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WoW Account verkauft nun Ärger!

18.05.2009 14:50 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau


Hallo,
ich handle schon seit einiger Zeit mit WoW-Accounts - ich kaufe und verkaufe sie, bin aber trotzdem Privatverkäufer.
Der Account wurde für 140,00 Euro verkauft.
Nun folgendes Problem: Ich habe im letzten Jahr im November einen WoW-Account ganz normal über eBay verkauft. Nun nach einigen Tagen meldete sich der Käufer und meinte die Accountdaten nicht erhalten zu haben, nun gut ich habe sie ihn nochmal geschickt. Einige Tage später kam die nächste E-Mail rein, dass der Käufer die Accoutdaten immernoch nicht bekommen hat. Ich schaute mir sein Profil an, eine Bewertung und gerade erst Mitglied geworden. Nun ja ich habe es drauf ankommen lassen und erstmal nicht gemacht weil ich ihm ja die Accountdaten geschickt habe - evtl ein Betrüger der sein Geld zurückhaben will. Nach einiger Zeit meldete er den Artikel als nicht bezahlt und eBay schaltete sich ein. Ich habe dort angegeben, wann ich ihm das erste Mal die Accountdaten zugesendet habe. Es ging halt nicht vorran und der Käufer meldet sich nicht mehr und drohte mit einer Anzeige.
"Wenn sie mir den gekauften Artikel nicht binne 4 Tagen schicken, oder mir das geld bis dahin zurück überweisen, wird mir nichts andres übrig bleiben als sie bei der Polizei anzuzeigen!!!"
am 19.12.2008 und nie wieder mehr was gehört.

Nach 3 Monaten wurde der Fall geschlossen - also im Februar.

"Der Fall wegen des Artikels WoW Account T6 Druide + S4 4/5 (PvP Server) + 2 70er wurde automatisch geschlossen, da der Fall bereits vor mehr als 90 Tagen gemeldet wurde. Ein gemeldeter Fall kann nur für 90 Tage nach dem Kaufdatum geöffnet bleiben.
Daher ergreifen wir keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf Ihr Mitgliedskonto.

Sie können den geschlossenen Fall jederzeit auf der Seite Probleme klären aufrufen.

Wir bitten um Ihr Verständnis und danken Ihnen für Ihre Teilnahme an diesem Prozess. Wir hoffen, dass Sie Ihre Transaktion zur beiderseitigen Zufriedenheit beenden konnten."

Ich habe nun vor wenigen Tagen vom Polizeipräsidium einen Brief bekommen - eine Vorlandung. Ich wurde nun gebeten dort hinzukommen im Ermittlungsverfahren wegen Warenbetrug (§ 263 StGB) über das Internetaktionshaus "eBay".

Was soll ich nun tun? Wie kann ich nach über einen halben Jahr noch nachweisen, dass ich die E-Mails gesendet habe oder sonstige Aktivitäten?

MfG MasterSonic

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


Ihren Angaben zufolge wurde gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges (§ 263 StGB) eingeleitet. Die Polizei beabsichtigt Sie nun als Beschuldigten zu vernehmen. Grundsätzlich müssen Sie der Vorladung der Polizei nicht Folgeleisten. Die Polizei wird die Angelegenheit daraufhin an den zuständigen Staatsanwalt abgeben. Dieser wird Sie daraufhin zur Beschuldigtenvernehmung laden. Dieser Vorladung müssen Sie dann folgen. Jedoch können Sie zur Sache selbst grundsätzlich schweigen. Lediglich zu Ihren persönlichen Angaben (Name, Anschrift etc. ) müssen aussagen.

Ich empfehle Ihnen, sich vor Ort an einen Rechtsanwalt zu wenden und sich von diesem im Ermittlungsverfahren vertreten zu lassen. Der Rechtsanwalt kann dann auch Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen und Sie daraufhin beraten, ob und wie zum Tatvorwurf Stellung zu beziehen ist.

Vorteil der Akteneinsicht ist zudem, dass der Rechtsanwalt herausfinden kann, welche Beweismittel ggf. gegen Sie vorliegen. Möglicherweise gibt es hier lediglich die Aussage des Anzeigeerstatters.

Damit es letztendlich zu einer Verurteilung wegen Betruges kommen kann, muss Ihnen der vorgeworfene Betrug nachgewiesen werden können. D.h. grundsätzlich ist der Staatsanwalt dafür beweisbelastet, dass Sie tatsächlich betrogen haben. D.h., Sie müssen grundsätzlich nicht Ihre Unschuld, sondern der Staatsanwalt Ihre Schuld, beweisen. Sollte es jedoch entlastende Tatsachen geben, wird Ihr Rechtsanwalt diese selbstverständlich strategisch in das Verfahren einführen.


Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.05.2009 | 16:11

"Sie müssen grundsätzlich nicht Ihre Unschuld, sondern der Staatsanwalt Ihre Schuld, beweisen."

Kann der Staatsanwalt als Beweis anführen, dass vor ca. 6 Wochen ein ähnlicher Fall aufgetreten ist, der bis jetzt noch nicht geklärt worden konnte aber in Bearbeitung ist und ich zwischenzeitlich evtl. von dieser Person bei Polizei angezeigt worden bin?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.05.2009 | 07:35

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen dank für Ihre Nachfrage.

Im Strafrecht gilt der Grundsatz "in dubio pro reo", die sog. Unschuldsvermutung. D.h. Sie gelten solange als unschuldig, bis Ihre Schuld bewiesen wurde.

Sicherlich kann man Erfahrungen aus einem Parallelverfahren anwenden. Jedoch muss der Staatsanwalt konkrete Beweise gegen Sie finden und kann nicht aufgrund eines ähnliche gelagerten Falles, in dem die Schuld des Verdächtigen nachgewiesen wurde, auf Ihren Fall schließen. Jeder Fall stellt einen Einzelfall dar und ist somit gesondert zu ermitteln.

Hinsichtlich Ihrer Vermutung, wer Sie angezeigt hat, kann nur die bereits erwähnte Akteneinsicht Aufschluss bringen. Es empfiehlt sich daher, wenn Sie die gegen Sie vorliegenden Beweismittel (auch den Anzeigeerstatter als Zeugen) erfahren wollen, einen Anwalt mit der Akteneinsicht zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Fietkau
Rechtsanwalt

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