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Zahlung von Beerdigung

09.11.2009 22:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zum Fall:
Meine Mutter ist vor ca. 1 Woche gestorben. Meine Schwester hat Betreuungsvollmacht. Meine Schwester entscheidet alles allein, ohne Rücksprache. Sie hat bereits meine Mutter einäschern lassen und von Stadt X nach Stadt Y (ca. 250 km entfernt) verbracht. (Zentrale des Beerdigungsinstitutes sei dort). Will dann später entscheiden, wie meine Mutter beerdigt wird. (Vermutlich im Ausland auf ungewöhnliche Weise.) Keine Mitwirkungsmöglichkeit durch mich. (?!) Sie will mit mir darüber nicht reden und selbst entscheiden.
Sie fordert nun, dass ich "meinen" Anteil an den Kosten zahle.

Vor einigen Jahren ist mein Vater gestorben. Ich habe ein Urnengrab für zwei Personen "gekauft".

Soviel zu den Fakten. Jetzt die Frage(n):

1. Muss meine Schwester nicht zuerst glaubhaft darlegen, dass das Erbe nicht zur Beerdigung ausreicht? (Abrechnung)

2. Wenn es nicht ausreicht, wäre es dann nicht richtig, meine Mutter in dem bereits vorhandenen (und bezahlten) Urnengrab zu begraben und eine einfache Trauerfeier zu organisieren. Daran würde ich mich ja beteiligen. Kann ich das verlangen? Oder besser: Kann sie mehr von mir verlangen, als den Anteil, den ich zu tragen hätte, wenn wir das so machen würden? Meine Mutter ist aus sehr einfachen Verhältnissen und ich selbst bin auch nicht gerade auf die "Butterseite" gefallen.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe hier davon aus, dass Sie mit der Schwester eine Erbengemeinschaft bilden.

Die Bestattungskosten treffen zunächst den Erben bzw. die Erbengemeinschaft. Wenn Sie das Erbe angenommen haben, muss Ihre Schwester nicht darlegen, dass der Nachlass nicht zur Deckung des Beerdigungskosten ausreicht. Für die Kosten haften alle Miterben als Gesamtschuldner persönlich, von daher hätte Ihre Schwester einen Ausgleichsanspruch i. H. des auf Sie entfallenden Anteils der Kosten aus §§ 2058, 421 BGB. Es kommt für den Kostenerstattungsanspruch also nicht darauf an, wie werthaltig der Nachlass ist, sondern darauf, ob die Beerdigungsaufwendungen der Lebensstellung des Erblassers entsprechen.

Die Erben haben die Kosten einer standesgemäßen Beerdigung zu tragen. Was standesgemäß ist, richtet sich nach der Lebensstellung des Erblassers. Wenn Ihre Schwester bei der Durchführung der Beerdigung über dieses Ziel hinausschießt, kann Sie im Rahmen des Gesamtschuldnerausgleiches nicht mehr als das fordern, was Sie nach Maßgabe der Lebensstellung Ihrer Mutter anteilig zu zahlen hätten. Den Einwand, dass die Beerdigungskosten nicht dem Angemessenen entsprochen haben, hätten Sie, so es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung über die Kostenerstattung im Innenverhältnis zwischen Ihnen und Ihrer Schwester kommen sollte, sowohl zu behaupten als auch zu beweisen. Wenn die damalige Anschaffung der Mehrurnengräbstätte dem Wunsch Ihrer Eltern nachweisbar entsprochen haben sollte, so wären die Kosten, die Ihnen durch die Anschaffung entstanden sind, jedenfalls als Leistung auf die Beerdigungskosten anzurechnen, unabhängig davon, ob diese Grabstätte genutzt wird oder nicht. Sollte die Dinge so liegen, dass die Anschaffung weder einem zu Lebzeiten geäußerten Willen der Erblasserin noch ihrer Lebensstellung entspräche, würde ein Berücksichtigung der Kosten nicht in Betracht kommen.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben. Bei Unklarheiten fragen Sie einfach nach.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

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