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Wohneigentum bei Trennung, er steht im Grundbuch

| 23.09.2010 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo,
vor ca. 20 Jahren haben meine Schwiegereltern ein Haus gebaut, in das wir (damals noch nicht verheiratet) mit eingezogen sind. Nachdem wir geheiratet hatten, haben wir 1999 das Haus in 3 Wohneigentumseinheiten aufgeteilt. Die Wohnung, in der wir wohnen, wurde dann von meinen Schwiegereltern an meinen Mann verkauft. Im Vertrag wurde eine Summe von 120.000 DM eingesetzt. Der Betrag ist aber zu diesem Zeitpunkt nicht geflossen, da wir seit dem Einzug den Kredit ungefähr in dieser Höhe mit getilgt haben (auch Sondertilgungen haben wir mitgetragen). Mein Mann steht für dieses Drittel (unsere Wohnung) des Hauses als Miteigentümer neben seinen Eltern im Grundbuch. Wir haben keinen Ehevertrag.

Meine Fragen: Im Falle einer Trennung, habe ich Anspruch auf einen Teil der Wohnung, weil sie als Zugewinn in der Ehe gilt?
Wie wird nach über 10 Jahren Ehe für die Ermittlung des Zugewinns das Vermögen vor der Ehe festgestellt?

Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Da ein Ehevertrag nicht besteht, leben Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Damit findet im Fall der Scheidung der Zugewinnausgleich statt. Der Zugewinn ist jener Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt; vergleiche § 1373 BGB.

Für jeden Ehegatten sind das Anfangsvermögen und das Endvermögen festzustellen.

Anfangsvermögen ist gemäß § 1374 Abs. 1 BGB das Vermögen, das jedem Ehegatten zum Zeitpunkt der Eheschließung gehört.

Endvermögen ist das Vermögen, das die Ehegatten bei der Beendigung des Güterstands, also der Scheidung, haben; vergleiche § 1375 Abs.1 Satz 1 BGB. Berechnungsstichtag für das Anfangsvermögen ist der Tag der Eheschließung. Berechnungsstichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem der Scheidungsantrag dem anderen Ehegatten zugestellt worden ist.

2.

Die Wohnung, deren Eigentümer Ihr Mann ist, gehörte Ihrem Ehemann bereits vor der Eheschließung. Die Wohnung gehört daher zum Anfangsvermögen. Bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs wird neben dem Anfangsvermögen, wie oben ausgeführt, das Endvermögen berechnet. Ist das Endvermögen höher als das Anfangsvermögen, ist dieser Differenzbetrag Berechnungsgrundlage für den Ausgleich.

Die selbe Rechnung wird bei Ihnen vorgenommen. Ein Ehegatte wird einen höheren Zugewinn erzielt haben und muß die Hälfte dieses Zugewinns ausgleichen.

Im Detail ist die Berechnung natürlich weitaus komplizierter, als ich sie hier in allgemeinverständlicher Form darstelle.

Der Anspruch auf Ausgleich des Zugewinns ist ein Geldanspruch. Teilhaben werden Sie vermutlich an dem Wohnungseigentum infolge einer Wertsteigerung der Immobilie, sofern eine solche stattgefunden hat.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2010 | 16:00

Hallo,

ich weiß nicht, ob ich das richtig formuliert habe. Der Kaufvertrag für die Wohnung wurde nach der Heirat geschlossen. Davon, dass die Summe (Kaufpreis 120.000 DM) bereits vorher in die Wohnung geflossen ist, steht darin nichts. Es ist also laut Kaufvertrag so, dass die Summe nach Abschluss zu zahlen ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2010 | 16:43

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Ihnen bleibt, wie ich in der Antwort ausgeführt hatte, im Rahmen des Zugewinnausgleichsverfahren ggf. ein Geldanspruch, der natürlich anhand exakter Daten berechnet werden kann.

Miteigentümerin der Wohnung werden Sie nicht.

Eine Änderung der Berechnung des Zugewinns ergibt sich, wenn die Wohnung während der Ehezeit gekauft worden ist, insoweit, als daß die Wohnung dann dem Endvermögen zuzurechnen ist. Das ist für Sie erheblich günstiger, als wenn die Wohnung zum Anfangsvermögen gehörte.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 25.09.2010 | 10:01

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Stellungnahme vom Anwalt:
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