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Wohnungskauf zurück abwickeln mit Entschädigungen vom Bauträger

| 14.05.2013 18:36 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen


Ich habe mir eine Eigentumswohnung erworben. Die erste Teilzahlung wurde bereits von der Bank an den Bauträger überwiesen. Der Bauträger möchte das gesamte Mehrfamilienhaus nun an einen Interessenten verkaufen und empfehlt mir, den Kaufvertrag zurück abzuwickeln, um den Nachteil als Minderheit in der Eigentürmerversammlung zu vermeiden. Der Bauträger verspricht mir, dass kein Schaden mir entsteht und bietet an, Gerichtskosten, Notarkosten und Vorfälligkeitsentschädigungen gegenüber den Banken zu übernehmen. Und die Abwicklung soll auch durch Notar geschehen.

Ich würde das Angebot annehmen und möchte nun wissen, was ich beachten muss, um jede Art Schaden tatsächlich zu vermeiden. Darf ich noch mehr verlängern? Da ich mich in letzten Monaten doch mehr engagiert habe als die o.g. Kosten.

Danke im Voraus!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzlich sind Verträge einzuhalten. Sie könnten also grds. auf Vertragserfüllung bestehen. Zur Rückabwicklung sind Sie nicht verpflichtet.

Soweit Sie einer Rückabwicklung zustimmen wollen, sollten Sie in jedem Fall eine schriftliche Vereinbarung treffen, welche notariell beurkundet wird. In dieser sollte in jedem Fall der Grund der Rückabwicklung – nämlich auf Wunsch des Bauträgers – benannt werden. Hinsichtlich der Kosten sollten diese detailliert benannt werden. Hierbei sollten Sie darauf bestehen, dass alle Kosten zu 100 % übernommen werden. Sie sollten zudem aufnehmen, dass Sie so zu stellen sind, als wenn der Vertrag nicht zustande gekommen wäre. Möglicherweise sind derzeit nicht alle Kosten benennbar, sodass der Notar hierzu aufnehmen sollte, dass alle Kosten die mit dem Kauf und der Rückabwicklung in Zusammenhang stehen vom Bauträger übernommen werden.

Hierbei empfehle ich Ihnen sich insbesondere mit Ihrer Bank in Verbindung zu setzen und von dieser mitteilen zu lassen, welche Kosten konkret in welcher Höhe anfallen und ob neben der Vorfälligkeitsentschädigung weitere Kosten anfallen. Zudem sollten Sie vorab Ihre Bank über den Sachverhalt informieren und um Mitteilung bitten, ob Sie so einfach aus dem Vertrag herauskommen oder hier ggf. etwaige Dinge zu beachten sind. Sie sollten sich zudem bei der Bank informieren, ob Sie ohne weiteres einen neuen Kredit bekommen können, falls Sie eine neue Wohnung zum Kauf finden. Insoweit wurde der jetzige sicherlich in der Schufa vermerkt. Auch dazu müsste die Bank konkrete Mitteilung machen können.

Zudem sind Eintragungen im Grundbuch wieder zu löschen. Sicherlich hat die Bank eine Sicherheit im Grundbuch eintragen lassen. Für die Löschung aus dem Grundbuch fallen ebenfalls Kosten an, die Sie nicht vergessen sollten.

Hinsichtlich Ihrer Aufwendungen der letzten Monate, die nicht in Geldwert zu bemessen ist, sollten Sie eine Schadenersatzpauschale vereinbaren, die der Bauträger zusätzlich zu sämtlichen Kosten übernehmen soll. Die Höhe können Sie frei vereinbaren. Zu berücksichtigen sind hierbei vor allem Fahrtkosten, Telefonkosten, Zeitaufwand, Arbeitsaufwand etc., der sicherlich nicht gering war.

Hierbei können Sie auch berücksichtigen, dass nunmehr auch für Sie wieder Kosten anfallen, um sich mit sämtlichen Behörden, der Bank etc. in Verbindung zu setzen, sodass auch hier wieder Kosten und Zeitaufwendungen anfallen. Die „Schadenersatzsumme" sollte daher entsprechend hoch sein.

Es gilt zudem zu bedenken, dass Sie nicht darüber in Kenntnis sind, wie zahlungsfähig der Bauträger ist. Insoweit haben Sie keine Sicherheiten. Daher sollten im Notarvertrag entsprechende Sicherungsklauseln aufgenommen werden. Wie dies am sinnvollsten aussehen kann, wird Ihnen der Notar aufzeigen, nachdem dieser sämtliche Details kennt.

Sobald der Notar den entsprechenden Vertrag entworfen hat, empfehle ich Ihnen diesen nochmals durch einen Anwalt prüfen zu lassen, um sicher gehen zu können, dass die Sache „wasserdicht" ist und Sie auf keinerlei Kosten sitzenbleiben. Die Kosten für die anwaltliche Prüfung sollten Sie in der Schadenersatzpauschale mit berücksichtigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Weise, Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 14.05.2013 | 20:06

Hallo Frau Weise,

vielen Dank für die ausführliche großartige Antwort. Ich bin mehr als zufrieden.

Ich sollte innerhalb von 3 Tagen dem Bauträger schriftlich bestätigen, dass ich das Angebot annehme und dann organisiert er den Notar-Termin etc.. Details könnten wir dann erst diskutieren, wenn der Entwurf vom Notar soweit ist. Ich gehe davon aus, solange ich noch nicht auf den Rückabwicklungsvertrag unterschreibe, befinde ich mich doch auf der sicheren Seite und ich kann ihm erstmal ruhig eine Zusage schicken?

Tausenden Dank nochmal und einen schönen Abend!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.05.2013 | 20:32

Gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Vorab: Lassen Sie sich zu Nichts drängen! Die Frist von drei Tagen ist doch recht kurz. Insoweit empfehle ich Ihnen die Zusage vorsorglich prüfen zu lassen. Sofern ein Angebot vorliegt, sollte dieses nicht vorschnell unterschrieben werden. Sie können ihm mitteilen, dass Sie grundsätzlich mit einer Rückabwicklung einverstanden sind. Solange jedoch die Details nicht geklärt sind und insbesondere nicht gesichert ist, welche Kosten konkret übernommen werden und ob der Bauträger Ihnen auch eine Schadenersatzpauschale zugesteht, empfehle ich Ihnen, nicht vorschnell eine ggf. verbindliche Unterschrift zu leisten.

Ohne genaue Kenntnis des Angebotstextes ist eine abschließende Beurteilung nicht möglich, sodass ich Ihnen rate, diesen Text vorab anwaltlich prüfen zu lassen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Bewertung des Fragestellers 14.05.2013 | 20:25

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FRAGESTELLER 14.05.2013 5/5,0
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