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Wohnungseigentümer, welche Pflichten gegenüber der Hausverwaltung bestehen?


13.11.2015 16:02 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Eigentumswohnung gekauft, die Wohnung befindet sich in einem sechs Parteienhaus das durch eine Hausverwaltung betreut wird.

Nach Kauf der Wohnung habe ich unterschiedliche Renovierungsmaßnahmen durchgeführt / durchführen lassen, als Beispiel:

- Verlegung von Parkett in Schlaf- und Kinderzimmer
- Verlegung von Fliessen in Flur, Küche sowie Badezimmer und Gäste-WC.
- Badezimmer komplett umgestaltet (Wanne raus, begehbare Dusche rein, neue WC-Systeme)
- Türrahmen in zwei Räumen raus und stattdessen Einbau einer Glasschiebetür und eines Rundbogens

Außerdem habe ich in Badezimmer und Kinderzimmer zwei neue Heizkörper eingebaut, da die alten nicht mehr gut aussahen.
Nun erhalte ich eine Mail der Hausverwaltung ich möge mich erklären welche Umbaumaßnahmen ich durchgeführt habe und wer diese Maßnahmen (Namen der Firmen/Freunde) durchgeführt hat. Außerdem habe ich durch den Austausch der Heizungen in den Versorgungskreislauf eingeschritten. Dazu habe ich meinen Wasseranschluss im Keller kurzzeitig abgeschlossen und dann wieder ans Netz genommen, alle anderen Wohnung sollten davon nicht betroffen sein.

Bitte teilen Sie mir mit ob ich die Hausverwaltung über Baumaßnahmen IN der Wohnung zu informieren habe, ob ich Namen zu nennen habe und welche Konsequenzen ich zu befürchten habe.
Auch zum Heizkörper benötige ich Ihren Rat.

Besten Dank für Ihre Unterstützung.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Renovierungsarbeiten im Sondereigentum sind solange ohne Zustimmung der Hausverwaltung und/oder Eigentümergemeinschaft zulässig, wie die Interessen und Rechte der übrigen Eigentümer dadurch nicht beeinträchtigt oder verletzt werden.

Bei dem Austausch der Bodenbeläge mit Fliesen und Parkett können jedoch Schallbeeinträchtigungen (Lärmbeeinträchtigungen) auftreten. Bei dem Austausch der Wanne durch eine begehbare Dusche wurde evtl. in das Rohrleitungssystem des Hauses eingegriffen und es kann dadurch u. U. zu Dichtungsproblemen und Wasserschäden kommen. Durch das Entfernen der Türrahmen und durch den Einbau eines Rundbogens wurde möglicherweise die Bausubstanz verändert, was schlimmstenfalls zu statischen Problemen führen kann, wenn es sich um tragende Wände handelt. Bei dem Austausch der Heizkörper wurde möglicherweise in das Leitungs- und Rohrsystem des Hauses eingegriffen und vor allem wurde in den Versorgungskreislauf der Heizungsanlage eingegriffen, was evtl. zu nachhaltigen Problemen bei der Wärmeversorgung führen kann.

Diese Arbeiten können daher durchaus die Rechte und Interessen der übrigen Eigentümer beeinträchtigen und verletzen, sodass die Durchführung dieser Renovierungs- und Umbauarbeiten möglicherweise einen Verstoß gegen § 14 Nr. 1 WEG darstellen und evtl. sogar als bauliche Veränderung nach § 22 WEG zustimmungspflichtig gewesen wären.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für durchaus zulässig und berechtigt, dass die von Ihnen beschriebenen Informationen von der Hausverwaltung verlangt werden. Nur so kann geprüft werden, ob die von Ihnen vorgenommenen Maßnahmen zur Renovierung überhaupt ohne Zustimmung der Hausverwaltung / der Eigentümergemeinschaft zulässig waren und ob evtl. weitere Maßnahmen notwendig werden. Die Angabe der ausführenden Personen gilt zum einen zur Klärung von Haftungsfragen aber auch der Kontrolle, ob die Arbeiten sachkundig und fachkundig durchgeführt wurden. Es besteht durchaus ein berechtigtes Interesse der Hausverwaltung daran, zu wissen, welche Firma welche Arbeiten durchgeführt hat, wenn dabei evtl. in das Gemeinschaftseigentum (Rohrsysteme, Heizungsversorgung) eingegriffen wurde.

Sie sollten daher die angeforderten Informationen im angeforderten Umfang erteilen. Die Hausverwaltung wird Ihnen danach mitteilen, ob die Arbeiten so wie sie durchgeführt wurden zulässig sind oder ob darin ein Verstoß gegen §§ 14, 22 WEG, die Teilungsvereinbarung oder andere Vereinbarungen der Eigentümergemeinschaft vorliegt.

Soweit die Durchführung der Arbeiten unzulässig war, könnte - wenn möglich - ein Rückbau verlangt werden. Evtl. können auch Regressansprüche der WEG gegen Sie geltend gemacht werden oder aber Sie werden zu Nachbesserungen verpflichtet. Ob und welche Maßnahmen und Konsequenzen ergriffen werden, hängt letztlich davon ab, welche Arbeiten unzulässig waren und inwieweit dadurch die Eigentümergemeinschaft beeinträchtigt wird. Eine genaue Einschätzung möglicher Konsequenzen ist an dieser Stelle daher nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage damit verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin
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