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Wohnen in der Schweiz/Arbeiten in Deutschland/Hilfe bei Steuerklasse

18.05.2015 12:25 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Zusammenfassung: Besteuerung in DE bei Wohnsitz in der Schweiz

Guten Tag!

Seit Mitte März wohnen wir, eine Familie mit zwei Kindern, in der Schweiz. Mein Mann arbeitet dort, und ich habe eine Anstellung in Deutschland. Nun soll ich das Formular "Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung für Lohnsteuerabzug für beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer" ausfüllen, damit ich wieder von der Steuerklasse 6 wegkomme.
Wie kann ich erreichen, dass ich wieder in die Steuerklasse 3 komme. oder niedriger, oder ganz befreit werde? Muss ich dafür Abschnitt B ausfüllen oder reicht Abschnitt E "Steuerbefreiung aus anderen Gründen"? Das Finanzamt meinte, dass ich zwar das DPA anführen kann, aber genau die Stelle zitieren soll, in der gesagt wird, dass ich von den Steuern befreit werden kann.

Die daran anschließende Frage wäre, ob ich dann in der Schweiz auch Steuern bezahlen muss?

Freundliche Grüße
Eingrenzung vom Fragesteller
18.05.2015 | 12:47

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten. Bitte beachten Sie dabei, dass Weglassungen oder Änderungen des zu beurteilenden Sachverhaltes mitunter schwerwiegende Folgen für die rechtliche Lösung haben können.

Aufgrund Ihres Schweizer Wohnsitzes sind Sie in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig und mit Ihren deutschen Einkünften in DE grundsätzlich nur beschränkt steuerpflichtig.

Die Eintragung der LSt-Klasse hängt dagegen gemäß § 38b EStG maßgeblich von Ihrer unbeschränkten Steuerpflicht in DE ab. Grundsätzlich sind nur bei bestehender unbeschränkter Steuerpflicht Eintragungen wie IV/IV oder III/V bei Ehegatten möglich. Da keiner dieser Fälle vorliegt, ist bei Ihnen daher nur die Eintragung der LSt-Klasse I jeweils möglich.

Aufgrund Ihres geschilderten Sachverhaltes vermute ich jedoch, dass bei Ihnen die Voraussetzungen einer sog. Grenzgängerbesteuerung vorliegen. Dies beinhaltet nach Art. 15a DBA Schweiz (angeben in Abschnitt E des Vordrucks), dass in DE auf die deutschen Lohneinkünfte nur eine Quellenbesteuerung von 4,5 % vorgenommen werden darf. Dazu müssen Sie jedoch von Ihrem Schweizer Finanzamt eine Ansässigkeitsbescheinigung bei Ihrem deutschen Arbeitgeber abgeben. Wahrscheinlich ist auch eine Abgabe bei dem deutschen Finanzamt nötig. Nach Vorlage dieser Bescheinigung kann Ihr deutscher Arbeitgeber dann die niedrigere Quellenbesteuerung vornehmen. Die deutschen Lohneinkünfte müssen dann jedoch noch in der Schweiz erklärt werden.

Die genaue Besteuerung in der Schweiz hängt aber von der Art Ihrer Aufenthaltsbewilligung ab. Sollten Sie nur eine B-Bewilligung haben, würde nämlich Art. 4 IV DBA Schweiz wieder DE das Besteuerungsrecht zuweisen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte vergessen Sie auch nicht die Vornahme der Bewertung der rechtlichen Begutachtung.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.05.2015 | 11:48

Sehr geehrter Herr Falk,

vielen Dank für die Antwort. An die Art der Bewilligung habe ich noch nicht gedacht. Für dieses Jahr haben wir nur eine L-Bewilligung erhalten (Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr). Welchen Unterschied würde das machen?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.05.2015 | 19:21


In diesem Fall greift Art.4 IV DBA Schweiz:

"(4) Bei einer in der Schweiz ansässigen natürlichen Person, die nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt und die in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war, kann die Bundesrepublik Deutschland in dem Jahr, in dem die unbeschränkte Steuerpflicht zuletzt geendet hat, und in den folgenden fünf Jahren die aus der Bundesrepublik Deutschland stammenden Einkünfte und die in der Bundesrepublik Deutschland belegenen Vermögenswerte, ungeachtet anderer Bestimmungen des Abkommens, besteuern.

Die nach diesem Abkommen zulässige Besteuerung dieser Einkünfte oder Vermögenswerte in der Schweiz bleibt unberührt. Die Bundesrepublik Deutschland rechnet jedoch in entsprechender Anwendung der Vorschriften des deutschen Rechts über die Anrechnung ausländischer Steuern die in Übereinstimmung mit diesem Abkommen von diesen Einkünften oder Vermögenswerten erhobene schweizerische Steuer auf den Teil der deutschen Steuer (mit Ausnahme der Gewerbesteuer) an, der auf Grund dieser Bestimmung von diesen Einkünften oder Vermögenswerten über die deutsche Steuer hinaus erhoben wird, die nach den Artikeln 6 bis 22 hierfür erhoben werden dürfte. Die Bestimmungen dieses Absatzes gelten nicht, wenn die natürliche Person in der Schweiz ansässig geworden ist, um hier eine echte unselbständige Arbeit für einen Arbeitgeber auszuüben, an dem sie über das Arbeitsverhältnis hinaus weder unmittelbar noch mittelbar durch Beteiligung oder in anderer Weise wirtschaftlich wesentlich interessiert ist."

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