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Zahlung von Beerdigungsgebühren


| 05.12.2007 15:27 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Guten Tag,
Mein Schwiegervater ist letztes Jahr im November verstorben.Wir haben erst 3 Wochen nach seinem Tod davon erfahren,da wir seit 14 Jahren keinen Kontakt zu meinen Schwiegereltern habe.
Meine Schwiegermutter hat ein Beerdigungsunternehmen mit der Beerdigung beauftragt. Sie hat außerdem beim Sozialamt einen Antrag auf Übernahme der Beerdigungskosten gestellt.Dieser Antrag wurde abgelehnt.Mein Mann und ich haben daraufhin ein Schreiben von meiner Schwiegermutter erhalten in dem wir 1502,€ für das Amt für Landschaftspflege und Grünfläschen Friedhofsangelegenheiten bezahlen sollen.Dieses Schreiben war an meine Schwiegermutter gerichtet und wir haben es wieder an sie zurückgeschickt( vorher aber eine Kopie gemacht)
Heute am 04.12.07 haben wir einen Brief von einem Anwalt bekommen indem wir aufgefordert werden inerhalb von 3 Wochen den Betrag zu zahlen ansonsten drohe meine Schwiegermutter mit einem Mahnverfahren.

Jetzt kommt meine Frage: Müssen wir den Betrag bezahlen auch wenn meine Schwiegermutter einen Vertrag mit einem Beerdigungsinstitut abgeschlossen hat??
Wie lange dürfen wir uns Zeit lassen für den Fall das wir zahlen müssen?? Da wir nicht mal eben 1500€ übrig haben und auch keinen Kredit aufnehmen können.

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

nach § 1968 BGB trägt in erster Linie der Erbe die Kosten für die Beerdigung des Erblassers. Mehrere Erben haften insoweit als Gesamtschuldner.

Hat Ihre Schwiegermutter das Erbe ausgeschlagen und zunächst selbst die Beerdigungskosten getragen, hat sie nach dieser Vorschrift einen Anspruch auf Ersatz der angemessenen Begräbniskosten gegen den oder die Erben.

Sind sowohl Ihre Schwiegermutter als auch Ihr Mann Erben und gibt es keine weiteren Erben mehr, hat sie einen Ausgleichsanspruch in Höhe der Hälfte der angemessenen Beerdigungskosten. Haben beide das Erbe ausgeschlagen, muss Ihre Schwiegermutter sich in erster Linie an den oder die Erben halten.

Nur soweit die Bezahlung nicht von den Erben zu erlangen ist, haften für die Beerdigungskosten ersatzweise auch der Ehegatte des Verstorbenen (also die Schwiegermutter selbst) oder die sonstigen Verwandten, die dem Verstorbenen zum Unterhalt verpflichtet waren, §§ 1615 Abs. 2 , 1360 a Abs. 3 BGB.
Der Ehegatte des Bedürftigen haftet dann grundsätzlich vor dessen Verwandten. Falls jedoch der Ehegatte bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren, haften die Verwandten vor dem Ehegatten, § 1608 BGB. Bitte ergänzen Sie ggf. noch Ihre Ausführungen.

Soweit Ihr Mann danach (als Erbe oder Unterhaltspflichtiger) zum Ersatz der Beerdigungskosten verpflichtet ist, wäre die Forderung sofort zur Zahlung fällig. Er sollte aber dann versuchen, mit der Schwiegermutter Ratenzahlung zu vereinbaren, ggf. auch eine Regelung, dass die Beerdigungskosten aufgeteilt werden.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2007 | 21:14

Gilt mein Mann automatisch als Erbe? Mein Schwiegervater hat nix zu vererben.Wir wollen auch nichts erben.Außerdem hat mein Mann noch 2 Brüder die beide Hartz4 beziehen,können diese auch belangt werden?
Meine Schwiegermutter hat sich nach dem Tot ihres Ehemannes ein neues Auto gekauft,müßte sie nicht ersteinmal die Beerdigungskosten tragen?
Wir haben keinerlei Unterlagen wann mein Schwiegervater verstorben ist, noch eine Kostenaufstellung vom Beerdigungsinstitut.Ich finde es moralisch sehr verwerflich sich nach 14 Jahren ohne ein Wort an uns zu wenden und von uns Geld zuverlangen für einen Mann zu dem wir keinen Kontakt hatten.
Ist es ratsam sich Rechtsbeistand zu nehmen??Wir wollen unserer Schwiegermutter kein Geld zahlen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2007 | 22:21

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn kein Testament vorhanden ist, greift die gesetzliche Erbfolge. Gesetzliche Erben wären die Ehefrau des Erblassers und dessen Kinder. Wird die Erbschaft nicht innerhalb der sechswöchigen Ausschlagungsfrist wirksam ausgeschlagen, gilt die Erbschaft als angenommen. Die Erben werden Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers, d.h. sie erben auch dessen Schulden. Die Ausschlagung erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht, entweder zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder durch eine notariell beglaubigte Erklärung. Die Frist beginnt mit der Kenntnis vom Anfall der Erbschaft und dem Grund der Berufung. Da der Schwiegervater bereits im letzten November verstorben ist, wird die Ausschlagungsfrist wahrscheinlich schon abgelaufen sein, eine abschließende Beurteilung ist insoweit im Rahmen einer Online-Beratung aber nicht möglich. Im Falle eines Irrtums kommt eventuell noch eine Anfechtung der Annahme in Betracht, auch hierfür gilt eine sechswöchige Frist.
Sind die anderen beiden Brüder Ihres Mannes Erben, haften diese auch (mit) für die Beerdigungskosten. Ist die Schwiegermutter nicht Erbin geworden, so kann sie aber wegen der gesamtschuldnerischen Haftung einen Erben auf Zahlung des gesamten Betrages in Anspruch nehmen, dieser hat dann seinerseits einen Ausgleichsanspruch gegen die anderen Miterben.
Da Sie nicht wissen, wer Erbe geworden ist und um abzuklären, ob eventuell noch eine Ausschlagung möglich ist, sollten Sie einen Anwalt vor Ort aufsuchen. Anhand der mir vorliegenden Informationen lässt sich leider auch nicht abschließend beurteilen, wer letztendlich die Beerdigungskosten tragen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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