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Wissenschaftsbetrug


| 05.11.2006 01:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat im Rahmen einer Studie die erhobenen Daten statistisch ausgewertet. Die Auswertungen sind relativ bald Kollegen und anderen Fachleuten als unplausibel und unglaubwürdig aufgefallen. Auf Nachfragen wurden diese Zweifel jeweils mit ungewöhnlicher Schärfe begegnet. Eine Evaluation durch Statistiker anhand der Primärdaten hat jedoch ergeben, dass die Auswertungen tatsächlich falsch waren. Gespräche mit Angehörigen der Fachbereiche bzw. der Fachgruppen haben ergeben, dass die Statistiken mglw. sogar manipulativ dargestellt werden sollten. Nun liegt der Verdacht des wissenschaftlichen Fehlverhaltens - des Wissenschaftsbetrugs vor.

Frage: Wie stellt sich diese Angelegenheit strafrechtlich dar. Ist der wissenschaftliche Spielraum so groß, dass er auch solche Fälle deckt. Die Wissenschaftler sind keine Statistiker. Können sie daraus mehr Freiheiten ableiten. Wie könnte gegen diese Wissenschaftler vorgegangen werden. Besteht Aussicht auf Erfolg.

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Frage der Verwirklichung von Straftatbeständen wie Betrug, Untreue und Urkundsdelikten kann sich durchaus auch im wissenschaftlichen Bereich stellen. Insbesondere da, wo Fördergelder im Raum stehen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich eines Betruges schuldig zu machen, wenn bewusst falsche Ergebnisse präsentiert werden. Hier findet die Wissenschaftsfreiheit durchaus ihre strafrechtlichen Grenzen.

Problematisch dabei ist aber, dass kein "einfacher Fehler" vorliegen darf, denn auch im wissenschaftlichen Bereich sind Irrtümer möglich, insbsondere dort, wo neue Forschungsreihen betrieben werden, weil es an Vergleichserfahrungssätzen dient, an denen der Wissenschaftler sich orientieren kann. Gerade im wissenschaftlichen Bereich ist anerkannt, dass es zwangsläufig auch falsche Lösungsansätze und Theorien gibt oder sogar geben muss, wenn am Ende jahrelanger Forschungsarbeit das "richtige" Ergebnis stehen soll.

In Ihrem Fall kommt es zunächst darauf an, ob eine absichtlichen Täuschungshandlung (das Gesetz nennt dies "durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen") vorliegt, um einen Dritten zu einer Vermögensverfügung zu veranlassen. Bereits an der Täuschungshandlung bestehen nach Ihrer Schilderung Zweifel. Denn zur Straftatverwirklichung muss beweisbar sein, dass wissentlich falsche Daten oder Ergebnisse produziert oder gefunden wurden, diese aber trotz dieses Wissens als echt ausgegeben wurden- hier muss also die Grenze zum bloßen unwissentlichen Fehler gezogen werden.

Sie sprechen davon, "dass die Statistiken mglw. sogar manipulativ dargestellt werden sollten".

Hierüber müsste allerdings Klarheit bestehen- wurde manipuliert oder kann man dies nur vermuten, letztlich aber nicht beweisen ?

Diese Frage kann ich Ihnen ohne weitere Kenntnisse der konkreten Sachlage von hier aus naturgemäß nicht beantworten.

Sofern Sie diesbezüglich auf Ihren konkreten Einzelfall bezogene Klarheit wünschen, empfehle ich Ihnen daher einen Anwalt vor Ort mit der Prüfung der entsprechenden Unterlagen zu betrauen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.11.2006 | 15:20

Gefördert wurden die Projekte mit öffentlichen Mitteln. Sind nur die Geldgeber zum Vorgehen gegen Täuschungshandlungen berechtigt, weil sie die Fördergelder bereitgestellt haben und somit den wirtschaftlichen Schaden tragen ?
(Ist überhaupt ein solcher Fall -strafrechtlichen- Vorgehens in der Wissenschaft bekannt?).

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2006 | 04:58

Sehr geehrter Fragesteller,

die Anzeigeberechtigung ist nicht allein auf den Anbieter der Fördergelder beschränkt- ohne seine Mithilfe wird sich der Schadenseintritt aber nur schwer nachvollziehen bzw. beweisen lassen.

Für eine vertiefte Betrachtung dieser Problematik mit Fallbeispielen aus den letzten Jahren kann ich Ihnen das kürzlich erschiene Werk "Wissenschaftsbetrug und Strafrecht" von Heike Ottemann, aus der Reihe Strafrecht in Forschung und Praxis, Bd. 79, empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

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