Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zählen Schenkungen in den Nachlass?

| 15.01.2021 19:00 |
Preis: 50,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


11:11

Vater A hat in 2017 ein Mehrfamilienhaus an Tochter B geschenkt.

Vater A stirbt nun in 2020. Laut dem Ehe- und Erbvertrag mit Frau C, mit der er Gütertrennung vereinbart hatte, werden die Tochter B, Tochter D und Frau C gleichberechtigte Erben. Jeder erbt 1/3 vom Nachlass.

Laut Schenkungsurkunde des Hauses von 2017 soll das Haus nicht auf den Nachlass angerechnet werden, sehr wohl aber auf den Pflichtanteil.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass das Haus nicht in den Nachlass mit eingerechnet werden muss? In welchem Fall wird es eingerechnet? Droht ein Aufrechnungsrisiko? Insofern könnte Tochter B ja vom restlichen Nachlass (exkl. dem gewchenkten Haus) 1/3 fordern?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

15.01.2021 | 19:50

Antwort

von


(202)
Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
Web: http://www.kanzleifricke.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssen hier differenzieren zwischen einer Anrechnung auf den Pflichtteil, der nur unter bestimmten Voraussetzungen vorgenommen wird und einer nicht zu erfolgenden Anrechnung, soweit man den Nachlass betrachtet.

Das Haus wurde der Tochter geschenkt, womit dieses zum Zeitpunkt des Erbfalls nicht mehr in den Nachlass nach § 1922 BGB fällt.

Das Erbe zu gleichen Teilen wird verteilt aus dem Rest, den der Vater noch hatte.

Nun fehlen Angaben zum Haus und zum verbleibenden Wert des Nachlasses. Die Erbeinsetzung der drei Beteiligten und auch von der Tochter B erfolgte erst einmal zu gleichen Teilen, so daß hier ein Pflichtteil gar nicht erst geltend gemacht werden kann.

Ausnahme: Wenn das Erbe heute den Anteil eines Pflichtteils unterschreiten würde, der sich insgesamt aus einer fiktiven Berechnung des damaligen Hauses und des heutigen Nachlasses ergeben würde, stünden dann D und C Pflichtteilsergänzungsansprüche zu. Diese sollen verhindern, daß eine lebzeitige Verfügung des Erblassers ( die auch nicht verboten ist ), nicht auf Umwegen zu einem Entzug des späteren Pflichtteils führen kann. Sonst würde man zuvor alles verschenken können, um anschließend den nicht entziehbaren Pflichtteil der restlichen Erben vereiteln zu können.

Zu C: Sie hat das Haus bekommen und bekommt 1/3 des Nachlasses, womit ihr Pflichtteil überschritten ist und ihr weitere Ansprüche nicht zustehen. Aufrechnungen oder sonstige Risiken bestehen nicht.

D und C können nachrechnen, ob die Hergabe des Hauses und der heutige Nachlass nicht einen Pflichtteil ergeben würde, der jeweils ihre heutige Erbeinsetzung zu 1/3 auf den restlichen Nachlass übersteigt. Für den Fall könnten beide bei B nachfordern, was zulasten der Erbmasse gehen würde und das Erbe von B schmälern würde.

Ohne die Wert von Ihnen genau zu kennen, gehe ich davon aus, daß hier weitere Ausgleichsansprüche von C und D wahrscheinlich nicht bestehen und von B sowieso nicht.

Mit besten Grüssen und bei Nachfragen einfach nachfragen....

Fricke
RA
Dipl. Kfm.


Rückfrage vom Fragesteller 16.01.2021 | 01:32

Hallo Herr Fricke,

nochmals eine Rückfrage:

zu B.: Sie hat das Haus bekommen. Habe ich Sie nun richtige verstanden, dass sie nun auch 1/3 des Nachlasses bekommen muss (in dem das Haus ja nicht enthalten ist)? Ohne die Betrachtung des Hauses, welches sie in 2017 erhalten hat, würde sie bei der jetzigen Vermächtnislage bei nur 12,5% liegen. Dürfte sie gar nicht die 33,3% fordern, da sie schon das Haus hat?

zu D und C: Beide würden derzeit auf 37,5 bzw. 50,0% des Nachlasses kommen. Was genau können die beiden nachrechnen und vorauf können Sie nachfordern? Erbmasse + Haus = neue Erbmasse und darauf entsprechend den Pflichtteil von 16,6% gerechnet? Und wenn der unterschritten ist besteht Ausgleichspflicht oder muss auch die Erbmasse ausgeglichen werden auf 33,3%? Das widerspricht sich ja, da das Haus ja kein Bestandteil des Nachlasses ist.

Lt. meinen Berechnung ergeben sich keine Ausgleichsansprüche, da alle drei bei der Berücksichtigung des Hauses von B sogar über den 16.67% des Pflichtanteils liegen.

Schwere Angelegenheit. :)

Vielen Dank vorab!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.01.2021 | 11:11

Sehr geehrter Nachfragender,

zur ersten Nachfrage:

Ja, das ist so. Das Haus fällt nicht in den Nachlass. Der Nachlass wird auf die drei Erben verteilt und eine zuvorige Berücksichtigung der Schenkung erfolgt beim späteren Erbe nicht, weil dies ja auch so der Wille des Erblassers war. Das darf nur nicht alles zu einer Beschränkung des Pflichtteils führen, also daß das spätere Erbe kleiner ist, als der Pflichtteil, wenn das Vermögen noch samt Haus heute vorhanden wäre.

zur zweiten Nachfrage:

Alle drei haben 33 Prozent. Nach Ihrer Berechnung ergibt eine Hinzurechnung des Hauses beim heutigen Wert des Erbes eine Quote, die höher ist als der Pflichtteil. Eine "kalte Enterbung" über eine Pflichtteilsherabsetzung liegt hier also nicht vor. Aber noch einmal, so schwer ist das gar nicht. Hier sprechen Sie wieder von den 50 Prozent! Die Erbeinsetzung ist und bleibt bei 33 Prozent! Der gesetztliche Erbteil entspräche der gleichen Folge, so daß die Hälfte hiervon der Pflichttteil wäre. Wenn also D und C hier mehr als 16,67 Prozent insgesamt durch das Erbe erhalten habe, das fiktiv um die Hausübertragung erhöht ausgerechnet werden kann, ist diese Erbeinsetzung nicht zu beanstanden.

In meinen Augen bleibt es bei der Hausübertragung ( natürlich ) und das Erbe in seinem Rest wird durch drei geteilt und verteilt. Achtung: Sie haben eine Erbengemeinschaft und die muss auch aufgelöst werden. Das geht nur über eine Auseinandersetzung und eine anschließende Verteilung der Erbmasse, möglichst bitte einigungsweise und nicht per Streit.

Bei der weiteren Abwicklung stehe ich aber auch gerne zur Verfügung, wenn sich noch weitere Probleme oder Beratungsbedarf ergeben sollte, ok?

Mit besten Grüssen, schönes Wochenende und bleiben Sie gesund!

Fricke
RA

Bewertung des Fragestellers 16.01.2021 | 14:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.01.2021
5/5,0

ANTWORT VON

(202)

Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
Web: http://www.kanzleifricke.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Strafrecht, Steuerrecht, Erbrecht, Verkehrsrecht