Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wochenendhaus ganzjährig an wechselnde Urlauber vermieten (Brandenburg, LK Barnim)

18.07.2014 15:16 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andre Jahn, LL.M. (US)


Zusammenfassung: Ob die Nutzung eines Bungalows als kommerziell, vermietete Ferienwohnung in einem Wochenendhausgebiet zulässig ist, ist durch die Rspr. noch nicht geklärt. Das mit einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in einem Wohngebiet zu tun, kann aber gegen das Rücksichtnahmegebot verstoßen.

Ich möchte ein baurechtlich als Wochenendgrundstück/Ferienhaus ausgewiesenen oder von mir neu zu erbauenden Bungalow ganzjährig an wechselnde Feriengäste vermieten. Das Haus würde also nicht dauerhaft von einer Person genutzt, erst Recht nicht als Hauptwohnsitz, aber eben doch ganzjährig und dauerhaft von wechselnden Personen.

Ist dies grundsätzlich zulässig? Falls eingeschränkt zulässig: Worauf muss ich bei der Wahl des entsprechenden Grundstücks oder Bestandsgebäudes achten?

Bitte um Quellenangabe (Gesetz, Urteil).

Sehr geehrter Fragsteller,

falls die Frage dadurch angestoßen ist, dass es in Berlin momentan eine städtische Verordnung die die Zweckentfremdung von Wohnraum durch Vermietung als Ferienwohnung verbietet, gibt: Eine entsprechende Verordnung ist mir im Moment für Brandenburg und den LK-Barnim nicht bekannt und auch nach Recherche nicht ersichtlich.

Vielleicht sollte man hier aber die Entscheidung des VG-Berlin vom 21. Februar 2014 (Az. VG 13 L 247.13) doch lesen. Darin wird u.A. ausgeführt, dass bei der Vermietung einer Wohnung als Ferienwohnung zwar stets nicht auch die Erschaffung eines öffentlichen Beherbungsbetriebes zu sehen ist, was eine Baugenehmigung erfordern würde, dennoch kann eine kommerzielle Ferienwohnung etwa in einem allgemeinen Wohngebiet gegen das nachbarschaftliche Rücksichtnahmegebot verstoßen. Sie sollten also nicht gerade in einem allgemeinen Wohngebiet den Bungalow errichten.

Wichtig ist vermutlich auch die Lektüre von VG-Ansbach Urteil vom 26. Sept. 2012, Az. AN 9 K 11.01565. Darin geht es schon fast genau um Ihre Frage, allerdings hat das Gericht die Frage, ob ein Nutzung als Ferienhausvermietung in einem Wochenendhausgebiet baurechtlich zulässig ist, wohl offen gelassen. Nach Ansicht der dortigen Baubehörde war sie es jedenfalls nicht.

Außerdem gibt es Entscheidungen dazu, dass ein eigenes ganzjähriges Wohnen in einem Wochenendhaus verboten ist (etwa VG-Hannover Urteil vom 28. Sept. 2000, Az. 4A 6435/99). Vielleicht lässt sich daraus ableiten, dass eine auch jedenfalls eine ganzjährige Nutzung als vermietete Ferienwohnung eines Bungalows in einem Wochenendhausgebiet nicht zulässig ist, da der ständige Wechsel der Mieter die Nachbarn belastet.

Die erste Frage, die sich hier stellt, ist einfach, ob man eine Baugenehmigung braucht. Diese ist zu erteilen, wenn ihr Vorhaben mit der LBO-Bbg und dem BauGB samt etwaigen Bebauungsplänen etc. vereinbar ist. Dazu lässt sich ohne konkrete Sachverhaltsangaben (Innenbereich, Außenbereich, Bebauungsplan (ja oder nein), Größe des Hauses, Geschoßhöhen, Grundstücksgröße usw.) leider nur Folgendes ausführen.

Man sollte in jedem Fall die folgenden Normen der LBO-Bbg. wahrnehmen:

§ 2 Abs. 1 Ziff 3 (Wochenendhaus als bauliche Anlage),
§ 44 Abs.2 Ziff.5 (Wochenendhausgebiet als Sonderbauten)

und – wichtig!-

§ 55 Abs.2 Ziff 7 regelt bis zu welcher Größe ein Wochenendhaus ein genehmigungsfreies Vorhaben ist.

Ich hoffe, Ihnen ist damit zumindest ein Stück weit geholfen. Das geringste Risiko geht man natürlich ein, wenn man vornherein die geplante Nutzung als kommerzielle Ferienwohnungs-vermietung offen legt.

MFG Ra. Jahn

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72510 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die klare, ausführliche und freundliche Rechtsberatung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank fuer sehr schnelle und Verstaendliche Antwort unter 1 Stunde! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr geehrte Frau RAin Merkel, vielen Dank für die sehr ausführliche und zeitnahe Beantwortung meiner Frage. Ich kann Sie uneingeschränkt weiterempfehlen! Klasse. ...
FRAGESTELLER