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Würde mir nach der Scheidung Unterhalt nach der 3/7 Regelung zustehen?

21.01.2005 15:40 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

mein Mann hat sich nach zweieinhalb Jahren Ehe von mir getrennt. Wir sind beide berufstätig. Lt. Scheidungsantrag lautet sein monatl. Bruttoeinkommen etwa 2675 Euro, bei mir etwa 1845 Euro. Würde mir da Unterhalt nach der 3/7 Regelung zustehen? Wie berechnet sich dies genau?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Trennungsunterhalt berechnet sich wie folgt:

Zunächst wird bei beiden Ehegatten das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen ermittelt.

Dies ergibt sich aber nicht unbedingt aus den Angaben im Scheidungsantrag. Sie können jedoch Auskunft über das Einkommen von Ihrem Mann verlangen.

Bei beiden Ehegatten werden 5% berufsbedingte Aufwendungen abgezogen (nicht bei Selbständigen.

Sind gemeinsame Kinder vorhanden, so wird vom Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen sodann der Kindesunterhalt abgezogen, und zwar der volle Tabellenunterhalt.

Hat sich nach der Trennung/Scheidung das Nettoeinkommen verändert durch Wechsel der Steuerklasse, so wird das neue, gegenwärtige Nettoeinkommen zugrundegelegt.
Der Unterhaltsanspruch wird nach folgender Formel berechnet: 3/7 x (EinkommenUnterhaltspflichtiger - (minus) Einkommen Unterhaltsberechtigter).
Eine Besonderheit gibt es bei besonders hohen Einkünften. Man kann davon ausgehen, dass monatliche (Netto-) Einkünfte über 6.000,- Euro nicht vollständig für den laufenden Unterhalt ausgegeben werden, sondern dass ein Teil davon der Vermögensanlage dient. Der über 6.000,- Euro hinausgehende Teil wird darum regelmäßig nicht mitgerechnet.

Nach Ihren Angaben hätten Sie daher Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 21.01.2005 | 16:12

Kann ich denn dann den Unterhalt nachträglich verlangen, oder ab welchem Zeitpunkt kann ich diesen einfordern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.01.2005 | 16:22

Unterhalt können Sie immer erst ab dem Zeitpunkt (Monat) der ersten Geltendmachung gegenüber dem Unterhaltsverpflichteten beanspruchen.
Sie sollten also so schnell wie möglich Unterhalt, am Besten schriftlich (Einschreiben/Rückschein), geltend machen.
Sollte die Höhe noch nicht exakt berechenbar sein, reicht es aus, wenn die Geltendmachung dem Grunde nach geschieht. Später kann dann eine genaue Berechnung erfolgen.

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