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Wohnung malern, welche Kosten sind gerechtfertigt?


01.11.2006 15:40 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Hallo,

ich habe eine 56qm 3-Zi Wohnung für 6 Monate gemietet und wollte ausziehen. 3 Monate vorher gekündigt, alles bestens. Habe über die dreckigen Stellen gemalert, alles sah wie neu aus, man hat auch keine Ränder etc. gesehen.
Der Vermieter allerdings will nach der Besichtigung dass ich komplett alles neu malere, und stellt mir dafür 104 EUR in Rechnung (als vorläufige Rechnung, er hat noch nichts machen lassen). 104 EUR = 17,50 % von ca. 500 EUR, weil angeblich eine Ausschreibung für so eine Wohnung zu einem Preis von 500 EUR kommen würde wenn ein Malerbetrieb das macht. Wie gesagt, nur malern, kein tapezieren.

Nun habe ich eine Firma gefunden die das ganze für 250 EUR macht (Mein Anteil wäre dann nur noch ca. 50 EUR), inkl. Rechnung etc. Der Vermieter sagt nein, mit dieser Firma hätte man keinen "Rahmenvertrag".

Kann ich den Vermieter zwingen diese billige Firma zu nehmen, wenn nein, gibt es sonst eine Möglichkeit da billiger rauszukommen und muss ich nach 6 Monaten überhaupt schon komplett neu streichen?

Danke
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

1. Ob eine Renovierung nach der Kürze der Mietzeit von Ihnen vorgenommen werden muss, ergibt sich aus dem Mietvertrag. Da Sie hierzu nichts mitgeteilt haben, kann ich Ihnen nur anbieten, diesen daraufhin zu überprüfen, wodurch jedoch weitere entstehen würden.

Nur soviel: Grundsätzlich ist es Sache der Vermieters, das Mietobjekt zu erhalten, also auch die Renovierung durchzuführen.
Dies kann per Mietvertrag auf den Mieter übertragen werden. Diesen Vertragsklauseln wurden jedoch vom BGH enge Grenzen gesetzt. Sind diese Grenzen durch die Klauseln nicht eingehalten, sind sie unwirksam mit der Folge, dass wieder der Vermieter die Renovierungspflicht trägt.

2. Angenommen die Renovierungspflicht würde Sie tatsächlich treffen, wäre es allerdings Ihre Sache, wie Sie dieser nachkommen. Wenn Sie eine günstigere Firma kennen, die fachgerecht arbeitet, können Sie diese selbstverständlich beauftragen. Es muss nicht die Firma sein, die der Vermieter gerne hätte. Wenn Sie es wollen und können, könnten Sie die Renovierung auch selbst vornehmen.

Dies alles unter dem Vorbehalt einer Prüfung des Mietvertrages, aus dem sich etwas anderes ergeben kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2006 | 17:11

Hallo,

danke für die Antwort. Nehmen wir an mich würde die Renovierungspflicht treffen: Sie schreiben ja, die Firmenwahl steht mir frei, ich kann auch eine günstigere nehmen. Aber kann ich die Kosten für diese günstigere Renovierung dann zu 82,50 % auf den Vermieter umlegen? Oder muss ich alles komplett selbst tragen, obwohl der Vermieter ja selbst vorrechnet dass er bei den 500 EUR für die andere Firma fast 400 EUR selbst bezahlen würde.

Besten Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2006 | 17:26

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgtbeantworten darf:

Eine Übernahme der vollen Renovierungspflicht nach nur 6 Monaten würde mich wundern. Gültigkeit dürfte diese Klausel nur haben, wenn Sie sich am Grad der Abnutzung ausrichtet. Dies hätte dann zur Folge, dass Ihr Vermieter beim Wunsch einer vollen Renovierung nur den Teil von Ihnen verlangen könnte, der Ihrer Wohndauer entspricht. Stellen Sie sich es wie eine Verrechnung alt gegen neu vor. Der Vermieter bekommt eine neu renovierte Wohnung, obwohl dies erst nach einer ungleich längeren Mietdauer der Fall gewesen wäre.

Eine solche Klausel vorausgesetzt, müsste Ihr Vermieter auch bei einer anderen Firma anteilig die Kosten übernehmen. Da er sich diesbezüglich auch schon geäußert hat, könnte man zudem argumentieren, dass er sich zu seinem vorherigen Verhalten in Widerspruch setzt.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit abschließend beantworten und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 01.11.2006 | 16:51

Unter 1. muss es natürlich heißen: "weitere Gebühren entstehen würden"
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