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Wohnung gekündigt worden ....was nun?


| 09.05.2007 09:55 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Anwälte,
ich weiss nun wirklich nicht mehr weiter. Habe gestern in meinem Briefkasten das Urteil gehabt, dass ich meine Wohnung an den Vermieter herraus geben muss (Wohnungsbau GmbH) und habe keine Ahnung was ich jetzt machen soll. Lebe seit einiger Zeit von HatzIV und habe in der Tat in der Zeit 3 mal das Geld für die Miete nicht weiter geleitet, da ich in dieser Zeit in einer schlimmen persönlichen Verfassung war.
Mittlerweile leitet das Amt die Miete direkt an den Vermieter weiter und ich bin gerade im begriff eine neue Arbeitsstelle zu bekommen und so sollte es auch gehen - wollte den Rückstand dann vom Verdienten Geld ausgleichen. Nun stehe ich hier und habe null Ahnung wie weiter.
Von einem anderen Amt bekam ich auch einen Brief in dem mir "Hilfe" angeboten wurde, jedoch war ich bereits bei diesem Amt wegen der Rückstände und die damalige Aussage des Sachbearbeiters war "sieht schlecht aus, da sie die Miete zwecksentfremdet haben" und er wollte noch Unterlagen haben, die eigentlich vorlagen, nämlich Kontoauszüge und Mietrückstandstabelle. Einzig bei den Kontoauszügen konnte ich nur eine Kopie der Bank vorlegen die im wesentlichen alles beinhaltet jedoch nicht in der üblichen Form sondern alles auf din A 4 Blättern (da es ja eine Kopie war) - die Bank sagte mir, Kopien in Form von Auszugsdruckern wäre nicht möglich. Daran scheiterte damals die bearbeitung. Ich bin im moment ohnehin ein aussichtsloser Fall was mein Leben betrifft, verliere ich jetzt jedoch noch die Wohnung, bin ich fertig.

Sollte der Einsatz nicht reichen, wäre ich auch bestimmt in der Lage einen Beratungsschein zu besorgen und diesen noch auf postalischem Wege dem antwortenem Anwalt zu schicken.

Welche möglichkeiten habe ich um die Wohnung nicht zu verlieren, daran hängt praktisch meine Zukunft ?

P.S Notfalls benötige ich auch für weitere Schritte einen Rechtsbeistand und wäre deshalb froh, würde der Anwalt hier aus der Nähe kommen oder aber auch ausserhalb dieser Plattform zur Verfügung stehen.
09.05.2007 | 10:42

Antwort

von


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Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 22062060
Web: www.tarneden-inhestern.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des mitgeteilten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst hängt das weitere Vorgehen davon ab, ob Ihnen lediglich fristlos oder zusätzlich hilfsweise fristgerecht gekündigt worden ist:

Wenn Ihnen lediglich fristlos gekündigt worden ist, und Ihnen das in den letzten beiden Jahren nicht schon einmal passiert ist, dann können Sie zum Job Center gehen, und einen schriftlichen Antrag auf darlehensweise Übernahme der Mietrückstände stellen. Dem Antrag sollten Sie die Kündigung beifügen, weil sich aus dieser der Rückstand ergeben sollte. Sie sollten dem Job Center eine kurze Frist zur Bescheidung Ihres Antrages setzen. Gleichzeitig sollten Sie den Vermiter informieren, dass Sie eine Regulierung der Rückstände durch das Amt anstreben, damit dieser keine kostenauslösenden Schritte einleitet. Lehnt das Amt Ihren Antrag ab, können Sie über einen Anwalt Widerspruch einlegen und eine einstweilige Anordnung beim Sozialgericht beantragen. Dies wird Erfolg haben.

Wenn Ihnen gleichzeitig auch fristgerecht gekündigt worden ist, dann sieht es etwas anders aus. Die fristgerechte Kündigung wird im Gegensatz zur fristlosen nicht automatisch per Gesetz unwirksam, wenn die Rückstände bezahlt werden. Hier müssen Sie zunächst eine Vermieterbestätigung einholen, worin der Vermieter bestätigt, dass das Mietverhältnis fortgesetzt wird, wenn die Rückstände beglichen werden. Wenn Sie diese Bestätigung haben, dann können Sie wie oben verfahren. Gibt Ihnen der Vermieter die vorgenannte Bestätigung nicht, haben Sie keine Chance. Sie können aber zuversichtlich sein. In der Regel sind Vermieter wie Wohnungsbau GmbH in derartigen Fällen sehr gnädig.

Meines Erachtens sind Kontoauszüge für die Bearbeitung des Antrages nicht erforderlich. Aber wenn es Streit darum gibt würde ich sie halt zur Verfügung stellen. Die Bank hat auf jeden Fall die Umsätze Ihres Kontos noch zur Verfügung und kann Ihnen entsprechend auch Kontoauszüge geben. Dies könnte aber was kosten. Falls Sie sich weigert, ist die Bank unter Fristsetzung aufzufordern.

Ihre Vertretung ist grundsätzlich auch problemlos von hier aus möglich.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 09.05.2007 | 10:55

Sehr geehrter Hr. Patrick Inhestern,
vielen Dank für die rasche Antwort. Es handelt sich um eine fristlose Kündigung bedingt eben durch den Mietrückstand. Beim Jobcenter ist dies bekannt und mein dortiger Berater hat mich damals zum Amt für Soziales, Jugend und Wohnen geschickt. Dort konnte mir wie gesagt nicht weiter geholfen werden weil die Kontoauszüge die ich hatte, nicht die Form hatten wie sie aus dem Auszugdrucker kamen (nicht mehr vorhanden da ich bis dato sie nicht sammelte), sondern eben aufgelistet auf din A4 Papier.
Auf dem Urteil steht Versäumnisurteil, was auch immer das bedeutet. Welchen Weg soll ich nun gehen? Vermieter, Amt für soziales oder Jobcenter ? Ich bin echt fertig mit der Welt und habe zur Zeit keinen klaren gedanken.

Beratungsschein???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.05.2007 | 11:25

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Wie bereits ausgeführt, ist das JobCenter für Sie zuständig. Dies gilt umso mehr, als Sie geschrieben haben, dass Sie bald wieder eine Beschäftigung aufnehmen. Wenn Sie diese Beschäftigungsaufnahme bereits per Arbeitsvertrag nachweisen können, nehmen Sie dies auch mit zum Job Center. Sie müssen dort einen schriftlichen Antrag stellen. Etwaige Gespräche mit irgendwelchen Fallmanangern entfalten keine Rechtswirkung.
Streng genommen ist beim JobCenter Voraussetzung für Darlehensübernahme Verhinderung einer Beschäftigungsaufnahme durch Wohnungsverlust. In der Praxis übernehmen sie aber solche Darlehen

Wenn Sie einen ablehnenden Bescheid bekommen haben, dann können Sie zum Amt für Soziales gehen, und dort einen entsprechenden Antrag auf Übernahme stellen. Sozialhilfe ist nachrangig, deswegen brauchen Sie für einen Antrag dort einen ablehnenden Bescheid vom JobCenter.

Also erst JobCenter, dann Amt für Soziales, dem Vermieter würde ich Kopien von Ihren Anträgen überlassen, damit er nicht schon klagt, wodurch unnötige Kosten entstehen.

Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie bitte an.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 09.05.2007 | 11:40

Wenn Sie schon ein Versäumnisurteil kassiert haben, dann sind Sie offensichtlich schon zur Räumung der Wohnung verurteilt worden. Sie müssen unbedingt Einspruch gegen das Versäumnisurteil einlegen. Ein Unwirksammachen der Kündigung ist nur möglich bis 2 Monate, nachdem Sie die Räumungsklage im gelben Brief erhalten haben. Sie müssen sich mit allem sehr beeilen.

Rufen Sie bitte an!

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
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