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Wöchentliche oder Tägliche Arbeitszeit

| 05.08.2015 16:26 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung:

Das Arbeitszeitgesetz sieht keine starre Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf 8 Stunden vor, solange innerhalb eines bestimmten Zeitraums die durchschnittliche Arbeitszeit nicht 8 Stunden überschreitet und die vorgeschriebenen Ruhepausen eingehalten werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich arbeite als Logistiker in einer Boutique in Hamburg.

Die Arbeitszeit in unseren Arbeitsverträgen beinhaltet ein 40 Stunden Woche.

Ende Juni kamen unser Betriebsrat und die Arbeitgeberseite auf die Mitarbeiter zu und präsentierten uns eine neue Betriebsvereinbarung die ab August gilt.
Diese Vereinbarung regelt die Einführung und den Betrieb eines neuen Schichtmodells im Betrieb der Boutique.
Die Arbeitszeit verteilt sich regelmäßig auf fünf Tage/Woche in der Zeit von Montag bis Samstag.
Die Schichtzeiten orientieren sich an den Öffnungszeiten 10:00 – 19:00 Uhr der Boutique.

Die neue Schicht:
Tagesschicht: 9:30 Uhr bis 19:30 Uhr
Ablöseschicht: 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Jeder betroffene Mitarbeiter arbeitet an vier Tagen pro Woche in der Tagesschicht. Die Schicht beinhaltet eine zusammenhängende Pause von 60 Minuten, so dass die Nettoarbeitszeit 9 Stunden beträgt.
An einem Tag der Woche arbeitet der Mitarbeiter in der Ablöseschicht. In dieser Zeit wird keine Pause gewährt, so dass die Nettoarbeitszeit 4 Stunden beträgt.

Diese Schichtzeiten betreffen ca. 2/3 der Belegschaft.
Ich selber bin als Logistiker von dieser Regelung ausgenommen.

Meine Frage ist nun, ob dieses Schichtmodell gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt,
dass die werktägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden begrenzt.

Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das geschilderte Arbeitszeitmodell verstößt nicht gegen das Arbeitszeitgesetz, da dort keine starre Höchstbegrenzung auf eine werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden erfolgt.

Die konkrete Regelung zur Begrenzung der täglichen Arbeitszeit findet sich in § 3 ArbZG: Arbeitszeit der Arbeitnehmer (Arbeitszeitgesetz) geregelt, dieser lautet:

„Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden."

Es kommt also maßgeblich auf die vom Arbeitnehmer zu leistende durchschnittliche tägliche Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Zeitraums an.

Bei der von Ihnen geschilderten Regelung müssen die Arbeitnehmer über 5 Tage verteilt insgesamt 40 Stunden arbeiten, so dass die durchschnittliche Arbeitszeit von 8 Stunden nicht überschritten wird.

Da zugleich bei den 9-Stunden-Tagen auch eine Pause von 60 Minuten festgelegt wird, werden auch die in § 4 ArbZG: Ruhepausen vorgeschriebenen Ruhepausen eingehalten, so dass auch hier wiederum kein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz erkennbar ist.

§ 4 ArbZG: Ruhepausen lautet:
„Die Arbeit ist durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden."

Aus diesem Wortlaut ergibt sich zugleich, dass auch im Arbeitszeitgesetz durchaus Schichten von 9 Stunden (oder sogar länger bei entsprechender Unterbrechung) vorgesehen wurden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 26.08.2015 | 21:12

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