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Wohnmobilkauf auf Messe am 26.08.2018

| 31.08.2018 15:48 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Ich habe auf dem Caravansalon Düsseldorf ein Wohnmobil am 26.08.2018 bestellt. Auf dem Deckblatt steht "verbindliche Bestellung für neue Wohnmobile". Der Verkäufer winkte sogleich einen Herrn der S-Kreditpartner GmbH heran und dieser unterbreitete uns dann ein Finanzierungsangebot. Auf dem Deckblatt steht "Ihr Caravankredit - Caravan Salon Düsseldorf 2018. Unten ist als "Verkäufer " auch der Name des Wohnmobilverkäufers, der jedoch Angestellter des entsprechenden Händlers ist, sozusagen als Vermittler aufgeführt. Ich sollte noch eine Einkommenssteuerbescheinigung aus 2016 nach an S-Kreditpartner schicken, was ich per Email auch bereits getan habe.
Nun möchte ich aus verschiedenen Gründen den Kaufvertrag für das Wohnmobil widerrufen. Mir ist klar, dass es wegen der Unterschrift auf der verbindlichen Bestellung diesbezüglich kein "Zurück" gibt. Ich habe aber gelesen, dass wenn man die Finanzierung kündigt automatisch auch der Kaufvertrag für das Wohnmobil ungültig sei.
Jetzt zu meiner Fragen: Es ist zunächst eine Kreditanfrage erstellt worden, ich habe noch keine schriftliche Annahme seitens S-Kreditpartner (Sitz in Berlin). Wenn ich die Anfrage kündige, ist dann automatisch der Kaufvertrag hinfällig oder wäre dies nur bei bereits erfolgter Annahme durch S-Kreditpartner und daran anschließende Kündigung der Fall?
Handelt es sich überhaupt um eine zusammenhängende Verkaufs-Finanzierungsgeschichte und habe ich
somit die Möglichkeit aus der Sache nocheinmal herauszukommen?

Vielen Dank für Ihre Anwort im voraus,

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie das Wohnmobil und damit auch das Darlehen für private Zwecke nutzen wollten, können Sie gemäß der §§ 495, 355 BGB Ihre auf den Abschluss des Vertrags gerichteten Willenserklärungen widerrufen. Dieser Widerruf kann auch vor der Vertragsannahme durch den Darlehensgeber erklärt werden. Als Folge sind Sie gemäß § 358 Absatz 2 BGB auch nicht mehr an die Bestellung der zu finanzierenden Sache, also des Wohnmobils, gebunden. Denn nach Ihrer Schilderung bilden beide Verträge, also Kaufvertrag und Darlehensvertrag, eine wirtschaftliche Einheit, da sich der Darlehensgeber "bei der Vorbereitung oder dem Abschluss des Darlehensvertrags der Mitwirkung des Unternehmers bedient hat", siehe § 358 Absatz 3 Satz 2 BGB.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.08.2018 | 17:44

Hallo Herr Wilking,
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Gilt dies auch bei einer Teilfinanzierung ( in unserem Fall 30.000 Anzahlung, 20000 Kredit) und ist es egal ob der Verkäufer oder das Unternehmen auf der Finanzierungsanfrage steht, da der Verkäufer berechtigt ist Verträge abzuschließen? Ich habe die Kündigung nun so folgendermaßen geschrieben:" hiermit widerrufe ich die verbindliche Bestellung vom 26.08.2018, getätigt auf dem Caravansalon Düsseldorf, mit sofortiger Wirkung aufgrund des Widerrufs der Finanzierungsanfrage gemäß §§ 495, 355 BGB. Somit ist nach § 358 Absatz3 Satz 2 BGB auch die verbindliche Bestellung hinfällig, da es sich bei der verbindlichen Bestellung und Darlehensanfrage bzw. Darlehensvertrag um eine wirtschaftliche Einheit handelt, da sich der Darlehensgeber (S-Kreditpartner GnmH) bei der Vorbereitung des Darlehensvertrages der Mitwirkung des Verkäufers bedient hat. „
Kann ich diese so formuliert belassen ?
Vielen Dank erneut für Ihre Antwort im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.08.2018 | 18:35

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

§ 358 Absatz 2 BGB greift auch, wenn es sich um eine Teilfinanzierung handelt und/oder der Verkäufer selbst den Kaufpreis finanziert.

Der Widerruf ist prinzipiell so in Ordnung. Bedenken Sie aber, dass Sie sowohl gegenüber dem Darlehensgeber als auch dem Verkäufer widerrufen müssen. Schreiben Sie Widerruf und nicht Kündigung darüber, ein Kündigungsrecht haben Sie nämlich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 02.09.2018 | 19:27

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