Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wohnrecht für Stiefmutter und Stiefbruder


16.10.2007 07:18 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Folgendes Problem:

Vor drei Jahren verstarb meine Mutter. Das Haus erbten meine Schwester (jetzt 17) und ich (21). Mein Vater erhielt die Summe von ca. 40.000 €.
Das Haus liegt quasi als Enklave im Grundstück meiner Oma. Es macht nur einen kleinen Anteil des Gesamtgrundstück aus und ist rund 7000 € wert. Den Wert des Hauses mag ich nicht zu beziffern, es handelt sich um einen DDR-Eigenbau.
Jedenfalls hat mein Vater in diesem Jahr neu geheiratet und die Frau ist direkt mit ihrem Sohn in unser Haus eingezogen. Miete wird von ihnen nicht bezahlt aber die Nebenkosten wie Gas, Wasser, Grundstücksteuern.
Nun möchte mein Vater lebenslanges unentgeltliches Wohnrecht für sich (47 jahre alt), seine Frau (49 Jahre alt) und deren Sohn (23 Jahre alt).

Frage 1: Wir als Eigentümer müssten dann wenn sie das wollen alle Kosten außer die Nebenkosten tragen oder?

Frage 2: Wie sieht es bei der Scheidung aus? Könnte sie meinen Vater dann aus seinem Haus werfen?

Frage 3: Wenn das Haus mal verkauft wird wenn mein Vater und seine Frau nicht mehr leben, muss der Sohn und sein Wohnrecht doch als extrem wertmindernd angesehen werden oder? Immerhin ist er erst 23 und kann ja noch locker 80 Jahre leben!

Frage 4: Der Pflegefall tritt ein. Wer muss zahlen? Kann ein Pfleger ohne unser Einverständnis einquartiert werden?

Frage 5: Können die das Haus einfach weitervermieten bzw. kann der Sohn fremde Leute einquartieren wenn Vater und seine Frau nicht mehr sind?

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Ratsuchende,



die Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

zu 1.)
Wenn das Wohnrecht als Nießbrauch nach § 1030 BGB ausgestaltet wird, hätten Vater, Stiefmutter und Stiefbruder die Kosten für die Erhaltung zu tragen - Ausbesserungen und Erneuerungen aber nur, soweit sie zum gewöhnlichen Umfang gehören (§ 1041 BGB).

zu 2.)
In Falle der Scheidung kann der Vater nicht einfach der Wohnung verwiesen werden; hierzu bedarf es dann eines Beschlusses durch das Familiengericht.

zu 3.)
Sofern auch für den Sohn ein Wohnrecht vereinbart wird (Warum?), kann dieser dann in der Tat dort wohnen bleiben - der Wert wird nahezu auf Null sinken, denn wer will schon ein Haus erwerben, welches mit einem Wohnrecht belegen ist.

zu 4.)
Der Pfleger kann einquartiert werden. Trifft der Pflegefall den Vater, sind auch Sie und Ihre Schwester zur Zahlung ggfs. verpflichtet.

zu 5.)
Eine Weitervermietung ist nicht möglich; möglich wäre aber, dass der Sohn dann z.B. seine Lebensgefährtin mit aufnimmt.



Insgesamt ist so nicht einsichtig, warum Sie ein lebenslanges Wohnrecht einräumen sollten (für Stiefmutter und Stiefbruder schon gar nicht), zumal der Vater ja auch die 40.000,00 EUR erhalten hat.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER