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WoW Account

| 07.07.2008 17:26 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler


Sehr geehrter Herr Anwalt,

ich habe folgendes Problem: Nach dem ich den Magier für WoW gekauft habe wurden mir Accountname und Passwort über E-mail zugesandt. Zuerst das zweimal das falsche Passwort, aber beim dritten Versuch hats geklappt und ich konnte den Charakter auch spielen. habe dann den Charakter auf eine anderen Server transferiert und außerdem den Namen geändert. Wollte dann das der Verkäufer den Wechsel der E-mail Adresse bestätigt. Dies hat der Verkäfer ignoriert, ebenso die Aufforderung mir die Geheimabfrage sowie den CD-Key zu schicken.. Ich habe einfach keine Antwort mehr gekriegt.
So weit so gut, ich konnte spielen und hab mir weiters keine Gedanken mehr darüber gemacht. Bis ich mich vor Fünf Tagen plötzlich nicht mehr einloggen konnte. Das Passwort war geändert worden. Als ich über Ebay dem Verkäufer eine Beschwerde zugesandt habe, hat dieser auch darauf geantwortet...
Er sei nicht der Erstbesitzer und habe den Account nur weiter verkauft und habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Das war eine glatte Lüge, den er ist bei Blizzard (WoW) als Erstbesitzer eingetragen. Dies lässt sich bei Blizzard auch nicht ändern. Alles andere wie Adresse, Passwort etc. schon, aber nicht der Name des Accountinhabers. Wie ich nachgelesen habe, ist dies wohl ein typischer Fall von Accountrecover. Ich denke der Charakter wird vom Verkäufer weiter gespielt oder, was wahrscheinlicher ist, wieder weiterverkauft. Meiner Meinung ist das glatter Betrug.

Ist meine Annahme richtig und bringt es was den Verkäufer anzuzeigen ?

Gedroht damit habe ich ihm schon.. zur Antwort bekam ich den Satz: Ich könne mir meine hohle Drohung sonst wo hin schmieren, ausserdem denke er ich sei erst 15 Jahre alt.. Was für ein Witz.. bin in Wirklichkeit 40....

Hoffe Sie können mir weiter helfen.

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst ist zwischen zivilrechtlichen Ansprüchen und strafrechtlicher Verfolgung zu unterscheiden.

Sofern der Verkäufer von vornherein die Absicht hinsichtlich eines Accountrecover hatte, erfüllt der Verkauf des Magiers den Straftatbestand des Betruges (§ 263 StGB).

Zudem ist auch der Straftatbestand der Datenveränderung (§ 303a StGB) in Form der Datenunterdrückung erfüllt, sofern der Verkäufer selbst die Zugriffsmöglichkeit auf den Account aufgehoben hat.

Bei einer Strafanzeige gegen den Verkäufer würde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und dieser als Beschuldigter polizeilich vorgeladen werden.
Möglicherweise sieht sich die Staatsanwaltschaft auch veranlasst, zunächst eine Hausdurchsuchung zur Erlangung von Beweismitteln beim Ermittlungsrichter zu beantragen.
Ob die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens Aussicht auf Erfolg bietet, hängt aber insbesondere von einer Einlassung des Beschuldigten zum Tatvorwurf, sowie davon ab, ob er die bestehenden Verdachtsmomente gegen sich entkräften kann.

Wichtig ist, dass den Ermittlungsbehörden bei Anzeigeerstattung detailliert der Vorgang der Accountübertragung geschildert und dieser möglichst mit Screenshots dokumentiert wird. Unbedingt sollte von Ihnen das Angebot auf eBay gesichert und den Behörden vorgelegt werden, da dieses nach 90 Tagen nicht mehr abrufbar sein wird. Von Relevanz ist auch der gesamte Schriftverkehr, der bislang mit dem Verkäufer geführt wurde. Weisen Sie Polizei oder Staatsanwaltschaft insbesondere auf die Unvereinbarkeit der Geschichte über den Verkauf im Auftrag eines Dritten, sowie die Identität des Verkäufers mit dem Erstbesitzer hin.

Leider muss in Bezug auf Internetkriminalität immer wieder festgestellt werden, dass Polizeibeamte oftmals kaum das technische Verständnis für solche Angelegenheiten aufbringen können. Sie sollten deshalb in Erwägung ziehen, die Strafanzeige selbst zu formulieren und darauf zu achten, dass der schriftlich fixierte Sachverhalt für jemanden ohne Computerkenntnisse nachvollziehbar ist.

Über eine Strafanzeige erreichen Sie zwar vorliegend die staatliche Verfolgung des Täters, selten jedoch Ihr Geld zurück.

Hierzu müssten Sie zivilrechtlich gegen den Verkäufer vorgehen.

Der Einwand des Verkäufers, den Account für einen Dritten verkauft zu haben, ist vorliegend ohne Bedeutung, da er eine Vertretung nicht angezeigt hat. Es besteht somit ein Vertrag zwischen Ihnen und dem Anbieter der eBay-Auktion.

Hat der Verkäufer nachweislich den Account recovered, so haben Sie ihm gegenüber einen Anspruch auf Wiederherstellung des gekauften WOW-Accounts aus unerlaubter Handlung (§ 823 BGB), wie auch aus Kaufvertrag (§§ 433, 280 BGB).
Durchsetzbare Ansprüche gegen den Verkäufer bestehen aber meines Erachtens nur, wenn dieser nachweislich selbst den Account gestohlen hat. Solange theoretisch die Möglichkeit besteht, dass ein unbekannter Dritter sich Zugang zum Account verschafft und diesen geändert hat, bestehen leider kaum Möglichkeiten, den Verkäufer auf Schadensersatz in Anspruch zu nehmen.

Die Einleitung eines Strafermittlungsverfahrens könnte jedoch taugliches Mittel sein, um vorliegend Beweise für eine Täterschaft des Verkäufers zu gewinnen und diesen somit auch zivilrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.

Die Kosten einer eventuellen anwaltlichen Vertretung in der Zivilsache belaufen sich außergerichtlich auf 46,41 €. Die Strafanzeige können Sie selbst kostenlos bei jeder Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft erstatten.

Für Rückfragen oder weiterer Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt


_____________
Rechtsanwalt Michael Euler
Roßmarkt 21
60311 Frankfurt/Main
Tel: 069 36605388 – Fax: 069 92005959
Internet: www.RA-Euler.de

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