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Wohnen und arbeiten zwischen DE und Kroatien

| 19.11.2019 22:24 |
Preis: 80,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Hallo!

Mein Fall ist etwas Kompliziert. Ich arbeite für ein grosses IT Konzern seit dem 30.09.2019.

Ich habe in dem Recruiting Prozess Standort München gewählt, finde aber jetzt dort keine passende Wohnung für meine ganze Familie eg. keine Kinderkrippe & Kinderbetreuung, für die Tage an denen ich reise (reisen ist ein Muss).
Deswegen haben wir jetzt entschieden, dass die Kinder in Kroatien wohnen, da ich dort für sie das ganze Support System habe. Ich habe Deutsche UND Kroatische Staatbürgerschaft, und 2 Addressen.

Wir haben in dem Recruitment Prozess besprochen, ob es ein Travel Policy gibt, wo so eine Situation geregelt ist. Es ist relativ klar beschrieben, dass die Reisetätigkeit anfängt, sobald ich meine Wohnung verlasse. Es is aber nicht klar, was passiert, wenn ich 2 Wohnungen habe., und noch in 2 EU Länder.

Mein Problem gerade ist, dass ich angeblich alle Flüge aus Zagreb nach Deutschland selber bezahlen muss, weil die Firma annimmt, mein Standort is München. Das ist doch manchmal so, ich habe da eine kleine Wohnung, aber mein Lebensmittelpunkt, (eg meine Kinder,) ist in Zagreb.

Die Firma geht davon aus, dass ich kein Recht habe, in 2 EU Staaten zu wohnen. Sie gehen auch davon aus, dass ich nicht von Zuhause in Zagreb arbeiten darf. ich müsste 5 tage pro Woche in Deutschland sein und nur aus Deutschland Home Office machen, wenn es von dem Projekt aus erlaubt ist. Ich bin aber privat kaum in Deutschland.

Nach vielen Diskussionen hat mir die Firma einen Vertrag in Kroatien angeboten. Die Arbeit wäre für den gleichen Kunden / Projekt / Rolle, aber für 45% (!!) weniger Gehalt (lokale Bedienungen).
Die Übergangszeit wäre 3 Monate und während dessen darf ich 1 Tag pro Woche aus Kroatien arbeiten. Der Grund dafür ist die Angst, dass sonst SAP in 2 Länder meine Sozialbeiträge bezahlen muss und dass es ein Permanent Establishment entsteht. SAP hat aber schon in Kroatien eine Niederlassung (ist das kein Permanent Establishment)?
Muss ich den Vertrag annehmen? Was sind meine Rechte?

Vielen lieben Dank



Einsatz editiert am 21.11.2019 15:55:39
Eingrenzung vom Fragesteller
19.11.2019 | 22:32
22.11.2019 | 07:52

Antwort

von


(839)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Arbeitgeber hat aus § 106 GewO ein Direktionsrecht und kann Art und Umfang ihrer Tätigkeit nach seinen betrieblichen Bedürfnissen anpassen. Grenzen findet dieses Direktionsrecht meist in den Details des Arbeitsvertrages.

Je umfangreicher dort eine Stelle beschrieben wird, desto weniger hat der Arbeitgeber die Möglichkeit das Arbeitsverhältnis einseitig auszugestalten.

Ihrem Vortrag entnehme ich, dass Sie nach Arbeitsvertrag in München tätig sind. Ein Pendeln aus Kroatien nach Deutschland ist denkbar, dies wäre aber wie bei jedem anderen Pendler auch dessen Angelegenheit.

Ich sehe, ohne die Travel Policy des Arbeitgebers zu kennen, erst einmal keine Veranlassung anzunehmen, dass die Flüge nach Deutschland vom Arbeitgeber bezahlt werden müssen.

Die Aussage, dass Home Office nur in Deutschland möglich ist, erscheint mir nicht zwingend. Aber hier hat der Arbeitgeber das eben beschriebene Direktionsrecht. Einen umfassenden gesetzlichen Anspruch auf weltweites Home Office haben Sie nicht. Hier müssen Sie sich vielmehr mit dem Arbeitgeber einigen. Wenn dieser ein Home Office aus Kroatien nicht wünscht, können Sie dem wenig entgegen setzen.

Durch Ihre Tätigkeit kann in Kroatien ein Permanent Establishment (Betriebsstätte) entstehen, fraglich ist alerdings, dies haben Sie bereits erwähnt, ob die Niederlassung nicht bereits eine Betriebsstätte darstellt.

Ich gehe davon aus, dass Ihr Arbeitgeber in Kroatien eine Tochter in Form einer lokalen juristischen Person (LLC oder GmbH) betreibt. Dies wäre dann keine Betriebsstätte der deutschen Mutter. Sofern Sie für den deutschen Konzenr permanent in Kroatien tätig werden, sind die Sorgen Ihres Arbeitgebers nicht von der Hand zu weisen.

Den neuen Vertrag müssen Sie nicht annehmen, Sie müssen sich aber dann dem Direktionsrecht des Arbeitgebers beugen und entsprechend mehr Zeit in Deutschland verbringen.

Vielleicht wäre es möglich, dass man Sie zu deutschen Konditionen bei der kroatischen Tochter einstellt?

Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2019 | 09:47

Vielen lieben Dank!

Verstehe ich richtig, dass DIRECTIVE 2014/54/EU and social security cover abroad hier ratgebend ist?

Wenn ich es richtig verstehe, es ist möglich in einem EU Land zu arbeiten und in anderem zu wohnen, und social insurance / tax ist zu bezahlen in dem Land, wo man arbeitet.

Ich habe noch eine Möglichkeit gefunden, es war ein Rat von einem Kroatischen Anwalt für Steuerrecht- ich bekomme das Deutsche Gehalt auf das Kroatische Konto und bezahle Steuern und Sozialbeiträge in Kroatien- so ist beiderseits alles klar und legal. Mein Wohnort ist dann in Kroatien und somit gibt es auch keine Probleme mit Reisekosten. Stimmt das so?

Danke & LG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2019 | 18:14

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Das EU-Recht hilft Ihnen hier in der Tat, die Frage der Betriebsstätte sollte mit Ihrem Arbeitgeber im Detail besprochen werden.

Wenn Sie Ihr deutsches Gehalt nach Kroatien bekommen erfolgt ein Abzug der Steuern und Sozialabgaben, bevor das Geld zu Ihnen kommt. Wie Sie dann noch Steuern und Sozialversicherung in Kroatien bezahlen, kann ich nicht abschätzen.

Denkbar wäre, dass Sie zu deutschen Bedingungen arbeiten und dort Steuern / Sozialabgaben selber regeln. Wichtig ist hier nur, für wen Sie arbeiten, um nicht wieder Probleme mit der Betriebsstätte zu bekommen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 25.11.2019 | 18:24

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