werde sicherlich nochmal mit dem Zahnarzt reden, ich bin auch nicht auf Streit mit diesem aus, ein paar Argumentationshilfen sind in einem Gespräch aber immer hilfreich.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2017 | 14:59

Sicherlich haben Sie Recht, denn der Zahnarzt ist vor Beginn der geplanten Behandlung und bei Aufstellung des Heil- und Kostenplanes regelmäßig in der Lage, die von ihm zu erbringenden Leistungen zu überblicken. (so: OLG Brandenburg, Az. 12 U 31/06).

Insoweit wären auch die Schwierigkeiten, sofern tatsächlich erkennbar, einzurechnen gewesen.

Nun kenne ich die Rechnung nicht, achten Sie aber darauf, wie hoch die gebührenhöhe ist. Die Überschreitung des Faktor 2,3 ist schriftlich zu begründen (§ 10 III GOZÄ). Werden höhere Gebühren vereinbart, muss dies schriftlich erfolgen (§ 2 I GOZÄ)

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Bewertung des Fragestellers 02.04.2017 | 13:15

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Stellungnahme vom Anwalt:
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