Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wohnsitz Schweiz & Deutschland

| 01.04.2020 12:02 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Guten Tag,
Ich habe momentan folgende Situation:
Mein Wohnsitz ist aktuell in Deutschland bei meinen Eltern. Ich will/werde zu meinem Freund in
die Schweiz ziehen ab Mai.
Ich habe in Deutschland allerdings ein Leasingfahrzeug, dass noch bis Januar 2021 im Vertrag läuft und sie sagen mir, dass ich es nicht mit in die Schweiz nehmen kann. Die einzige Möglichkeit wäre, dass ich weiterhin in Deutschland gemeldet bin und das Auto weiterhin über mich in Deutschland laufen und versichert sein kann. Wenn ich jetzt ab Mai in der Schweiz lebe und arbeite und aber weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland habe (aber kein Einkommen), einfach damit mein Auto weiter dort genutzt werden kann (zum Beispiel von meiner Mutter), welche steuerlichen Auswirkungen hat das dann auf mich? Muss ich mein Schweizerisches Einkommen auch in Deutschland dann versteuern? Muss ich in Deutschland krankenversichert sein? Ab welcher Menge an Besuchen in Deutschland zählt es als regelmäßig, sodass ich dort gemeldet sein sollte?
Muss ich mich in Deutschland abmelden, um mich in der Schweiz anzumelden?

Freundliche Grüße


Einsatz editiert am 01.04.2020 12:53:53

Einsatz editiert am 02.04.2020 10:32:49

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Das Sie Ihr Leasingfahrzeug in Deutschland lassen, ist eine gute Entscheidung. Unabhängig von der Erlaubnis des Leasinggebers ersparen Sie sich damit erhebliche Schwierigkeiten wegen der KfZ Steuern, Anmeldungen und Versicherungen und dem Hin und Her der Einführung und Ausfuhr Ihres Fahrzeuges.

Ein weiterer Wohnsitz in Deutschland neben Ihrem künftigen Lebensmittelpunkt in der Schweiz ist grundsätzlich unproblematisch. Melderechtlich sollte es unproblematisch möglich sein mehr als einen Wohnsitz in mehreren Ländern zu haben. Manchmal werden Sie jedoch von unverständigen Mitarbeitern der Meldebehörden dazu gedrängt, etwas Unnötiges zu tun. Nein, da Sie auch nach Ihrem Umzug in die Schweiz auch in Deutschland einen Wohnsitz unterhalten, müssen Sie hier gar nichts abmelden.

Sie begründen selbstverständlich einen Wohnsitz in der Schweiz und haben laut Ihrer Beschreibung dort fortan Ihren Lebensmittelpunkt.
Art. 4 des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland Schweiz definiert diesen.

Das DBA bestimmt entsprechend Ihrer Einkünfte, welchem Vertragsstaat fortan das Besteuerungsrecht für diese im Einzelnen zusteht.

Der Umstand, dass Sie in Deutschland einen Wohnsitz behalten, verpflichtet Sie dazu nun nicht nur in der Schweiz Ihren steuerlichen Erklärungspflichten nachzukommen, sondern auch in Deutschland.

Keinesfalls bedeutet dies, dass Ihre schweizer Einkünfte zwingend in Deutschland besteuert werden. So Sie in Deutschland über kein zu versteuerndes Einkommen (§ 2 EstG – 7 Einkunftsarten!) verfügen, wird auch nichts in Deutschland versteuert.

So sie jedoch auch in Deutschland über Einkünfte verfügen, die per DBA auch in Deutschland zu versteuern sind, würden Ihre Einkünfte aus der Schweiz zwar NICHT direkt besteuert, würden aber progressiv berücksichtigt (der Steuersatz würde entsprechend angehoben § 32 b EstG).

Die Sozialversicherungspflicht richtet sich nach Ihrem Wohnsitz (Lebensmittelpunkt) und sekundär nach Ihrem Beschäftigungsort. Es wird also egal, wie oft Sie Ihre elterliche Familie besuchen, dennoch bei der Schweiz bleiben, in der Sie sich entsprechend kranken- und rentenversichern müssen.

https://www.service-bw.de/lebenslage/-/sbw/Krankenversicherung-5000140-lebenslage-0

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Rückfrage vom Fragesteller 02.04.2020 | 13:52

Vielen Dank für die tolle und ausführliche Antwort. Eine Sache ist mir da noch nicht ganz klar.
Darf ich mein deutsches Konto dann ganz normal behalten? Und würde ein monatliches Taschengeld von meinen Eltern dort drauf von theoretisch 100€ als Einkünfte gelten oder wie ist das geregelt?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.04.2020 | 14:36

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Wenn Sie einen deutschen Wohnsitz haben, spricht nichts für eine Auflösung der Kontoverbindung mit dem deutschen Kreditinstitut. Und selbst wenn Sie keinen Wohnsitz in Deutschland innehaben, können Sie solange ein inländisches Konto haben, außer das Kreditinstitut kündigt Ihnen ordentlich.
Für die Eröffnung eines inländischen Kontos machen die Kreditinstitute dies gern von einem inländischen Wohnsitz abhängig. Der Lebensmittelpunkt im Sinne der DBA ist in aller Regel hier uninteressant.

Die Taschengelt-Gabe ist nicht als Einkunft im Sinne von § 2 EStG zu verstehen, sondern vielmehr eine Schenkung, da diese i.d.R. ohne Gegenleistung erfolgt.
Da sie in der Schweiz arbeiten, gehe ich auch nicht von einer Unterhaltspflicht Ihrer Eltern Ihnen gegenüber aus, obwohl auch diese Einkünfte nicht als Einkommen zu bewerten wären.

Solange die Schenkungen eines Ihrer Elternteile an Sie in einem Zeitrahmen von jeweils 10 Jahren nicht die Summe von 400.000 Euro übersteigt, müssen Sie hier deswegen nichts befürchten.

Relevant sind hier nur (§2 Abs. 1 EStG)
Der Einkommensteuer unterliegen
1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,
2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit,
4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit,
5. Einkünfte aus Kapitalvermögen,
6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,
7. sonstige Einkünfte im Sinne der §§ 22 ff.,

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 04.04.2020 | 10:32

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr hilfreich, vielen Dank. :-)"