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Zählerablesung in fremdem Keller: Wie häufig zumutbar?


28.10.2007 16:38 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Ich habe die EG- Wohnung in einem Zweifamilienhaus, das mir zu 2/3 gehört, vermietet. Im OG wohnt die Eigentümerin des dritten Drittels.

Die Mieterin verlangt, den gemeinsamen Wasserzähler (Altbau!) und ihre Gasuhr im zweiwöchentlichen Rhythmus ablesen zu können. Der Haken: Beide Messgeräte befinden sich im normalerweise verschlossenen Keller der Miteigentümerin. Diese muss dazu regelmäßig Einlass in ihren Keller gewähren; sie legt außerdem verständlicherweise Wert darauf, während des Betretens ihres Kellerraumes durch meine Mieterin anwesend zu sein.
Vor ein paar Tagen führte die wiederkehrende Forderung der Mieterin zu einem handfesten Krach zwischen den beiden Parteien.

Den Grund für das häufige Ablesen der Zählerstände kenne ich nicht; ich habe durchaus manchmal das Gefühl, dass Schikane im Spiel ist. Die Mieterin erklärte mir gegenüber, sie müsse unbedingt ihren Wasserverbrauch und den der zweiten Partei kontrollieren (Anm.: …was aber bei Vorhandensein nur eines einzigen Messgerätes auf erhebliche messtechnische Probleme trifft.)

Die Situation (Zähler im fremden Keller) war der Mieterin, da sie die Wohnung vor Beginn des Mietverhältnisses besichtigt hatte, bekannt. Darüber hinaus wird auf die Tatsache, dass nur eine Wasseruhr vorhanden ist, auch noch im Mietvertrag hingewiesen; weiterhin enthält der Mietvertrag auch die –natürlich unverbindliche- Nennung des bisher gezahlten, nachvollziehbar recht großzügig bemessenen, monatlich an den EG- Mieter abgeführten Wassergeld-Abschlages.

Ausführliche Schilderung des Sachverhalts, aber trotzdem kurze Frage: Wie häufig muss der Mieterin unter den geschilderten Umständen der Zugang zu den Messgeräten ermöglicht werden?
Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Ihrer Sachverhaltsschilderung ist zu entnehmen, dass sich der Zähler im Keller der Miteigentümerin befindet. Dieser Zähler ist der einzige für alle Parteien?
Dann müsste ein entsprechender Umlageschlüssel (Wohnfläche oder pro Kopf) für die Betriebskosten Ermittlung zugrunde gelegt sein. Bitte tragen Sie hierzu ergänzen vor.

Grundsätzlich kann unter der vorgenannten Konstellation die Mieterin nicht ständig und in einem derartigen Turnus Zutritt zu den Kellerräumen der Miteigentümerin verlangen. Es ist davon auszugehen, dass die Zähler original und verplombt sind. Insofern genügt es, wenn diese für die Ermittlung des Verbrauches eines Abrechnungszeitraumes abgelesen werden. Weisen Sie die Mieterin darauf hin. Aus dem Mietvertrag ergibt sich keinerlei Recht hier ständig fremde Räumlichkeiten aufzusuchen.
Um derartige Probleme zu umgehen könnte es sich allerdings auch anbieten für die Mietwohnung einen eigenen Zähler montieren zu lassen.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 28.10.2007 | 17:32

Danke, Herr Boukai,

das ging ja schnell. Dass, wie ich ja auch schon schrieb, nur eine gemeinsame Wasseruhr vorhanden ist, ist nicht das Problem. Die Pflicht zur verbrauchsabhängigen Abrechnung nicht nur für Wärme- und elektrische Energie, sondern auch für Wasser besteht nur für Neubauten. Da ein dezidierter Umlageschlüssel nicht vertraglich vereinbart wurde, würden im Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung die Kosten für Wasser/Abwasser mit großer Wahrscheinlichkeit im Verhältnis der Wohnflächen der beiden Wohnungen aufgeteilt werden müssen. Zusätzliche Wasseruhren (Altbau: ziemlich verzweigtes Leitungsnetz!) würde ich auf meine Kosten nicht installieren. Wegen der Messtoleranzen der Geräte müssten beide Parteien mit separaten Messgeräten ausgestattet werden und dann noch auftretende Differenzen zum Hauptzähler wiederum nach einem zu findenden Schlüssel aufgeteilt werden.


Die hier verwendeten Wasser- und Gaszähler sind selbstverständlich nicht manipuliert, also verplombt und Eigentum der Versorger.

Bleibt als Problem –wie geschildert- lediglich zu klären, wie häufig die Mieterin in den fremden Keller gelassen werden muss. Wenn ich Sie richtig verstanden habe und ich bei meiner Schilderung des Sachverhalts nichts weggelassen, falsch geschildert oder vergessen habe, dann muss sich die Mieterin, so sich die Eigentümerin des fremden Kellers „stur“ stellen sollte, mit der Ablesung jeweils zu Beginn bzw. zum Ende eines Abrechnungszeitraumes zufrieden geben. Dabei nehme ich an, dass Sie von gängiger, aktueller Rechtsprechung ausgehen, da ich meine, dass solche Dinge wohl kaum in Gesetzen, Verordnungen, …etc. ihren Niederschlag gefunden haben werden.
Richtig?
(Das Thema „Schikaneverbot“ habe ich natürlich im Hinterkopf, aber das lassen wir bitte hier mal außen vor …)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2007 | 14:50

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern die Ablesung nicht von einem hierzu beauftragten Unternehmen erfolgt ist es ausreichend die Mieterin zum Ablesen am Ende des Abrechnungszeitraumes mitzunehmen. Ein Anspruch darauf, regelmäßig alle zwei Wochen den Zähler im fremden Keller zu überprüfen gibt es nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
Rechtsanwalt

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