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Wohnortwechsel mit gemeinsamen Kindern


12.07.2007 16:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Hallo!
Ich lebe seit dem 24.Februar 07 von meinem Mann getrennt.
Noch lebe ich mit den drei gemeinsamen Kindern (4, 6, 7) in unserem gemeinsamen Haus, das nun aber verkauft werden soll. Die umliegenden Mieten sind sehr hoch, so dass ein wir uns mit viel Glück eine kleine 4-Zimmer-Wohnung ohne Garten leisten könnten. Aber niemals in dem derzeitigen Schulgebiet. Die Kinder leben jetzt jeder in einem eigenen Zimmer und haben einen großen Garten. Seit der Trennung verbrauche ich viel Benzingeld, um eine schon vor der Trennung begonnene Ausbildung fortsetzen zu können (vorher konnte ich kostenlos mit dem Firmenwagen meines Mannes fahren). Unsere kleinste Tochter ist noch im Kindergarten. Die mittlere wird jetzt eingeschult und zwar in eine Klasse, in der sie kein Kind kennt. Die älteste kommt jetzt in die zweite Klasse und bei ihr werden gerade die Klassen neu eingeteilt (aus 2 werden 3 gemacht, die Kinder alle durcheinandergewürfelt mit Sitzenbleibern). Vermutlich können wir ja aber eh nicht in diesem Schulgebiet bleiben...
Diesen Zeitpunkt, wo für die Kinder eh alles neu geordnet wird, möchte ich nutzen, um mit den Kindern den Wohnort zu wechseln. Unseren jetzigen Wohnort haben wir uns ausgesucht, weil des der Geburtsort meines Mannes ist und hier die Grundstückskosten deutlich unter dem des Ortes der Arbeit meines Mannes liegen. Mein Mann pendelt jetzt 70 km zu seinem Arbeitsplatz. Er ist allerdings nur ca. 6 Arbeitstage dort. Sonst ist er unterwegs und auch für die Kinder nich greifbar. Ich möchte nun aus verschiedensten Gründen - ein gravierender sind die Mieten und eine extreme Kostenersparnis beim Benzin von ca. 250 € im Monat - an einen Ort ziehen, der 125 km vom Arbeitsplatz meines Mannes entfernt ist (allerdings in die andere Richtung, also ca. 200 km von unserem jetzigen Wohnort entfernt). Nach der Trennung hatte er eh vor, dorthin zu ziehen. Dies hat er aber inzwischen wieder verworfen und möchte doch in der Nähe der Kinder wohnen.
Er schließt es absolut aus, mit in die andere Stadt zu ziehen. Der Umzug würde mir und den Kindern ungefähr Ausgaben von monatlich mindestens 650 €, u.U. sogar noch deutlich mehr ersparen. Da ich selbst freiberuflich arbeite, kann ich meinen Wohnort ohne finanzielle Konsequenzen wechseln. In dieser Stadt habe ich zahlreiche Freunde, die mich auch mal unterstützen können. Mein getrennter Mann ist wie gesagt im Schnitt nur 6, manchmal auch 10 (sehr selten) Werktage im Monat da und kann mich mit den Kindern z.B. bei Elternabenden o.ä. gar nicht unterstützen.
Mein Mann würde einen Umzug als "Kindesentführung" werten und gerichtlich dagegen vorgehen. Wie gesagt, er ist im Schnitt 6 bis maximal 10 Werktage im Monat anwesend, ansonsten ist er beruflich unterwegs und könnte die Kinder sowieso nicht "zwischendurch" sehen. Wir hatten bisher Einigkeit darüber, dass die Kinder 70% bei mir und 30% bei ihm sind. Ich habe ihm angeboten, ihm die Kinder sogar an den ihm zustehenden Wochenenden zu bringen und sie ihm in den Ferien länger zu überlassen. Auch das ist für ihn nicht akzeptabel, weil er befürchtet, die Kinder möchten dann gar nicht zu ihm, sondern lieber in der Nähe ihrer Freunde bleiben. Laut Ehevertrag haben wir gemeinsames Sorgerecht. Der Ehevertrag ist aber zumindest in einigen Punkten nichtig.

So, lange Rede, nun die Fragen: Kann mein getrennter Mann mir wirklich verbieten, mit den Kindern den Wohnort zu wechseln in eine 125 km von seinem Arbeitsplatz entfernte Stadt? Wie sieht das zur Zeit aus (Trennungszeit) und wie sähe das nach einer Scheidung aus? Was müßte ich bei der Scheidung beachten, damit ich nicht immer an den Wohnort meines Mannes gebunden bleiben?

Vielen Dank für eine Antwort!

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie und Ihr Mann habe das gemeinsame Sorgerecht. Das umfasst auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht; also die Entscheidung, wo sich die Kinder aufhalten, wo sie leben.

Daran ändert sich auch durch eine Scheidung nichts, wenn, wovon ich ausgehe, das Sorgerecht nicht ausdrückilich einem Elternteil übertragen wird.

Auf Grund des Aufenhaltsbestimmungsrechts haben Sie das Recht, mit den Kindern in eine andere Stadt zu ziehen. Will Ihr Mann dieses nicht, muss er eine gerichtliche Entscheidung herbeiführen, die Ihm das Aufenhaltsbestimmungsrecht überträgt.

Eine solche Entscheidung des Gerichtes richtet sich in erster Linie danach, was dem Wohl der Kinder entspricht. Will Ihr Mann einen solchen Antrag stellen, muss er schon sehr gut begründen, warum der Umzug nicht dem Kindeswohl entspricht. Allein nach Ihren Angaben, widerspricht der Umzug nicht dem Kindeswohl. Aber letztendlich wird es auf mögliche Vorträge im Gerichtsverfahren ankommen.

Sie sollten daher versuchen, eine Einigung zu erzielen. Gelingt dieses nicht, liegt es an Ihrem Mann, ob er den Gerichtsweg beschreitet.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle



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