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Wohnsitz und Arbeitgeber in der Schweiz, neu zusätzlicher Wohnsitz in Deutschland

07.06.2021 11:14 |
Preis: 120,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin Angestellter meiner eigenen GmbH in der Schweiz und bin zusätzlich 35% angestellt ohne Führungsfunktion bei einer AG, welche nicht mir gehört. Ich bin als Berater ausschliesslich im Inland tätig. Auch meine erwachsenen Kinder leben in der Schweiz. Meine Lebenspartnerin lebt und arbeitet in Deutschland nahe an der Grenze zur Schweiz. Ich lebe einen Grossteil bei ihr, arbeite auch hier im Homeoffice (ausschliesslich für Kunden mit CH-Wohnsitz).
Ich bin bis jetzt ausschliesslich in der Schweiz steuerpflichtig und da auch vollständig sozialversichert, AHV, IV, ALV, Pensionskasse, Krankengrund- und Krankentaggeldversicherung sowie Unfallversicherung. Dies kann ich mit Formular A1 auch belegen.
Ich erziele keine Einkünfte in / aus Deutschland.

Meine Fragen:
1. Was wären die Konsequenzen, wenn ich mich in Deutschland anmelde, meinen Wohnsitz und meinen Firmensitz und die Anstellungen in der Schweiz behalte. Ich werde dann wahrscheinlich über 183 Tage pro Kalenderjahr in Deutschland sein, muss ich mein Schweizer Einkommen zusätzlich in Deutschland versteuern, bzw. eine Steuererklärung in Deutschland ausfüllen?

2. Ich habe gelesen, dass überobligatorische Beiträge in die Pensionskasse seit 1.1.2021 in Deutschland als Einkommen steuerpflichtig seien. Ich leiste solche Beiträge gemäss Vorsorgeplan, wäre ich davon auch betroffen?

3. Zählen die 183 Tage gesamt in der Summe oder können die mit Unterbrüchen immer wieder quasi neu gestartet werden? Und wenn ja, wie lange müsste dann ein Unterbruch sein? Wie kann/muss ich diese Aufenthaltstage belegen?

4. Würde unter Umständen auch meine Firma in Deutschland steuerpflichtig? Und wenn ja, unter welchen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

07.06.2021 | 12:03

Antwort

von


(212)
Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihre Frage auf der Grundlage Ihrer Angaben im Rahmen dieser Erstberatung beantworten.
Vorsorglich weise ich darauf hin, dass ich nur Auskunft geben kann, über die steuerlichen Auswirkungen in Deutschland geben kann.
Darüber hinaus kann es sich hierbei, aufgrund der Komplexität des internationalen Steuerrechts, nur um eine erste Einschätzung und keine
vollumfassende Beratung handeln.

Mit der Begründung eines Wohnsitzes in Deutschland werden Sie unbeschränkt steuerpflichtig. Das bedeutet grundsätzlich, dass Sie
Ihr gesamtes Welteinkommen in Deutschland deklarieren und versteuern müssen. Zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen haben die Bundesrepublik Deutschland sowie die Schweizerische Eidgenossenschaft ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen und dort vereinbart,
welcher Staat für welche Einkünfte das Besteuerungsrecht haben soll. Wichtig ist, dass es für die unbeschränkte Steuerpflicht nicht auf die melderechtliche Anmeldung "ankommt", sondern darauf, ob Sie in Deutschland eine Wohnung unter Umständen innehaben, die darauf schließen lassen, dass Sie
diese dauerhaft nutzen wollen (§ 8 AO). Es wäre also denkbar, dass Sie bereits jetzt eine Wohnung in diesem Sinne innehaben, wenn Sie beispielsweise einen Schlüssel zu der Wohnung Ihrer Lebensgefährtin haben.

Da Sie somit in beiden Staaten unbeschränkt steuerpflichtig sind, findet das DBA Anwendung (Artikel 4 Absatz 1). Weiterhin ist davon auszugehen, dass Sie
in Deutschland (abkommensrechtlich) ansässig sind, weil sie hier ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, da sie über 183 Tage in Deutschland sind. Ließe sich der gewöhnliche Aufenthalt nicht bestimmen, käme es auf Ihre Staatsangehörigkeit an (Artikel 4 Absatz 2 DBA). Bei den 183 Tage kommt es grundsätzlich auf geringfügige Unterberechnungen nicht an, wobei im Einzelfall zu prüfen wäre, bei welcher Unterberechnung ein neuer 183-Tage-Zeitraum beginnt.

Für die Frage, wo Ihre Einkünfte effektiv zu versteuern sind, kommt es auf das DBA an.

a) Tätigkeit als Angestellter einer AG (ohne Führungsfunktion)

Ich unterstelle, dass Sie - aufgrund Ihrer Wohnung in der Schweiz - an mehr als 60 Tagen im Jahr - nicht nach Feierabend nach Deutschland zurückgehen sind Sie kein Grenzgänger im Sinne von Art. 15a des DBA sind. Gemäß Artikel 15 Absatz 1 DBA werden Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit grundsätzlich dort besteuert, wo eine Person ansässig ist (hier: Deutschland). Dies gilt nicht, wenn die Arbeit in dem anderen Land (hier: Schweiz) ausgeübt wird. Die Regelung des Artikel 15 Absatz 2 DBA kommt nicht zur Anwendung, weil Ihr Arbeitgeber seinen Sitz in der Schweiz hat.

b) Tätigkeit als Geschäftsführer der eigenen GmbH

Gemäß der Sonderregelung des Artikel 15 Absatz 4 DBA wird der Tätigkeitsort bei leitenden Angestellten dort fingiert, wo die Gesellschaft ihren Sitz hat, also in der Schweiz. Deutschland hat dann gemäß Art. 24 DBA Steuerfreiheit zu gewähren.

Ihr Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH wird in Deutschland dann steuerpflichtig, wenn sich die Geschäftsleitung in Deutschland befindet, d.h. unternehmerische Entscheidungen aus Deutschland heraus getroffen werden. Solange Sitz und Geschäftsleitung in der Schweiz verbleiben, wird die Gesellschaft in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig. Es wäre denkbar, dass die Gesellschaft in Deutschland beschränkt steuerpflichtig ist oder wird. Dies ist aber in der Regel nicht abhängig von Ihrem beabsichtigten Umzug nach Deutschland.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Da es sich ggf. um komplexe Rückfragen handelt, für die die Rückfragefunktion nicht ausreicht, biete ich Ihnen gerne an, mir per e-Mail (m.kraemer@mbk-office.de) zu schreiben.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt


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63505 Langenselbold
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