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Zahnarzt: Lohnt sich eine Anzeige/zivilrechtliche Anstrengung?

| 03.12.2019 00:52 |
Preis: 58,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

ich benötige Ihren Rat dahingehend, ob Sie sagen können, dass eine strafrechtliche Anzeige und/oder zivilrechtliche Verfolgung eine Aussicht auf Erfolg hat oder nicht.

Im Mai 2019 musste mir eine neue Brücke im Unterkiefer eingesetzt werden. Als Vorbereitung dazu musste mir die Zahnärztin einen Zahn abschleifen, damit die Brücke daran halten kann.

Sie sagte mir im Vorwege, dass dies natürlich nicht ohne Betäubung funktionieren würde. Da ich schon mehr als 10 Jahre bei ihr in Behandlung bin, wusste sie, dass ich selten auf Betäubung verzichten kann. Bis zu diesem Tag lief das so, dass sie mich nur fragte: "Betäubung?" oder schon gleich mit der Spritze parat stand und dann die Betäubung vornahm. Eine Aufklärung über irgendwelche Nebenwirkungen oder Alternativen was das Mittel oder die Verabreichung betrifft, gab es nie.

Bei der besagten Behandlung verpürte ich beim Setzen der Betäubungsspritze plötzlich einen "Stromstoß" in der Zunge. Durch die Betäubung merkte ich davon jedoch nach kurzer Zeit nicht mehr viel und die Behandlung wurde erfolgreich fortgesetzt.

Normalerweise lässt eine solche Betäubung nach 3 bis 4 Stunden wieder nach. Dies war auch der Fall. Lippe und Wange waren wieder "normal". Allerdings blieb die linke Hälfte meiner Zunge und der Übergang von Zahnfleisch zu Wange komplett betäubt. Am nächsten Tag war dies nicht vergangen und ich ging wieder zur Zahnärztin.
Sie teilte mir mit, dass sie wohl offenbar meinen Zungennerv mit der Betäubungsspritze getroffen hat und es bis zu einem Jahr dauern kann, bis der Nerv sich erholt hat. Dies könne schonmal vorkommen. Es gäbe keine Behandlung, die das verbessert, es müsse von alleine heilen.

Das Taubheitsgefühl in der Zunge war extrem schmerzhaft und hielt 24 Stunden täglich permanent an. Es brannte, ich hatte ständig das Gefühl, meine Zunge sei angeschwollen, ich hatte oft den Geschmack von Blut oder Metall im Mund und mein Geschmackssinn war total eingeschränkt. Ab und an "zwiebelte" es in meiner Zunge heftig oder ich verspürte kleinere Stromstöße.
Der Besuch bei einer Neurologin brachte die Bestätigung, dass der Nerv offenbar verletzt sei und es tatsächlich ein Jahr dauern kann, bis er geheilt sei.
Jetzt, nach einem halben Jahr, ist das Betäubungsgefühl schon deutlich zurück gegangen, aber keineswegs ganz verschwunden.

Außerdem erfuhr ich, dass es offenbar unterschiedliche Methoden der Betäubung gibt. Eine Nebenwirkung der bei mir angewandten Methode kann tatsächlich das Risiko einer Nervenverletzung sein. Eine andere Methode kann zu einer vorübergehenden Zahnfleischentzündung führen. Darüber wurde ich jedoch nicht informiert. Eine Betäubungsaufklärung habe ich nie unterschrieben, weil auch keine durchgeführt wurde.

Ich meldete dies meiner Krankenkasse, vor allem, um sicher zu gehen, ob sie dauerhaft für eine mögliche Nachbehandlung die Kosten übernehmen würde. Sollte der Nerv dauerhaft beschädigt sein (was mir ja auch keiner garantiert verneinen konnte) und gäbe es z. B. in 10 Jahren eine Methode, um diesen zu reparieren, wollte ich auch sicher gehen, dass die Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen würde. Dies wurde mir bestätigt.

Gleichzeitig bat die Krankenkasse um Übersendung der Behandlungsunterlagen, um zu prüfen, ob hier ein Behandlungsfehler vorliegt.

Seitdem versuchte die Zahnärztin mir bei jedem Besuch (es waren noch ein paar Nachbehandlungen ohne Betäubung notwendig) einzureden, dass meine Zungenschädigung hauptsächlich in meiner Einbildung existiere (schließlich hätte ich ja eine Wahrnehmung in der linken Zungenhälfte)...

Sie überreichte mir dann doch eine Kopie meiner handschriftlich geführten Patientenkarte und betonte geradezu auffällig, dass die Anästhesieaufklärung in der Karte vermerkt sei. (die nie stattgefunden hat).

Die Krankenkasse teilte mir dann mit, dass der Gutachter so keinen Fehler finden könne, auch wenn er persönlich der Auffassung sein könnte, dass die Betäubungsaufklärung nicht stattgefunden hat.

Die Kasse riet mir, nochmals die Originalkarte anzuschauen, um zu prüfen, ob man irgendwie erkennen kann, dass das Wort "Anästhesieaufklärung" erst im Nachhinein eingetragen wurde.

Dies habe ich geprüft und leider kann man das äußerlich nicht erkennen.

Auffällig ist jedoch, dass es das einzige Mal ist, dass das Wort "Anästhesieaufklärung" in meiner Karte auftaucht.
Selbst bei den vielen Behandlungen in meiner Schwangerschaft (ich hatte eine Wurzelkanalbehandlung) taucht es nicht auf, obwohl die Dokumentation hier ja erst recht wichtig gewesen wäre.

Ich habe in all den Jahren so viele Betäubungsspritzen erhalten und bei keiner Behandlung ist die Aufklärung irgendwie dokumentiert (weil sie ja auch nie stattgefunden hat). Merkwürdigerweise nur bei dieser.

Da die Aufklärung auch hier nicht stattgefunden hat, handelt es sich hier eindeutig um eine Fälschung der Patientenakte.

Die Krankenkasse teilte mir mit, dass ich eventuelle Ansprüche nur zivilrechtlich angehen könnte und auch eine eventuelle Strafanzeige nur durch mich erfolgen könnte.

Es geht mir nicht darum, dass die Zahnärztin mir den Nerv verletzt hat. Sowas kann passieren - niemand ist perfekt. Aber ich finde es unmöglich, dass sie die Auswirkungen dieses Fehlers kleinreden will und dazu noch meine Akte gefälscht hat, nachdem sie wusste, dass die Krankenkasse die Unterlagen sehen will.

Was raten Sie mir nun? Lohnt sich eine Strafanzeige (Beiweisbarkeit?), hätte ich zivilrechtlich eine Aussicht auf Erfolg für eventuelle Ansprüche?

Vielen Dank!

Mit freundlichem Gruß,

Saskia Feltz
03.12.2019 | 02:12

Antwort

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie als Anspruchsstellerin natürlich alle Tatbestandsmerkmale darzulegen und zu beweisen, die den Tatbestand begründen. Dies ist beim Schmerzensgeldanspruch insbesondere die Pflichtverletzung. Diese liegt in der fehlende Aufklärung über die verschiedenen Behandlungsoptionen.

Nach Ihrer Argkmentation haben Sie jedoch einen plausiblen Ablauf geschildert, dass das Wort "Anästhesieaufklärung" das erste Mal in der Patientenakte auftaucht und das gerade zu dem Zeitpunkt, in dem ein Schadensersatzanspruch im Raum steht. Dies mit einer Schilderung, auf welche Weise die Zahnärztin die Schmerzen kleinreden wollte, wird dazu führen, dass sich die Beweislast verschiebt. Sollte sich dann tatsächlich ein Betrug abzeichnen, kann die Strafanzeige ein gewichtiges Argument dafür sein, sich außergerichtlich zu einigen.

Es kommt also alles auf die Vorgehensweise eines erfahrenen Anwalts im Medizinrecht an. Gerne übernehme ich die Durchsetzung Ihrer Rechte.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Richter


Bewertung des Fragestellers 06.12.2019 | 17:58

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 06.12.2019
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Vielen Dank für die Antwort! Sie haben mir sehr gut weitergeholfen und meine Skepsis vertrieben. Leider ist die räumliche Distanz so groß, dass es schwierig wird, hier ein Mandat zu übergeben. Dennoch herzlichen Dank!


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