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Worauf ist zu achten, wenn ich von 5-Tage auf 4-Tage wechseln möchte?

| 03.09.2013 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich arbeite seit 2 Jahren festangestellt bei einer Firma mit ca. 30 Mitarbeitern, die aber weiter expandieren will.

Aufgrund von privaten Projekten möchte ich nun von einer 5-Tage Woche auf eine 4-Tage Woche wechseln. Ich recherchiere gerade was ich zu beachten habe, und welche Folgen dass für meine finanzielle Situation haben kann.

Aus Sicht meines Arbeitgebers vermute ich, dass mein Arbeitgeber diesen Schritt nicht erlauben möchte (bzw. nicht schmackhaft machen wird), da es sowieso schon einen personellen Engpass gibt.

Daher:
- worauf kann ich mich berufen, wenn ich auf eine 4-Tage Woche wechseln möchte?
- worauf muss ich achten?

Vielen Dank!

03.09.2013 | 11:19

Antwort

von


(1213)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit hat der Arbeitnehmer, wenn er im Betrieb länger als 6 Monate beschäftigt ist und wenn in dem Betrieb in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer tätig sind. Auszubildende werden hierbei nicht berücksichtigt. Das ergibt sich aus § 8 TzBfG: Zeitlich nicht begrenzte Verringerung der Arbeitszeit (Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Diese Voraussetzungen liegen nach Ihrer Sachverhaltsschilderung wohl vor.

2.

Spätestens 3 Monate vor der geplanten Verkürzung der Arbeitszeit müssen Sie diesen Wunsch dem Arbeitgeber bekannt geben. Der Arbeitgeber muß dem Wunsch des Arbeitnehmers auf Verkürzung der Arbeitszeit zustimmen, sofern nicht betriebliche Gründe der Arbeitszeitverkürzung entgegen stehen. Wann betriebliche Gründe entgegen stehen können, ist teilweise auch im Gesetz geregelt. Danach liegt ein betrieblicher Grund insbesondere dann vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht.

Damit muß also im Einzelfall, ggf. durch ein Gericht, geprüft werden, ob diese Voraussetzungen gegeben sind.

3.

Wenn Sie spätestens 3 Monate vor Beginn der Arbeitszeitverkürzung, die Sie anstreben dies dem Arbeitgeber mitteilen, muß der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer seine Entscheidung bezgl. der Verringerung der Arbeitszeit spätestens 1 Monat vor dem gewünschten Beginn der Reduzierung der Arbeitszeit schriftlich mitteilen.

Sagt der Arbeitgeber nichts und lehnt er die gewünschte Reduzierung der Arbeitszeit nicht innerhalb dieser Frist schriftlich ab, verringert sich die Arbeitszeit in dem von Ihnen verlangten Umfang. D. h., reagiert der Arbeitgeber nicht, tritt eine gewisse Automatik zu Gunsten des Arbeitnehmers im Hinblick auf die gewünschte Reduzierung der Arbeitszeit ein.

Eine weitere Frist gilt es zu beachten:

Sie können eine Reduzierung Ihrer Arbeitszeit erneut frühestens nach 2 Jahren fordern. Das gilt sowohl in dem Fall, daß der Arbeitgeber der Reduzierung zustimmt, als auch dann, wenn der Arbeitgeber die Verringerung der Arbeitszeit in berechtigter Weise ablehnt.

Noch etwas ist zu berücksichtigen: Wird die Arbeitszeit verkürzt, verändert sich der Arbeitsvertrag. D. h., Sie haben dann einen Teilzeitvertrag. Eine Rückkehr vom Teilzeitvertrag zu einem Vollzeitarbeitsvertrag ist nur noch mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

4.

Sie können die Reduzierung der Arbeitszeit verlangen, ohne daß es einer Begründung bedarf. Eine Begründung kann natürlich für den Arbeitgeber insoweit sinnvoll sein, als daß der Arbeitgeber vom Sinn der Reduzierung der Arbeitszeit überzeugt wird. Das ist aber eine Frage des jeweiligen Einzelfalls.

Ob Ihr Anliegen letztlich Erfolg hat, hängt aber davon ab, ob nicht betriebliche Gründe der Reduzierung der Arbeitszeit entgegen stehen. Trägt der Arbeitgeber solche betrieblichen Gründe vor, liegt es an Ihnen, wie Sie weiter vorgehen.

Lehnt der Arbeitgeber eine Reduzierung der Arbeitszeit ab, können Sie das einerseits akzeptieren oder andererseits gerichtliche Schritte einleiten. Leitet man gerichtliche Schritte ein, muß man Bedenken, daß das Arbeitsverhältnis darunter mit hoher Wahrscheinlichkeit leiden wird.

Deshalb gilt es für Sie, sorgfältig abzuwägen, ob Sie im Fall einer Ablehnung einer Verkürzung der Arbeitszeit dies tatsächlich gerichtlich durchsetzen wollen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 03.09.2013 | 11:31

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