Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wo erlange ich Auskunft über Höhe des Nachlasses?

| 30.08.2013 11:44 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Zusammenfassung: Welche Auskunftsansprüche hat der Pflichtteilsberechtigte gegenüber dem Erben?

Wir wohnten von 1971 - 1983 im Hause mit meine Eltern. Um ausreichend Platz zu haben, bauten wir gemeinsam an - 2 Zimmer im EG und ein großes darüber. Aus technischen Gründen bewohnten meine Eltern das EG und ich mit meiner kleinen Familie das OG jeweils halb Altbau, halb Neubau.Das Geld (5000 DM) lieh uns meine Oma, was wir komplett zurückzahlen mußten, da meine Mutter deren Sparbücher in Verwahrung hielt.
Über unseren Anteil am Haus, weiteren laufenden Kosten sowie meinen vielen Arbeitsstunden erhielten wir nie etwas Schriftliches von meinen Eltern. Als einzigstes Kind sollte ich ja sowieso mal alles erben.
Nach vielen Streitigkeiten zogen wir 1983 aus.
Die Stadt benötigte die gesamte Straßenfront zwecks Straßenneubau und entschädigte meine Eltern 1986. Meine Eltern setzten uns nie über die höhe der Entschädigung in Kenntnis - wovon uns ja auch ein Anteil (mindestens aber 5000DM) zustanden.

Wir bebauten gemeinsam ein Gartengrundstück mit Häuschen und Pool - es wurde von meinen Eltern verkauft.

Vor einigen wurde das Testament meiner Oma, Mutter meiner Mutter eröffnet, Es sollten meine Mutter, ich und mein Sohn zu gleichen Teilen erben. Auf Anfrage meines Sohnes, was die Oma uns vererbt hätte, antworteten meine Eltern, daß die Oma nur alte Möbel für den Sperrmüll gehabt hätte. Wir wissen, daß dies nicht stimmt; also betrog man uns auch um diesen Erbteil.

Am 17. 6 2013 nun verstarb mein Vater - man hat mich als einzigstes Kind vom Erbe ausgeschlossen.

Im Schreiben vom Amtsgericht belehrt man mich über meinen Pflichtteilsanspruch.

1. Müssen die von meiner Familie eingebrachten 5000DM aus der Erbmasse vorher rausgerechnet und mir mit Zinsen erstattet werden, wie ebenso der Erbteil von meiner Oma?
2. Muß meine Mutter mir auf schriftliche Anfrage durch mich selbst Auskunft über die Höhe des Nachlasses geben?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich auf der Grundlage der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt:

Zunächst noch einige Anmerkungen zum Nachlass Ihrer Großmutter:

Wenn Sie und Ihr Sohn tatsächlich gemeinsam mit Ihrer Mutter zu je einem Drittel Erbe geworden sind, dann sind Sie nicht ausschließlich auf die Auskünfte Ihrer Mutter angewiesen, sondern können sich gegebenenfalls selbst bei entsprechenden Stellen erkundigen. Wenn Sie vermuten, dass Ihre Großmutter Immobilien besessen haben könnte, können Sie dies beim Grundbuchamt erfragen. Kontostände bzw. Sparguthaben können Sie der Bank erfragen. Als Miterbe haben Sie selbst ein direktes Auskunftsrecht gegenüber diesen Institutionen.
Ich empfehle Ihnen daher, nochmals nachzuforschen, ob ein Nachlass der Großmutter vorhanden ist, der Ihnen anteilig zustünde.

Sie können bei den Banken üblicherweise auch Kontoauszüge rückwirkend für zehn Jahre erhalten, so dass Sie gegebenenfalls nachvollziehen können, wie sich die Kontostände entwickelt haben und ob Ihre Mutter die Konten der Großmutter vorzeitig abgeräumt hat.

Ihre Mutter als damalige Erbschaftsbesitzerin ist verpflichtet, Ihnen wahrheitsgemäß Auskunft über den Nachlass der Großmutter zu erteilen. Sofern Sie darauf bestehen, ist Ihre Mutter auch verpflichtet, die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Angaben eidesstattlich zu versichern. Sollte sich dann später herausstellen, dass diese eidesstattliche Versicherung falsch war, hätte sich Ihre Mutter strafbar gemacht.

Nun zum Nachlass Ihres Vaters:

Ihre Mutter ist verpflichtet, Ihnen auf Ihre Anfrage eine schriftliche Auskunft über die Höhe des gesamten Nachlasses zu erteilen und die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Auskunft zu versichern, notfalls auch durch eidesstattliche Versicherung.

Aus diesem Nachlass werden keine Positionen herausgerechnet, weder die von der Familie eingebrachten 5000 DM noch ein Erbteil der Großmutter, sondern es wird der Nachlass so festgestellt, wie er sich zum Zeitpunkt des Todes Ihres Vaters darstellt. Ihre Mutter muss also alle tatsächlichen Positionen angeben, also Kontostände auf Girokonten, Sparbüchern, Wertpapierdepots, sonstige Wertgegenstände mit dem Zeitwert (Schmuck, Gemälde, Antiquitäten, Briefmarkensammlung oder Ähnliches, Kraftfahrzeug etc.). Sofern es sich bei Bankkonten um gemeinsame Konten Ihrer Eltern handelte, wird jedem Elternteil die Hälfte zugerechnet, so dass in einem solchen Fall das hälftige Kontoguthaben als Vermögen Ihres Vaters angerechnet wird.

Ihre Mutter ist auch berechtigt, bei einer solchen Nachlassberechnung sämtliche Schulden Ihres Vaters anzugeben und abzuziehen. Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören auch die Beerdigungskosten. Die Differenz zwischen Guthaben und Schulden stellt dann den Nachlasswert dar, aus dem entsprechend Ihrer Quote der Pflichtteil berechnet wird.

Bitte beachten Sie auch folgendes:
Möglicherweise steht Ihnen noch ein Pflichtteilsergänzungsanspruch zu. Falls Ihr Vater in den 10 Jahren vor seinem Tod größere Schenkungen gemacht hat oder Vermögen auf Ihre Mutter oder andere Personen übertragen hat, wird dieses bei der Pflichtteilsberechnung möglicherweise berücksichtigt. Bezüglich Ihrer Mutter gilt dabei die 10-Jahres-Frist nicht, so dass sämtliche Vermögensübertragungen während der gesamten Ehe anzurechnen sind.
Ihre Mutter muss Ihnen Auskunft darüber erteilen, welche Vermögensübertragungen sie seit der Heirat von Ihrem Vater erhalten hat und sie muss außerdem Auskunft darüber erteilen, welche Schenkungen Ihr Vater in seinen letzten zehn Lebensjahren (also seit dem 17.6.2003) an andere Personen gemacht hat.

Ich empfehle Ihnen, Ihre Mutter zu diesen Auskünften schriftlich aufzufordern und ihr eine Frist zusetzen. Es könnte sinnvoll sein, wenn Sie sich dann an einen Anwalt wenden, um diese Auskünfte bewerten zu lassen, denn Sie müssen damit rechnen, dass Ihre Mutter versuchen wird, die Pflichtteilszahlung an Sie möglichst gering zu halten. Nach den Erfahrungen, die Sie mit Ihrer Familie in der Vergangenheit gemacht haben, werden Sie vermutlich bei der weiteren Auseinandersetzung professionelle Hilfe benötigen, damit Ihre Mutter dazu gezwungen wird, die Ihnen zustehenden Ansprüche korrekt zu erfüllen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Im Bedarfsfall steht Ihnen meine Kanzlei im Rahmen einer Mandatserteilung für weitere Tätigkeit auch gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 01.09.2013 | 09:39

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Hallo Die Anwältin Frau Karin Plewe hat uns sehr ausführlich geantwortet.Wir haben erst mal einen Brief selber verfasst, sollte es nicht so ausgehen wie wir uns das vorstellen, weden wir die Frau Karin Plewe kontaktieren.
mfg "