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Wird das Kind der Pflegemutter entzogen? Wahrscheinlichkeit?

02.05.2010 19:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Ein Ehepaar hat ein Kind zur Pflege aufgenommen. Dieses lebt seit ca. 2 Monaten in der Familie. Die Integration mit der Pflegemutter/seitens der Pflegemutter läuft bestens, die des Vaters durchwachsen. Die Mutter verliebt sich in einen Freund, den sie seit 1,5 Jahren kennt. Dieser Freund versteht sich sehr gut mit dem Pflegekind. Die Pflegemutter würde sich gern von ihrem Mann trennen, hat in dem Freund den optimalen Mann und auch "Vater" für den 3 Jahre alten Pflegesohn gefunden, was sie auch schon vorher ahnte, dies aber verdrängte, um das angestrebte Adoptionsverfahren nicht zu gefährden. Der Lebenstraum der "Pflegemutter" war nunmal ein Kind.
Bekennt sich die Mutter zu dem Freund, trennt sich von ihrem Mann, baut mit dem Freund eine neue Welt auf und schafft mit ihm die Voraussetzungen, die absolut möglich sind, um zum Wohl des Kindes da zu sein ... wie groß ist die Gefahr, dass der Vormund, das Jugendamt, der Pflegemutter das Kind wieder entzieht und es z. B. in einer anderen Pflegefamilie gibt? Oder besteht eine reele Chance, dass sich der neue "Pflegevater" vor dem Vormund beweisen darf und quasi "auf Bewährung" die Vatrrolle übernehmen darf?
Der neue "Pflegevater" kommt mit dem neuen "Pflegesohn" sehr gut aus. Allerdings sind Kenntnisse, die man aus Seminaren und Schulungen bekommen hat, nicht vorhanden. Dafür hat er Erfahrungen in Kinderbetreuung durch ehrenamtliche Tätigkeiten bei Hilfsorganisationen und war jahrelang Betreiber eines Ponyhofes für Kinder, was den Wissensstand rund um das Thema Erziehung nicht ausgleichen kann und muss.
Der neue Pflegevater wäre bereits, alles das an Wissen sich anzueignen, von wem auch das immer gefordert wird und was dazu nötig ist, um den Traum einer gemeinsamen Familie zu verwirklichen, mit dieser Frau, mit diesem Kind.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Freundes sind gut und gesichert und gegenüber dem ursprünglichen Pflegevater nicht schlechter gestellt.

Nach Ihrer Schilderung befindet sich das Kind in ihrer Pflege, ist aber noch nicht adoptiert.

Vor einer Herausnahme des Kindes aus der Pflegefamilie muss das Familiengericht sehr genau prüfen, welche Auswirkungen diese Maßnahme auf das Kind haben wird, denn in einem länger andauernden Pflegeverhältnis ist zwischen dem Kind und seinen Pflegeeltern eine gewachsene Bindung entstanden.

Das Familiengericht kann daher, wenn und solange das Kindeswohl durch eine Herausnahme des Kindes aus der Pflegefamilie gefährdet wäre, eine Verbleibensanordnung nach § 1632 IV BGB aussprechen. Bei Erlass einer solchen Anordnung sind die jeweiligen Grundrechtspositionen von leiblichen Eltern, Pflegeeltern und Kind gegeneinander abzuwägen, so zum Beispiel die gewachsenen Bindungen an die Pflegefamilie und die negativen Folgen einer möglichen Retraumatisierung des Kindes im Falle des Beziehungsabbruchs.

Haben die leiblichen Eltern ihr Kind der Pflege bei Ihnen überlassen, fallen die tatsächlich ausgeübte Sorge der Pflegeeltern und das den leiblichen Eltern ungeschmälert verbleibende Sorgerecht auseinander. Je länger ein Kind von den Sorgerechtsberechtigten getrennt ist, um so mehr wird es unter gleichzeitiger Verfestigung seiner Bindungen zu der Pflegeperson den leiblichen Eltern entfremdet. Dies birgt die - vom Gesetz unerwünschte - Gefahr einer dauernden Trennung des Kindes von den sorgeberechtigten Eltern in sich. Auf Antrag der Eltern oder der Pflegeperson kann das Familiengericht jedoch Teile der Personensorge auf die Pflegeperson übertragen § 1630 III BGB.

Sie können davon ausgehen, dass durch die Veränderung Ihrer persönlichen Lebensumstände zumindest die Zeitdauer bis zu einer Adoption sich entsprechend verlängern dürfte.

Letztlich hängt das aber natürlich alles insbesondere von Ihrem persönlichen Einzelfall und den handelnden Personen sehr stark ab, sodass Prognosen verständlicherweise eigentlich kaum möglich sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihnen damit weiterhelfen.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 02.05.2010 | 21:49

Danke für Ihre Antwort, die wahrscheinlich die gesetzliche Realität wiederspiegelt. Ich male mir in meiner Phantasie aus, dass das, was ich will, auch irgendwie umzusetzen ist. Dass die Hürden, die vor einem liegen, auch genommen werden können. Oder kann man die Problematik als dermaßen kompliziert einstufen, dass es ein Unterfangen ist, dass eigentlich zum Scheitern verurteilt ist? Ich weiss, dass ich jetzt was erfrage, was in keinem Gesetzesbuch steht, kein Paragraph kann eine Antwort geben. Aber vielleicht Sie persönlich, als Mensch, mit der juristischen Erfahrung, mit einem Bauchgefühl, das mir selbstverständlich keine Absolution erteilen kann. Aber ein Fünkchen Hoffnung vielleicht, nicht ganz und absolut auf dem Holzweg zu sein.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.05.2010 | 22:04

Sehr geehrter Fragesteller,

besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Letztlich hängt alles vom Kindeswohl ab. Wäre das, wie von Ihnen geschildert, nicht gefährdet, wäre eine Lösung in Ihrem Sinne möglich. Das hängt natürlich auch davon ab, wie lange das Pflegekind bei Ihnen ist.

Ihnen kann ich nur raten, den gesamten Vorgang durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl begleiten zu lassen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben. Für etwaige Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

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