Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wohnrecht nach Scheidung


13.11.2005 11:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Fakten: verheiratet seit 94, 1 Sohn 9 Jahre, Hauseigentum seit 98, seit 2 Jahren getrennt lebend. Sie ist mit Sohn im Haus geblieben - ich bin ausgezogen. Für das Haus gehen monatliche Abzahlungen von einem gemeinsamen Konto ab, auf welches sie jedoch nicht einzahlt. Meine noch Ehefrau ist als Kreditnehmerin mit mir für das Haus bei der Bank (153 T€)eingetragen,jedoch nicht im Grundbuch. Im Grundbuch stehen meine Mutter und ich.

Nun möchte ich mich kurzfristig scheiden lassen.

Frage: Hat meine Nochehefrau ein Wohnrecht im Haus (nach der Scheidung)? Oder andersweitige Ansprüche im Zusammenhang mit dem Haus (Auszahlung, Anrechnung eines vergleichbaren Mietanteils bei der Unterhaltsleistung)?

Oder ist es so, daß sie sogar weiterhin aufgrund der Eintragung als Mitkreditnehmerin bei der Bank, ohne Ansprüche auf das Haus finanziell verpflichtet ist? Meine Nochehefrau ist ab 09/2005 ganztägig beschäftigt.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie müssen hier zunächst zwischen dem familienrechtlichen Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrer Frau und dem Verhältnis zwischen Ehefrau und Bank aufgrund des Darlehensvertrages unterscheiden.

Familienrechtlich gilt Folgendes:

Falls Sie im Vorfeld keine Einigung darüber treffen, wer im Haus verbleibt, hat das Familiengericht im Rahmen des Scheidungsverfahrens darüber zu entscheiden.

Steht das Haus im Alleineigentum eines Ehegatten, so wird das Gericht diesem in aller Regel auch das Eigenheim zuweisen. Nur in Ausnahmefällen kann das Gericht eine andere Entscheidung treffen, etwa dann, wenn der Ehegatte, der Eigentümer ist, eine Vielzahl anderer Wohnungen hat und der andere Ehegatte mit den Kindern in der Ehewohnung wohnt oder wenn der Ehegatte, dem die Wohnung nicht gehört, ein Geschäft in der Ehewohnung betreibt, das nur schwer zu verlegen ist.

Da Sie und Ihre Mutter Alleineigentümer sind, wird Ihnen das Haus sicherlich zugewiesen werden.

Im Innenverhältnis kann eine Ehegatte verpflichtet sein, dann die gemeinsame Schuld allein zu zahlen, wenn er allein die Vorteile aus dem Schuldverhältnis zieht. Dies ist etwa dann der Fall, wenn nach der Scheidung einem der beiden Ehepartner das gemeinsame Haus zugesprochen wird, das mit Hilfe eines gemeinsam aufgenommenen Kredites gebaut oder erworben wurde. Dann hat der Ehepartner, dem das Haus zugesprochen wurde, nach der Scheidung auch allein im Innenverhältnis für die Kreditraten aufzukommen, so das Oberlandesgericht Koblenz (3 W 59/02).

Sollte Ihnen das Haus also zugesprochen werden, müssten Sie ab diesem Zeitpunkt allein für die Verbindlichkeiten gegenüber der Bank aufkommen. Diese Verpflichtung gilt jedoch nur im Innenverhältnis zur Ehefrau.

Nach außen haften beide Ehegatten für die volle Summe weiter. Die Bank kann sich also aussuchen, von wem sie die Gesamtsumme verlangt. Bei einem gemeinsamen Kreditvertrag kann daher die Bank sowohl von Ihrer Ehefrau als auch von Ihnen die Rückzahlung des gesamten Kredites verlangen.

Sollte allerdings die Frau im Haus verbleiben, müsste diese eine Nutzungsentschädigung (als eine Art Miete) an Sie zahlen. Diese entspricht der ortsüblichen Miete.

Hier kann dann aber auch eine Verrechnung im Rahmen der Unterhaltsansprüche erfolgen (Verrechnung des Wohnwertes).


Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
-Rechtsanwalt-

www.net-rechtsanwalt.de
www.net-scheidung.de
www.online-einspruch.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER