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Wohnwertvorteil


22.05.2005 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



meine Frau und ich leben seit Januar diesen Jahres getrennt im eigenen Haus , dass zu 100 % mir gehöhrt.
Ich habe eine Tochter im Alter von 2,5 Jahren.
Die mtl. Belastung für Tilgung und Zins belaufen sich auf 1.100 Euro. Mein mtl. Nettoeinkommen liegt bei 2.375 Euro.

Mittlerweile hat meine Frau eine Wohnung gefunden und zieht ab Juni diesen Jahres aus.
Im Zuge ds Ehegattenunterhaltes wird von der Anwältin meiner Frau gefordert, einen Wohnwertvorteil für die Dauer der Trennung in Höhe von 300,- Euro meinem Einkommen hinzu zu rechen.
Mich würde interessieren was es mit diesen 300 Euro auf sich hat, da ich die Auffassung vertrete, mit dem Kapitaldienst in Höhe von 1.100 Euro den ich für des Haus zu tragen habe, den Wohnwertvorteil abgegolten zu haben.
Wie wird in Sachen Wohnwertvorteil gerechnet / kalkuliert?
Ich habe auch etwas von einem BGH - Grundsatzurteil gehöhrt, kann mir aber immer noch keinen rechten Reim auf das Thema machen

Danke im Voraus für fachkundige Erläuterungen

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Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Grundsätzlich hat die Anwältin Ihrer Frau Recht: Nutzen Sie die in Ihrem Alleineigentum stehende Wohnung nach dem Auszug Ihrer Frau alleine, und ersparen Sie sich damit Mietzahlungen, so erhöht sich Ihr Einkommen um diesen Wohnvorteil.

Der Wohnwert ist dabei mit dem Betrag anzusetzen, den Sie auf dem örtlichen Wohnungsmarkt für die Anmietung einer den ehelichen Lebensverhältnissen (Maßstab für den Trennungsunterhalt) angemessenen kleineren Wohnung aufbringen müssten. Insofern könnten die 300,00 EUR, die die Anwältin Ihrer Frau zugrundelegt, angemessen sein, obwohl das anhand der Details des Einzelfalls konkret geprüft werden kann. Auf dem Land lebt es sich billiger, als z.B. in einer Großstadt.

Ihre Tilgungsleistungen sind allerdings zu berücksichtigen, wenn Ihre Ehefrau über den Zugewinnausgleich an dem Vermögenszuwachs teilnimmt. Das gilt aber nur bis zur Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages als Stichtag zur Berechnung des Endvermögens im Rahmen des Zugewinnausgleiches. Danach führen Ihre Tilgungsleistungen nicht mehr zur Vermehrung des im Rahmen des Zugewinnausgleiches zu berücksichtigenden Endvermögens, und bleiben außen vor (BGH FamRZ 1987, 36). Sollte der Scheidungsantrag also bereits rechtshängig sein, werden Sie Ihre monatlichen Tilgungsleistungen nicht einkommensmindernd berücksichtigen können.

Nach Rechtskraft der Scheidung können Sie unterhaltsrechtlich dazu verpflichtet sein, die von Ihnen nicht genutzten Teile des Hauses zu vermieten. Falls dies aus räumlichen Gründen nicht möglich ist, kommt die Obliegenheit einer Vollvermietung oder einer Veräußerung des Objektes in Betracht (BGH FamRZ 2000, 950).

Nur wenn dies aus Gründen des Einzelfalls ausnahmsweise nicht zumutbar erscheint, können die Belastungen, soweit sie den Wohnwert übersteigen, bei der Feststellung Ihrer Leistungsfähigkeit als negativer Wohnwertvorteil berücksichtigt werden (BGH FamRZ 1984, 358).

Wie Sie sehen, hängt vieles von den Umständen des Einzelfalls ab, so daß ich Ihnen abschließend empfehlen möchte, sich konkret anwaltlich beraten zu lassen, um keinen Fehler zu begehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt





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Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de
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