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Wohnsitzverlagerung aus den USA nach Deutschland / selbständiges Einkommen

29.07.2020 18:50 |
Preis: 45,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: In Deutschland gilt das so genannte Welteinkommensprinzip.

Ende Juli 2019 habe ich meinen Wohnsitz mit meinem Mann (US-Staatsbürger) und meiner Tochter für einen vorübergehenden Aufenthalt von knapp 12 Monaten nach Deutschland verlegt. Mittlerweile leben wir wieder in den USA. Ich selbst bin freiberuflich tätig und war in diesem Zeitraum wieder in Deutschland beim Finanzamt angemeldet, mein Mann hat in Deutschland nicht gearbeitet und auch keine sonstigen Bezüge erhalten.

Nun meine Fragen:
1) Ich habe nach meinem Umzug nach Deutschland noch Zahlungen von Rechnungen erhalten, die sich auf einen Leistungszeitraum aus der ersten Jahreshälfte beziehen, als ich noch in den USA gelebt habe. Wo genau gebe ich diese Einkünfte in der deutschen Steuererklärung an? Sind dies "Ausländische Einkünfte, die während der Zeit im Ausland erzielt wurden (und nicht der deutschen Einkommenssteuer unterliegen)" oder gehören sie in die Anlage N-AUS (und wenn ja wo genau dort)?

2) Muss mein Mann aufgrund der Ehe in jedem Fall auch eine Steuererklärung abgeben bzw. müssen wir eine gemeinsame Steuererklärung abgeben obwohl er in Deutschland keine Einkünfte hatte?

Einsatz editiert am 30.07.2020 06:52:24
Eingrenzung vom Fragesteller
30.07.2020 | 08:33
30.07.2020 | 16:51

Antwort

von


(292)
Frankenstraße 10
56626 Andernach
Tel: 01747154264
Web: http://www.evdorrien.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gemäß § 11 EStG sind Ihnen die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit in der Zeit Ihres Aufenthaltes in Deutschland zugeflossen:

<a target="_blank" href="https://dejure.org/gesetze/EStG/11.html" rel="nofollow">https://dejure.org/gesetze/EStG/11.html</a>

und sind daher als "normale" Einkünfte zu versteuern, denn Sie sind als deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland ab Ende Juli 2019 hier unbeschränkt steuerpflichtig gewesen.

Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz (§ 8 AO ) oder gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO ) haben, werden nach § 1 Abs. 1 EStG der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht unterworfen (ohne dass es auf ihre Staatsangehörigkeit ankommt). Unbeschränkt heißt, dass sich die Steuerpflicht auf alle in- und ausländischen Einkünfte im Sinne von <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/2.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 2 EStG: Umfang der Besteuerung, Begriffsbestimmungen">§ 2 Abs. 1 EStG</a> erstreckt (Besteuerung des Welteinkommens).

Voraussetzung dafür, diese Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nicht hier versteuern zu lassen, ist, dass die Tätigkeit im Ausland ausgeübt oder verwertet wird (z.B. Autorenrechte). Ob hier ein Fall ausländischer Verwertung vorliegt, kann ich vorläufig nicht beurteilen.

Das Prinzip der Besteuerung des Welteinkommens wirft für Sie nur dann Probleme auf, wenn sowohl der deutsche Staat, in dem Sie als Steuerpflichtige wohnen/gewohnt haben, als auch der ausländische Staat, in dem Sie die Einkünfte erzielt haben, dieselben Einkünfte besteuern wollen. Die Wohnsitzbesteuerung im Inland und die Quellenbesteuerung im Ausland können dann zu einer Doppelbesteuerung führen. Da Sie aber keine US-amerikanische Staatsangehörige sind, werden Sie insofern nicht der US-amerikanischen Besteuerung unterworfen, also der wohnsitzunabhängigen Steuerpflicht aller US-amerikanischen Staatsangehörigen.
Insofern gehe ich nicht davon aus, dass das DBA USA-Deutschland hier überhaupt zur Anwendung kommt bzw kommen muss.

Die Anlage AUS benötigen Sie nur in folgenden Fällen:

Sie haben Einkünfte (außer Kapitalerträge und Arbeitslohn) aus dem Ausland bezogen, die

- auch im Inland steuerpflichtig sind und wollen die ausländische Steuer auf Ihre Einkommensteuer anrechnen lassen;
- in Deutschland steuerfrei sind, aber den Steuersatz der inländischen Einkünfte verändern (Progressionsvorbehalt).

Ihren Angaben zufolge sehe ich hier keine Anwendbarkeit der Anlage AUS.

Was Ihren Ehemann betrifft, so schreiben Sie, dass er in Deutschland keine eigenen Einkünfte hatte. Vielleicht hatte er aber ausländische Einkünfte? Deshalb nur der Vollständigkeit halber: Jeder Ehegatte mit ausländischen Einkünften benötigt eine eigene Anlage AUS. In Deutschland gilt - wie gesagt - insofern das Welteinkommensprinzip, das heißt, solange Ihr Ehemann (unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit) seinen Wohnsitz in Deutschland hatte, ist er hier mit seinen Einkünften zur Einkommensteuer heranzuziehen.

Die Frage einer gemeinsamen Steuererklärung stellt sich insofern für Sie beide, allerdings nur dann, wenn Sie gemeinsam veranlagt werden. Sie können natürlich auch die getrennte Veranlagung wählen für die Zeit Ihrer Ansässigkeit in Deutschland. Wegen der Einzelheiten muss ich Sie allerdings an einen Steuerberater verweisen, da ich keine weiteren Erkenntnisse habe und dies im Rahmen der Online-Beratung auch nicht wirklich zufriedenstellend zu lösen wäre.

Wenn noch etwas unklar geblieben ist, so fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 30.07.2020 | 17:23

Sehr geehrte Frau v. Dorrien,

vielen Dank für Ihre Antwort. Hierzu habe ich noch Verständnisfragen:

1) Dass meine Einkünfte ab meiner Anmeldung in Deutschland unter das Welteinkommensprinzip fallen war mir bereits bekannt, mir ging es nun vor allem darum wo genau ich diese Einkünfte in der Steuererklärung deklariere (siehe meine überarbeitete Fragestellung). Sie schreiben, dass es sich um "normale Einkünfte" handelt. Ist somit die Angabe unter "umsatzsteuerfreie Betriebseinnahmen" korrekt?

2) Meine zweite Frage bezog sich darauf, ob mein Ehemann, sofern er in der Zeit in der wir in Deutschland gelebt haben keine Einkünfte hatte, überhaupt verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben. D.h. gibt es die Option, dass nur ich eine Steuererklärung abgebe (bei getrennter Veranlagung) und er nicht? Oder müssen bei Eheleuten immer beide - getrennt oder gemeinsam - eine Steuererklärung abgeben?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.07.2020 | 17:58

Sehr geehrte Fragestellerin, mit "normalen" Einkünften meinte ich, dass es sich nicht um ausländische Einkünfte im Sinne der Anlage AUS handelt, Sie können Sie also in der Tat auf der Anlage S unterbringen - wobei ich mich zur Frage der Umsatzsteuer nicht zu äußern vermag, da ich die genaue Herkunft der Einnahmen und ihre Umsatzversteuerung nicht einschätzen kann. Es handelt sich jedenfalls um Ihnen gemäß § 11 EStG zugeflossene Einkünfte und nicht um ausländische Einkünfte im Sinne der Anlage AUS, darauf schien sich Ihre Frage zu beziehen. Ihre Eingrenzung der Frage habe ich natürlich zur Kenntnis genommen, allerdings kann ich nichts zur Frage der Umsatzbesteuerung sagen Ich habe schon angedeutet, dass ich nicht einschätzen kann, wo der Leistungsort tatsächlich liegt, da mir Ihre genaue Tätigkeit und somit die Herkunft Ihrer Einnahmen nicht bekannt sind. Wenn der Leistungsort nicht im Inland war, so hat Ihr Steuerprogramm die Zuordnung sicherlich richtig vorgenommen, ob es sich aber tatsächlich um nicht umsatzsteuerbare Leistungen Ihrerseits handelt, vermag ich nicht zu sagen. Dass ihre Einkünfte (einkommensteuerrechtlich) auf der Anlage S einzutragen sind, besagt insofern noch nichts über die Umsatzsteuer. Diese müssten sie ja in Ihrer Umsatzsteuererklärung dann gesondert ausweisen. Darauf hat sich Ihre Frage ursprüngliche Frage sowie die Eingrenzung Ihrer Frage aber nicht bezogen - Sie haben nur erwähnt, dass Ihr Steuerprogramm diese Einkünfte so ausweist, das aber kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Sicher ist, dass Ihre Einkünfte als Einkünfte aus freiberuflicher oder selbständiger Tätigkeit in Ihrer Einkommensteuererklärung (Anlage S) einzutragen sind.

Wenn Sie eine getrennte Einkommensteuerveranlagung vornehmen (sog. Einzelveranlagung), so muss Ihr Ehemann - wenn er keine zu erklärenden Einkünfte hatte - keine eigene Einkommensteuererklärung abgeben. Geben Sie eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ab (Zusammenveranlagung), so tragen Sie bei "Ehepartner" Einkünfte = 0 ein.

Nochmals freundliche Grüße!

EvD

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