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Wohnung als Büro anmieten: Betriebsausgabe?

| 26.09.2019 22:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich bin als freier digitaler Künstler selbständig und wohne mit meiner Freundin und Tochter in einer 3-Zimmer Wohnung. Da ich dort leider keinen Platz zum arbeiten habe, habe ich eine 2-Zimmer-Wohnung als Büro angemietet. Der Mietvertrag dafür ist als normale Wohnung (nicht Gewerbe o.ä.), die Wohnung ist von den qm genauso groß wie meine Hauptwohnung und die Miete ist 100 Euro teurer. Etwas günstigeres ist bei den aktuellen Mietpreisen aber leider nicht zu finden. In der neuen Wohnung gibt es ein kleines Schlafzimmer, großes Arbeitszimmer, sowie Bad und Küche.
Ich habe vor, die Wohnung komplett einzurichten und renovieren zu lassen. Da ich viel bis spät nachts arbeite, werde ich wohl auch ab und zu in der Wohnung übernachten oder kochen und persönliche Dinge dort haben. Kann ich trotzdem die Miete und Nebenkosten komplett als Betriebsausgabe geltend machen?
Sind die Renovierungskosten (Streichen, Laminat verlegen) und die Ausstattung mit Küchen-, und Badmöbeln auch Betriebskosten?
Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich sehe da kein Problem. Wenn Sie ein Büro anmieten, um dort zu arbeiten, dann spielt es erst einmal keine Rolle, ob das Büro eigentlich wie eine Wohnung und nicht wie ein klassisches Büro aussieht. Wenn Sie diese Wohnung als Betriebsstätte deklarieren, dann sind alle damit verbundenen Kosten Betriebsausgaben, also Miete, Nebenkosten etc. Auch die Renovierung gehört dazu. Zunächst werden Sie diese Kosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen, und dann kann es dazu kommen, dass die Veranlagungsstelle nachfragt und vielleicht den Ermittlungsbeamten zu Ihnen schickt, der sich - nach vorheriger Anmeldung - dann Ihr Büro anschaut, ob alle Kosten tatsächlich dort angefallen sind. Oder es wird eine Betriebsprüfung angesetzt mit demselben Ziel. Soweit ich es beurteilen kann, werden Sie damit keine Probleme haben.

Ich sehe eher eine andere Schwierigkeit: Das Finanzamt könnte nach Lage der Dinge auf die Idee kommen, dass Sie von Ihrer Frau (Familie) getrennt leben. Sollten Sie mit Ihrer Frau zusammenveranlagt werden (Vorteil des Ehegattensplitting) und tatsächlich nicht zusammen wohnen, dann kann sie Veranlagungsstelle da kritisch darauf reagieren, also das Bestehen der Ehe anzweifeln und meinen, Sie würden getrennt leben, also kein Anrecht auf die steuerlichen Vorteile derZusammenveranlagung haben. Vielleicht klingt das für Sie weit hergeholt, aber solche Fälle gibt es.

Um jegliche Fragen vorwegzunehmen, würde ich mit dem für Sie zuständigen Sachbearbeiter der Veranlagungsstelle sprechen und den Sachverhalt genauso vortragen und in einem Aktenvermerk festhalten lassen. Dann können Sie sich immer darauf berufen, dass Sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt haben.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Mit freundlichen Grüßen!

Rückfrage vom Fragesteller 27.09.2019 | 20:16

Vielen Dank für Ihre Antwort. Meine Freundin und ich sind nicht verheiratet und werden nicht zusammen veranlagt, daher sollte das kein Problem sein.
Meine Frage ging eher dahin gehend, sicher zu gehen, dass ich keine Probleme bekomme, wenn ich auch ab und zu in der Wohnung, die ich ale Büro habe, übernachte, esse oder persönliche Dinge wie Kleidung u.ä. dort habe.
Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.09.2019 | 20:39

Das ist ja eigentlich schon traurig, was man dem Fiskus so alles zutraut:) Aber natürlich tun Sie gut daran, vorsichtig zu sein. Es ist aber wirklich völlig ohne Belang, was Sie in Ihrem Büro tun. Vergessen Sie einfach, dass Sie es (auch) als Wohnung sehen und benutzen - das ist doch der übliche Gebrauch. In den Rechtsanwaltskanzleien, die ich kenne, gibt es Badezimmer, eine Art Ruheraum mit Sofa etc., es wird in einer kleinen Küche auch Kaffee gekocht, es gibt eine Mikrowelle. Wie in den meisten anderen Büros auch, in denen Menschen arbeiten und (dabei auch) leben. Und manche Kollegen übernachten auch ab und zu im Büro auf der Schlafcouch, anstatt noch 100 km nach Hause zu fahren. Was ich also sagen will, ist dies: Der Fiskus ist zwar kritisch, aber er schreibt niemandem vor, wie er in seinem Büro die Zeit verbringt (das wäre ja schlimm). Er prüft nur, ob die Ausgaben, die Sie steuerlich geltend machen, auch tatsächlich angefallen sind, ob also der Teppichboden tatsächlich im Büro und nicht etwa in der Privatwohnung verlegt wurde. Und wenn Sie die besagte Mikrowelle als Betriebsausgaben absetzen, dann würde der Ermittlungsbeamte oder Betriebsprüfer nachschauen, ob in Ihrem Büro wirklich die angegebene Mikrowelle steht. Aber dass Sie Ihr Büro so einrichten, dass Sie sich darin wohl fühlen und gut dort arbeiten können, daran hat das Finanzamt nicht zu zweifeln. Grenze: Unangemessene Ausgaben wie die berühmten goldenen Armaturen oder der Mahagonischrank. Aber selbst da kommt es auf den Einzelfall an.

Bewertung des Fragestellers 29.09.2019 | 18:42

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Stellungnahme vom Anwalt:

Herzlichen Dank!