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Wohnungsgröße bei doppelter Haushaltsführung

03.06.2010 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Frau und ich (keine Kinder) haben ein Eigenheim in Rheinland Pfalz. Zum 1.10. nehme ich eine neue Arbeit in Nordrhein-Westfalen (Entferung 350 km) an. Meine Frau bleibt hier. Ich pendele am Wochenende und Urlaub. Aus diesem Grund miete ich zum 1.9. eine Zweitwohung am Arbeitsort an. Die Wohungsgröße beträgt knapp 68 qm. Der qm-Mietpreis dürft mit 8 Euro über dem Durchschnitt des Orts liegen.
Frage: kürzt das Finanazamt die steuerliche Absetzbarkeit auf den Druchschnittswert und die 60qm, oder erkennt es eine doppelte HH-fühurng gar nicht an?
Kann ich im Falle einer Ablehnung auch die zu kaufenden Einrichtungsgegenstände nicht absetzen, bzw. kann mir mein neuer Arbeitgeber in diesem Fall keinen steuerfreien Zuschuss gewähren?
Vielen Dank für Ihre Hilfe.


MfG

Ulf Spannagel

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Die Abzugsfähigkeit von Werbungskosten im Rahmen der steuerlichen Veranlagung ist in § 9 EStG geregelt. Hinsichtlich der Doppelten Haushaltsführung ist dies in § 9 Abs 1 Nr. 5 EStG geregelt.

Die Voraussetzung die Mehraufwendungen einer doppelten Haushaltsführung ergeben sich aus der Lohnsteuerrichtlinie R/H 9.11, 1-4 und 5-10.

Danach kommt als Zweitwohnung am Beschäftigungsort jede dem Arbeitnehmer entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung stehende Unterkunft in Betracht, z. B. auch eine Eigentumswohnung, ein möbliertes Zimmer, ein Hotelzimmer, eine Gemeinschaftsunterkunft (BFH vom 3. 10. 1985 – BStBl. 1986 II S. 369)

Bei der Angemessenheit der Unterkunftskosten sind zunächst die tatsächlichen Mietkosten als Werbungskosten abziehbar, soweit sie nicht überhöht sind (BFH vom 16. 3. 1979 – BStBl. II S. 473).

Nicht überhöht sind Aufwendungen, die sich für eine Wohnung von 60 qm bei einem ortsüblichen Mietzins je qm für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche Wohnung (Durchschnittsmietzins) ergeben würden (BFH vom 9. 8. 2007 – BStBl. II S. 820).

Soweit das Finanzamt an Ihrem Hauotwohnsitz die Aufwendungen als überhöt ansieht, wird es eine entsprechende Kürzung vornehmen. Da die Abwechungen nicht derart gravierend sind, lassen sich diese jedoch aus meiner Sicht begründen. Eine Nichtanerkennung der doppelten Haushaltsführung ist damit nicht verbunden.

Als notwendige Mehraufwendungen wegen einer doppelten Haushaltsführung kommen in Betracht:

1. die Fahrtkosten aus Anlass der Wohnungswechsel zu Beginn und am Ende der doppelten Haushaltsführung sowie für wöchentliche Heimfahrten an den Ort des eigenen Hausstands

2. Telefonkosten für wöchentliche Familien-Ferngespräche,

3. Verpflegungsmehraufwendungen

4. Aufwendungen für die Zweitwohnung

5. Umzugskosten

Als notwendige Aufwendungen für die Zweitwohnung sind deren tatsächliche Kosten anzuerkennen. Zu den notwendigen Aufwendungen für die Zweitwohnung gehört auch die für diese Wohnung zu entrichtende Zweitwohnungssteuer. Allerdings werden in der betreffende Richtlinie nicht die Anschaffungskosten für die Einrichtung der Zweitwohnung aufgeführt. Da diese auch in dem Haushalt des Lebensmittelpunktes genutzt werden können, halte ich eine Abzugsfähigkeit für nicht gegeben.

Gleichwohl können entsprechende Mehraufwendungen nach den von dem Arbeitgeber nach den folgenden Regelungen nach § 3 Nr. 13 oder 16 EStG steuerfrei erstattet werden, soweit keine höheren Beträge erstattet werden, als nach Satz 1 als Werbungskosten abgezogen werden können. Insoweit ist bei der steuerfreien Erstattung durch den Arbeitgeber hinsichtlich der Miethöhe auch hier die Angemessenheit zu beachten.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.06.2010 | 14:52

Sehr geehrter Herr RA Schröter,
herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Um sich zu gehen, da das meine Hauptsorge ist. Es kommt hier höchstens zu einer Kürzung, nicht zu einer Streichung aufgrund der Überschreitung? Und das gilt auch für Rheinland-Pfalz (Finanzamt Landau)?
Was die Einrichtung betrifft. Naja, das Bett in Rheinland-Pfalz werde ich wohl kaum in NRW nutzen können, also ist eine Neuanschaffung ja notwendig.

Vielen Dank für Ihre nochmalige Mühe

MfG

U.S.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.06.2010 | 22:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

es kommt nur zu einer Kürzung. So auch der BfH in seiner Entscheidung:

Die Ermittlung fiktiver (Miet-)Kosten ist nur dann geboten, wenn die tatsächlichen Kosten so hoch sind, dass es sich nicht mehr um "notwendige" Mehraufwendungen für die Unterkunft handelt.

Die Beschränkung der Mehraufwendungen auf das Notwendige begrenzt den Abzug auf das nach objektiven Maßstäben zur Zweckverfolgung Erforderliche.

Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des BFH und der überwiegenden Auffassung der Finanzgerichte und der Literatur, den notwendigen Mehraufwand auf den angemessenen Bedarf zu beschränken.

Hinsichtlich der Einrichtung sollten Sie das Bett angeben. Möglicherweise wird das von ihrem Finanzamt anerkannt.

Viele Grüße

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