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Wohnsitz (neu) in der Schweiz, Arbeit in Deutschland

25.11.2009 14:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch


Wir haben ein Problem, auf das und bis jetzt Keiner eine Antwort geben konnte und auch Niemand vorher gewarnt hat:

Wir wohnen jetzt seit genau 1 Jahr in der Schweiz, da wir auf der deutschen Seite keine Immobilie gefunden haben, die uns gefällt (keinesfalls als Steuerflüchtlinge o.ä.). Ich arbeite nicht, da wir 2 Söhne haben (2 1/2 Jahre und 10 Monate). Für uns war klar, dass mein Mann aufgrund der Tatsache, dass wir als Deutsche in der Schweiz leben und er in Deutschland arbeitet, in Deutschland weiterhin Steuern zahlt (wie vorher auch, Steuerklasse 3, 2 Kinderfreibeträge). Der Arbeitgeber hat nun jedoch ihn in Steuerklasse 1 ohne Kinder eingestuft, weil das rechtlich angeblich so wäre. Das bedeutet nun, da die Mieten in der Schweiz ohnehin teurer sind, dass der Arbeitgeber schlappe 600 Euro monatlich mehr abzieht als zu Beginn der Tätigkeit (12/2008) und dazu, weil sie ihren angeblichen Fehler erst durch die Geburt unseres 2. Sohnes in diesem Jahr gemerkt haben, auch noch die angeblich zuviel gezahlten Beträge aus den Vormonaten. Wir machen nun monatlich Minus und wissen nicht, was wir tun sollen und sind total verzweifelt, zumal uns auch das deutsche Finanzamt und der hinzugezogene Steuerberater nur falsche Auskünfte gegeben haben. Wir können doch nichts dafür, dass es unsere Wunschwohnung nur in der Schweiz gab.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich möchte Ihre Frage anhand des dargestellten Sachverhaltes wie folgt beantworten:

1. Das Vorgehen des Arbeitgebers ist so korrekt. Dadurch, dass Sie in die Schweiz gezogen sind, sind Sie beide nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig, was dazu führt, dass Vergünstigungen wie die gemeinsame Veranlagung, etwaige Freibeträge nicht mehr gewährt werden.

2. Ihr Ehemann kann sich aber auf Antrag gem. § 1 Abs. 3 EStG als unbeschränkt steuerpflichtig behandeln lassen, da Sie angeben nur die deutschen Einkünfte zu haben. Ebenso können Sie als Ehegattin gem § 1 a Abs 1 Nr.2 EStG ebenfalls sich als unbeschränkt steuerpflichtig behandeln lassen. Folge ist, dass Sie dann den Splittingtarig angewandt bekommen und die sonstigen Freibeträge wie bei normalen unbeschränkt Steuerpflichtigen erhalten.

3. Diesen Antrag können Sie auch noch für 2008 ab dem Wegzug stellen, ebenso für 2009. Hierfür sollten Sie die Formulare "Anlage Grenzpendler EU/EWR" "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" stellen.

Sie müssen dann zwar jährlich Steuererklärungen abgegeben, die Freibeträge sollten dann aber eingetragen werden, falls Sie dies noch rückwirkend für dieses Jahr machen wollen sollte der Antrag bis zum 30.11.2009 beim Finanzamt des Arbeitgebers abgegeben werden.

Ich hoffe Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben.

Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2009 | 15:21

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Information, aber: Gilt das definitiv auch für die Schweiz ??? Das Finanzamt behauptet, das würde nur für Wohnsitz in der EU gelten (sehr unfreundlich übrigens...). Den Antrag haben wir nämlich genau so gestellt, aber es wird sich geweigert, mich als unbeschränkt steuerpflichtig zu behandeln (das ginge VIELLEICHT für meinen Mann, aber nicht für die Familie, dementsprechend keine Kinderfreibeträge und Splitting). Wir kommen gegen Herrn Kempf (vom Finanzamt Lörrach) nicht an. Wenn Sie sich sicher sind, dass es wie von Ihnen beschrieben doch möglich sind, würden wir dies über Sie gerne mit Mandat durchsetzen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2009 | 17:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

entscheidend ist nur die EU-Staatsbürgerschaft. Ich gehe davon aus, dass Sie beide deutsche Staatsbürger sind. Der Aufenthalt in einem EU- oder Nicht-EU-Land ist unbedeutend.

Mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

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