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Wohlwissend in die Insolvenz getrieben


16.08.2005 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht



Sehr geehrte Anwältin oder sehr geehrter Anwalt,

ich bin mehr oder weniger Opfer eines schwebenden Insolvenzverfahren geworden. Ich bin der Sohn des Betroffenen. Leider rührt diese Situation jetzt aus vergangen Jahren, wie es ja so oft ist.

Nachforschungen und anwaltliche Untersuchen zeigen aber auf, das wir jahrelang falsch beraten wurden, ob absichtlich oder unwissentlich wissen wir nicht. Es wurden auch steuerschädliche Formfehler gefunden in Kreditverträgen, etc etc. Leider kann der Anwalt nicht weiter für uns tätig sein, sagt er, nachdem die Gläubiger (ein Großhandel und zwei Banken, eine für die Immobilie, eine für das Geschäft) Kredite fällig gestellt haben.
Wir mussten/sollten Insolvenz anmelden, das Verfahren ist aber noch nicht eröffnet. Die (Insolvenz)Anwältin und der vorläufige starke Insolvenzverwalter haben meiner Meinung nach aber nicht genug Ahnung bzw. Fingerspitzengefühl für so eine Sache. Anwalt und Anwältin sind zwei verschiedene Personen, der Anwalt kümmerte sich um die rechtlichen Fehler, die Anwältin wurde uns von ihm empfohlen und arbeitet nun mit dem Insolvenzverwalter zusammen, sprich sie ist eine Insolvenzanwältin.

Dem Insolvenzverwalter hat man schon Geld geboten, damit wir nicht wieder eröffnen. Die Apotheke soll verkauft werden, aber weit unter Preis, alles sehr komisch. Und die Anwältin hat heute meinem Vater sogar geraten zum Sozialamt zu gehen und Hilfe zu beantragen, da wenn mein Vater ja arbeiten gehen würde auch nicht sehr viel mehr übrig bleibt, bzw. er sich im wahrsten Sinne des Worte verar…. fühlt mit 60 Jahren.

Zur näheren Erläuterung, es wurde jahrelang in Versicherungen einbezahlt, die 2012 ca. die Schuldensumme zu 99% oder sogar mehr getilgt hätten, und in Immobilien, aber heute sind der Großteil der Versicherungen "platt gemacht" worden (Kürzung von Bankkrediten etc), bevor sie erfüllt wurden (jeder weiß das Versicherungen erst in den letzten Jahre sehr ergiebig werden), dann wurde ca 20 Jahre in eine Immobilie einbezahlt mit Umschuldung etc. (ca 600000 Euro), Fakt ist, es wurde nichts getilgt, nur Zinsen!!! Fängt man da nicht an zu heulen? Es sind auch Erlöse aus dem Verkauf einer anderen Immobilie in Schulden geflossen, aber nicht in private, sondern in geschäftliche Schulden, obwohl es anders gedacht war. Gründe waren /sind basel2, etc..
Also nur mein gesunder Menschenverstand sagt mir, DAS KANN´S NICHT SEIN! Und eine Versicherung, die den Rest tilgt, bzw. dagegen steht, gibt es auch nicht oder nicht mehr.

In den letzten Monaten hat uns der Großhandel der Apotheke auf 500 Euro / Tag „erpresst“, sonst würde er nicht mehr beliefern. Grund waren u.a. Rechnungsüberhänge in der Warenrechnung, weil sich Krankenkassenabrechnung und Warenrechnung nicht immer gleichen, Ausgleich erfolgt über die Barkasse, aber was ist wenn in einem Monat nur, bzw. überwiegend Rezepte kommen, aber keine oder wenig Barverkäufe. Der Grund dafür ist jetzt zu kompliziert zu erklären.

Ich muss dazu sagen das die Branche, in der sich die Firma befindet sehr stark demontiert wurde von unserer netten Regierung (es handelt sich um eine Apotheke), und als man noch mehr verdiente spürte man die Zahlungen nicht sonderlich stark, schließlich stellt man immer nur Fragen, wenn es beginnt schlechter zu werden, auch ein Beratungsfehler?!?!. Mein Vater (60) ist Apotheker, also Naturwissenschaftler, kein Wirtschaftsprüfer. Und was der Steuerberater gesagt hat wurde meistens unterschrieben, so z.B. die Immobilie noch auf mich übertragen in der Finanzierung, aber wie soll ich wenn ich von der Uni komme, 2700 Euro / Monat begleichen??
Es geht um Summen: 400000 Euro Immobilien (davon 610000 Euro bezahlt an Zinsen in 20 Jahren)
200000 Euro Bankkredit und 360000 Euro genehmigter Kredit bei einer eingetragen Genossenschaft (Großhandel) in Form von aufgeschoben Warenrechnungen und Steuernachzahlungen bei denen der Großhandel uns damals geholfen hat.

Naja das Thema hat noch mehr zu bieten, aber es ist einfach zu viel und auch einige Jahre her zum Teil.
Also aus meiner Sicht ist es soweit gekommen, weil die Bank uns die Kredite gekürzt hat und nicht Zinsen angepasst hat bzw. darauf verzichtet, zumal sie wenn man den gläubigern glauben mag, die ganze Sache schon vor 5-8 Jahren so passiert sein könnte. Es wurde sogar ein Risikozinszuschlag erhoben, wobei man wusste, dass das bei so hohen Summen (200000 Euro) nicht gut gehen kann. Geld sch.... kann man nicht!
Letzten Endes alles sehr kompliziert und verwirrend, aber ich kann da einfach nicht so zusehen und wende mich daher an SIE!!!
Meine Frage gibt es andere Möglichkeiten, Adressen, „bessere“ Anwälte, Prozessbefreiungen, kann man keinen haftbar machen? Ich stelle diese Fragen nicht zum ersten Mal, aber ich habe immer mehr den Eindruck, als ob vielen diese Sache zu "heiß" ist und sie kein Risiko eingehen wollen, bzw. nicht bezahlt werden können, woher auch?. Aber Recht ist doch Recht oder lebe ich da im falschen Land! Bitte um Hilfe! Vielen Dank für hoffentlich brauchbare Antworten.

MfG W.

Sehr geehrter Fragesteller,
Ich bedauere Ihre verzweifelte Situation bzw. diejenige Ihres Vaters. Ihnen ist sicherlich klar, dass das Thema einerseits zu ausschweifend für diese Plattform ist, andererseits keine befriedigende umfassende Bearbeitung für den symbolischen Betrag von 25 Euro erfolgen kann.

Aber wenn ich Ihre Fragen richtig verstehe, wollen Sie ja auch mehr eine Richtung vorgegeben bekommen, in die es gehen könnte:

gibt es andere Möglichkeiten, Adressen,

Jein. Ich denke, dass Ihr Vater ohne anwaltliche Hilfe nicht weiterkommen wird. Er sollte sich einen Fachanwalt für Insolvenzrecht suchen, der ihm aus diesem Schlamassel heraushilft. Adressen gibt es bei der örtlichen Rechtsanwaltskammer oder auf der homepage des dav.

Alternativ wäre auch die wesentlich günstigere Schuldnerberatung zu nennen, die allerdings fast ausschließlich Privatpersonen und keine Gewerbetreibende berät.

Nicht zuletzt empfehle ich dringend den Gang zur Apothekerkammer. Ich weiß, dass dies der schwerste Gang für Ihren Vater sein wird, aber glauben Sie mir: Er ist nicht der einzige seines "Standes". Die Kammer kennt sich (hoffentlich) aus und kann weiterhelfen.


Gibt es Prozessbefreiungen?
Sobald sich Ihr Vater einem Gerichtsverfahren ausgesetzt fühlt, kann er Prozesskostenhilfe beantragen. Dann sind zumindest seine eigenen Kosten abgedeckt. Aber wenn er unterliegt, hat er dennoch die Kosten der Gegner zu tragen.


kann man keinen haftbar machen?
Hier empfehle ich die Suche beim Kollegen Harms unter www.rechtsberaterhaftung.de
Wenn ein Steuerberater, ein Finanzberater oder ein Anwalt schlecht beraten haben, dann müssen sie selbstverständlich haften. Aber auch hier gibt es meherere Problemfelder:

1. Nachweis der Pflichtverletzung fällt schwer
2. Suche nach einem Anwalt im gleichen Gerichtsbezirk fällt schwer
3. Ansprüche sind eventuell verjährt


GHerne könnten Sie unsere Kanzlei mit der Prüfung beauftragen. Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass eine solche Beratung nicht umsonst erfolgen kann. Bei dem von Ihnen genannten Gegenstandswert von annähernd einer Million Euro ist aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit von Kosten zwischen 6.000 und 11.000 Euro alleine für die außergerichtliche Vertretung in einem einzigen Fall auszugehen. Wenn Sie sowohl im Insolvenzverfahren vertreten werden möchten als auch gegen ihre Berater vorgehen wollen und noch gerichtliche Verfahren hinzurechnen, können Sie diese Beträge entsprechend multiplizieren.

Ich hoffe, Ihnen die gewünschten Anhaltspunkte gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

A. Pabst
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