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Wohnungsanmietung

| 04.10.2019 08:27 |
Preis: 25,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


11:52

Zusammenfassung: Vor der Untervermietung einer ganzen Wohnung muss sich ein Mieter vom Vermieter die Erlaubnis holen. Einen Anspruch hat er darauf nicht. Bekommt er die Erlaubnis, bleibt der Mieter vertraglich dem Vermieter verpflichtet und trägt insoweit die Verantwortung für den Untermieter.

sehr geehrte damen und herren, ich habe eine frage zu folgendem sachverhalt:

mein exfreund und ich haben uns getrennt. nun hat er aufgrund von arbeitslosigkeit schwierigkeiten einen vermieter zu finden, der ihm eine wohnung vermietet. er weigert sich aus der aktuell gemeinsam angemieteten wohnung auszuziehen, solange er nichts neues hat.

wäre es denkbar, dass ich eine wohnung anmiete, an ihn untervermiete und mit meinem exfreund vertraglich vereinbare, dass er für sämtliche schäden/mietrückstände usw haftet, obwohl ja dann ich der eigentliche mieter wäre? oder wäre ein solcher vertrag gegenüber dem mietvertrag nicht rechtens bzw nicht wirksam? welche anderen optionen habe ich, mich in einem solchen fall gegenüber fehlverhalten meines exfreundes abzusichern?
04.10.2019 | 09:45

Antwort

von


(33)
Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworten möchte:

Die von Ihnen ins Auge gefasste Konstellation ist nicht zu empfehlen. Zunächst einmal muss Ihnen klar sein, dass Sie immer den Forderungen des Vermieters ausgesetzt sind – unabhängig davon, was Sie mit Ihrem Exfreund vereinbaren. Wenn es also um die Miete oder um Schadensersatz geht, wird der Vermieter sich immer (zumindest auch) an Sie wenden können und in letzter Konsequenz gegebenenfalls auch auf Ihr Vermögen und Ihr Einkommen zugreifen.

Mit einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung können Sie zwar diese Ansprüche auf Ihren Exfreund abwälzen und von ihm fordern, was der Vermieter Ihnen in Rechnung stellt – durchsetzen können Sie diese Ansprüche aber nur, wenn Ihr Exfreund auch über ausreichend Finanzmittel oberhalb der Pfändungsfreigrenzen verfügt. Das hat er aber offenbar gerade nicht, weil das ja wohl der Grund ist, weswegen er Schwierigkeiten hat, einen Vermieter zu finden.

In rechtlicher Hinsicht ist die Idee aber auch nicht durchzusetzen, ohne dass Sie sich selbst schadensersatzpflichtig machen. Denn gemäß § 540 Abs. 1 BGB dürfen Sie eine gemietete Wohnung nur mit Erlaubnis des Vermieters weitervermieten. Soweit es darum geht, dass nicht einzelner Räume vermietet werden oder die Wohnung gemeinsam genutzt wird, sondern die gesamte Wohnung untervermietet wird, besteht auch kein Anspruch darauf, dass Ihnen ein Vermieter die Erlaubnis gibt. In jedem Fall müssen Sie den Vermieter darüber informieren, wer tatsächlich in der Wohnung leben wird.

Die einzige Option, die Sie haben, wäre die, dass Sie Ihre Pläne dem Vermieter bereits vor Abschluss des Mietvertrages offenlegen und sich die Erlaubnis, die Wohnung unterzuvermieten, direkt in den Vertrag hineinschreiben lassen, bzw. die Erlaubnis gleichzeitig erteilt wird. Dann könnten Sie mit einem entsprechenden Untermietvertrag die sich für Sie aus dem Hauptvertrag ergebenden Verpflichtungen – soweit diese wirksam sind – auf Ihren Exfreund abwälzen. Sie tragen dann selbstverständlich aber auch die Verpflichtungen gegenüber Ihrem Exfreund, die der Vermieter Ihnen gegenüber tragen muss.

Ich hoffe, dass Sie durch meine Antwort einen ersten Überblick gewonnen haben. Sollten Sie noch eine Ergänzungs- oder Verständnisfrage haben, können Sie diese über die kostenlose Nachfragefunktion stellen.

Freundliche Grüße aus Hamburg


Rechtsanwalt Jörn Blank

Nachfrage vom Fragesteller 04.10.2019 | 11:28

sehr geehrter herr blank,
vielen dank für ihre schnelle und sehr hilfreiche antwort! habe ich es richtig verstanden, dass bei einem vom vermieter bewilligten untermietvertrag der untermieter (exfreund) gegenüber dem tatsächlichen vermieter bzw wohnungseigentümer für ausstehende mieten und schäden an der wohnung haften würde und nicht der eigentliche mieter (ich)?
viele grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2019 | 11:52

Nein, das haben Sie falsch verstanden. Es bestehen 2 unabhängige Vertragsverhältnisse:

1. Zwischen dem Vermieter und Ihnen.
2. Zwischen Ihnen und dem Exfreund.

Der Exfreund ist Ihnen verpflichtet. Mit ihm können Sie vereinbaren, dass er die Lasten trägt, die Ihnen de facto aus dem Mietverhältnis zwischen Ihnen und dem Vermieter entstehen. Aber das ändert nichts daran, dass Sie vertraglich direkt dem Vermieter verpflichtet bleiben. Erfüllt Ihr Exfreund seine Verpflichtung Ihnen gegenüber nicht, müssen Sie trotzdem die Verpflichtung dem Vermieter gegenüber erfüllen.

Sie können also kaum etwas gewinnen. Außer vielleicht, dass Ihr Exfreund aus dem Mietvertrag entlassen wird (das müssen Sie vorher auch noch mit Ihrem jetzigen Vermieter klären – da muss der nämlich auch noch zustimmen, wenn Sie beide Mietvertrag stehen).

Ansonsten ist die Situation aber so, dass der Vermieter faktisch 2 Personen hat, die seine Ansprüche sichern, der Exfreund hat eine Wohnung, Sie erst kostenintensiv räumen lassen müssten, wenn er keine Miete mehr zahlt.

Das ist überhaupt keine gute Idee, ich rate dringend ab.

Bewertung des Fragestellers 06.10.2019 | 07:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

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Wie freundlich war der Anwalt?

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"sehr hilfreich, vielen dank!!!"
Stellungnahme vom Anwalt:
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5/5,0

sehr hilfreich, vielen dank!!!


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