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Wohnungstür aufgebrochen - Wer zahlt?


09.02.2005 08:31 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben einen ca 60 Jahre alten Mieter in einer Wohnung. Während eines längeren Kuraufenthaltes dieses Mieters wurde von einem Freund des Mieters, mit dem er zeitlich einen festen Termin hatte, die Wohnungstür durch einen Schlüsseldienst geöffnet und die Tür dabei sehr stark beschädigt. Als Begründung für die Wohnungsöffnung gabe der Freund an, er hätte Angst um seinen Freund (Mieter) gehabt - er könnte ja hilflos in der Wohnung liegen. Nach Rückkehr aus der Kur weigerte sich der Mieter, die Schäden an der Tür zu reparieren (Kosten ca. 400 Euro) und sagte dem Vermieter, dass er für die Türöffnung nicht verantwortlich sei. Der Freund solle die Reparatur selber bezahlen. Damit war der Vermieter nicht einverstanden. Der Mieter hätte den Freund auf seine längere Abwesenheit hinweisen können. Nachbarn wurden auch nicht über den längeren Urlaub informiert. Diese hätten den Freund auf den Umstand der Abwesenheit aufmerksam machen können, vor allem deshalb, weil mehrere Hausbewohner bei der Türöffnung zugegen waren. Grundsätzlich ist der Mieter verpflichtet, die Wohnung in Ordnung zu halten und er hat für Schäden aufzukommen, die nicht der normalen Abnutzung entsprechen. Der Mieter weigert sich bis heute, für die Schäden an der Wohnungstür aufzukommen. Der Vermieter besteht auf Zahlung der Reparaturkosten, die der Mieter zahlen muss. Er verweist weiterhin darauf, dass er keinen Mietvertrag mit dem Freund habe, sondern mit dem Mieter. Der Mieter soll die Reparturen zahlen und dann selbst privatrechtlich an den Freund wegen Kostenersatz herantreten. Gibt es ein Urteil über einen ähnlich gelagerten Fall ? Welche Rechtsgrundlage kann der VERMIETER anführen?
Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich ist es zunächst so, dass der Freund die Schäden verursacht hat und dafür aufkommen muss. Dieser wird sich aber auf die sogenannte "Geschäftsführung ohne Auftrag" berufen und sich darauf zurückziehen, dass die Öffnung im Interesse des Mieters gewesen ist, so dass "der schwarze Peter" beim Mieter liegen wird.

Schauen Sie zunächst einmal in den Mietvertrag. ob dort vielleicht schon eine vertragliche Regelung getroffen worden ist.

Es sollte auch darauf geachtet werden, ob hier eine Versicherung eintritt, für die der Mieter ev. im Rahmen dder Nebenkosten anteilig bezahlt. Dann haftet der Mieter nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (BGH WM 01, 122).

Unabhängig davon hat der Mieter auch Sorgfaltspflichten, wobei ich davon ausgehen, dass im Mietvertrag ein Passus enthalten sein könnte, dass bei längerer Abwesenheit der Vermieter informiert werden muss.

Sollte so etwas nicht vereinbart worden sein, machen Sie den Mieter darauf aufmerksam, dass die Obhutspflicht auch bei längerer Abwesenheit zu beachten ist (LG Berlin WM 81,19), wobei ein Mieter nach dieser Pflicht Schäden von der Wohnung abzuhalten hat.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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